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Bitcoin: Dem „Big Money“ nachzueifern, ist und bleibt brandgefährlich

Bitcoin und Ethereum. © Pierre Borthiry on Unsplash
Bitcoin und Ethereum. © Pierre Borthiry on Unsplash

Es war einer der größten Crashs in der Geschichte von Bitcoin: In der Nacht auf Montag ist der Preis von Bitcoin von 41.000 Dollar hinunter auf zeitweise nur mehr 30.000 Dollar gefallen, hat also bis zu einem Viertel seines Wertes verloren. Zuletzt hat es einen solchen Absturz im März 2020 gegeben, als BTC zum Beginn der COVID-Pandemie stellenweise von 9.000 auf 5.000 Dollar nahezu halbierte.

Am Dienstag morgen liegt Bitcoin nun wieder bei knapp 36.000 Dollar und hat sich kurzfristig bei einem seiner höchsten Werte stabilisiert. Doch der Crash am Montag sollte allen, die in das nach wie vor hoch volatile Asset investieren, als große Warnung dienen. Auch wenn es über die Feiertage mit Ende 2020 für viele zu einer wundersamen Geldvermehrung kam – die wichtigste Eigenheit des Krypto-Markts ist, dass es jederzeit massive Einbrüche geben kann.

„Gesunde Preiskorrektur“

David Lifchitz, CIO at ExoAlpha, nennt den jüngsten Einbruch eine „gesunde Preiskorrektur“ und sagt gegenüber Cointelegraph, dass ihm vor allem der sehr schnelle Anstieg des BTC-Kurses Sorgen bereitet hat. „Ein Besorgnis erregendes Zeichen war nicht, dass der Bitcoin-Preis stieg, sondern seine Geschwindigkeit“, so Lifchitz. „Von Mitte Dezember bis Ende Dezember 2020 verdoppelte sich die mittlere Amplitude der täglichen Bewegungen in Bitcoin auf 8,1%, dann verdoppelte sie sich fast noch einmal vom 1.1.2021 bis zum 10.1. auf 15,3%.“

Je größer die Amplitude, desto mehr Trades fanden im Laufe des Tages zwischen Käufern und Verkäufern statt. Lifshitz: „Dies ist jedoch eine gesunde Korrektur, um das übermäßige Wachstum der letzten 10 Tage zu bereinigen und es Bitcoin zu ermöglichen, eine neue Basis in Richtung 50.000 Dollar und darüber zu bilden.“

Überhitzter Markt: Der jüngste Bitcoin-Absturz kommt nicht unerwartet

„Weiterhin spürbare Volatilität“

Vorhersagen, wie sich der Markt weiter entwickelt, sind auch für Experten, die die Preise stündlich beobachten, schwer zu treffen. „Bitcoin wird weiterhin spürbare Volatilität aufweisen, wie wir sie in der Vergangenheit gesehen haben, und es ist unmöglich vorherzusagen, ob es in ähnlicher Weise wie 2018 abstürzen wird“, sagt etwa Lanre Ige, Research Team Associate bei 21Shares AG in der Schweiz, im aktuellen Interview mit Trending Topics. „Was mit Sicherheit gesagt werden kann, ist, dass die Gründe für diesen Bullenmarkt viel mehr von den langfristigen Fundamentaldaten des Assets getrieben werden als jemals zuvor, und die Käufer von Bitcoin – in diesem Fall institutionelle und professionelle Investoren – haben viel längere Zeithorizonte als die Investoren, die den Bitcoin-Markt im Jahr 2017 dominierten.“

Und weiter: „Der Markt könnte sich letztendlich konsolidieren – eher aufgrund makroökonomischer Faktoren – aber wahrscheinlich auf einem viel höheren Niveau als Folge der erhöhten Akzeptanz des Assets. Es gab eine klare Entwicklung in der Art und Weise, wie Investoren Bitcoin sehen und das Investment-Narrativ, das den Vermögenswert umgibt, und es ist wahrscheinlich, dass sich dies fortsetzen wird, selbst wenn der Markteifer nachlässt.“

21Shares: Bitcoin is a „Systematic Hedge Against Monetary Inflation And Geopolitical Instability“

Fonds, Versicherungen, Software-Unternehmen, Banken – das sind die Treiber der zweiten Bitcoin-Explosion von 2020. Für institutionelle Investoren, die mit Profis große Beträge in Bitcoin pumpen, ist es also eine langfristige Wette und dient manchen als eine Alternative zu Gold, um sich gegen eine drohende Inflation und geopolitischer Instabilität zu wappnen. Das müssen Kleinanleger, die vermehrt in den vergangenen Wochen auf den Zug aufgesprungen sind und große Händler wie Binance, Coinbase oder Kraken überrannten, auch wissen. Institutionelle Investoren haben einen langen Atem und (hoffentlich) einkalkuliert, dass sie Einbrüche durchtauchen müssen. Otto Normalverbraucher, der auf schnelle Gewinne hofft, drohen in diesem Marktumfeld große Verluste.

Beispiel MicroStrategy: Das ist jenes Software-Unternehmen, dass sehr öffentlich seine BTC-Investments vor sich herträgt und aus einer Investition von mehr als einer Milliarde Dollar mehr als 2,5 Milliarden Dollar gemacht hat. Seit Sommer 2020 werden unter der Leitung von CEO Michael Saylor massiv Bitcoins zugekauft, was wiederum den Börsenkurs der Software-Firma in luftige Höhe schickte. Doch am gestrigen Montag ist durch den BTC-Crash auch die MicroStrategy-Aktie stark eingebrochen. Saylor zeigt deswegen aber kein Zeichen der Nervosität, sondern twittert lediglich:

Warnung vor Totalverlust

Deswegen hat auch die britische Finanzmarktaufsicht FCA (Financial Conduct Authority) eine große Warnung ausgesprochen und warnt eindringlich vor Investments in Krypto-Assets. „Die Investition in Kryptoassets oder damit verbundene Anlagen und Kredite ist in der Regel mit dem Eingehen sehr hoher Risiken für das Geld der Anleger verbunden. Wenn Verbraucher in diese Art von Produkten investieren, sollten sie darauf vorbereitet sein, ihr gesamtes Geld zu verlieren“, heißt es seitens FCA. Verlustrisiko ergebe sich vor allem durch die sehr hohe Preisvolatilität.

Und weiter: „Die Komplexität einiger Produkte und Dienstleistungen im Zusammenhang mit Krypto-Assets kann es für Verbraucher schwierig machen, die Risiken zu verstehen. Es gibt keine Garantie, dass Krypto-Assets wieder in Bargeld umgewandelt werden können. Die Rückwandlung eines Krypto-Assets in Bargeld hängt von der auf dem Markt vorhandenen Nachfrage und dem Angebot ab.“

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