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Instagram verändert sich und niemanden interessiert es

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Instagram vs. Trolle. Mittlerweile ein 1:1 ©instagram
Instagram vs. Trolle. Mittlerweile ein 1:1 ©instagram

Ein neues Werkzeug zum Beobachten und Blockieren von unerwünschten Inhalten, soll Nutzern auf Instagram beim Verwalten der eigenen Seite helfen. Die große Euphorie löst das bei heimischen Unternehmen nicht aus. Instagram ist dafür immer noch zu wenig verbreitet.

Shitstorms, Hassbotschaften und Trolle

Lange galt, wer als Unternehmen oder als Privatperson in sozialen Netzwerken unterwegs ist, darf nicht zimperlich sein, wenn es um Kritik und negative Kommentare geht. Auf Kritik eingehen und Beschimpfungen melden, war bislang die beste Strategie um sich gegen Trolle im Netz zu wehren. Plattformen wie Facebook, Twitter selbst blieben auffällig still. Längst werden bei Facebook zwar gemeldete Kommentare durchforstet und gegebenenfalls gelöscht. In der Praxis funktionierte das aber eher mangelhaft.

Vor allem international kam es immer wieder zum Eklat. So hat erst vor kurzem der US-amerikanische Popstar Justin Bieber nach gehässigen Kommentaren seinen Account bei Instagram, der Fotoplattform in Besitz von Facebook, gelöscht. Und zuletzt hat auch die Ghostbuster Schauspielerin Leslie Jones nach Beleidigungen kurzzeitig Twitter verlassen und schärfere Kontrollen auf der Plattform gefordert.

Automatisch blocken auf Instagram

Nun haben die Plattformen nachgezogen. Bei Instagram gibt es jetzt ein eigenes Monitoring-Werkzeug, mit dem nicht erwünschte Kommentare automatisch geblockt werden können, wie CEO Kevin Systrom vor kurzem in einem Blogeintrag erklärt hat. Als Nutzer kann man damit künftig eine Liste an Wörtern anlegen, die von dem eigenen Instagram-Profil verbannt werden. Zusätzlich zu den Möglichkeiten Kommentare zu löschen, sie zu melden oder bestimmte Nutzer zu blockieren, sollen die Nutzer so geschützt werden. Der Mikroblogging-Dienst Twitter arbeite laut US-Medien ebenfalls bereits an einem ähnlichen Monitoringwerkzeug.

Für heimische Nutzer ist das neue Werkzeug aber nur bedingt nützlich, sagt Franziska Stich, Social Media Expertin bei der Wiener Agentur Ambuzzador. „Es ist ein Schutzmechanismus für Accounts mit mehr als 100.000 Follower“, so Stich. Denn erst bei so einer Anzahl an Follower sei es nicht mehr möglich die Kommentare per Hand zu managen. In Österreich gibt es bislang wenig Prominete oder Unternehmen, die in diese Größenordnung fallen.

Das sei aber nicht der einzige Grund, warum es auf heimischen Profilen noch kaum Bedarf einer automatisierten Verwaltung gibt, sagt Stich: „Instagram ist im Gegensatz zu Facebook keine Plattform, wo negative Kommentare gepusht werden.“ Da die Beiträge nicht in einer klassischen Timeline gezeigt werden, fallen negative Meldungen weniger stark auf als auf anderen Plattformen.

Viele Likes, kaum Kritik

Heimische Unternehmen bestätigen: „User generated Content ist für Unternehmen wichtig, weil diese Inhalte authentisch, persönlich und direkt sind und vielfältige Perspektiven zum Vorschein bringen. Zu sehr hohem Anteil sind diese Inhalte auch positiv besetzt“, heißt es beispielsweise bei der Erlebniswelt eines Tiroler Kristallherstellers, der nicht namentlich genannt werden möchte. Mit über einer Million und vor allem internationalen Fans zählt das Unternehmen zu den großen österreichischen Aushängeschildern im sozialen Netz. Instagram habe dabei für das Unternehmen einen besonderen Stellenwert, wenn es um Bildinhalte geht. Die Plattform wird für die live Berichterstattung aber auch für „stimmungsvolle Fotos“ genutzt. Dementsprechend gibt es für die Bilder auf der Plattform oft Likes, kaum jedoch negative Kommentare. Ein Beitrag zu löschen war deshalb noch nicht notwendig, heißt es auf Anfrage. Im Fall des Falles könne man sich allerdings sehr wohl vorstellen, auch automatisiert Wörter zu verbannen.

Diese Art der Beobachtung ist aber auf Instagram nur eine Neuerung. Für heimische Nutzer viel wichtiger ist das exakte Monitoring von Seitenaufrufen und Reichweiten, sagt Stich. Nachdem Nutzer bei Facebook bereits sehr genaue Statistiken über ihre Fans erhalten, wurden diese Analysen nun auch auf Instagram übertragen. „Jetzt wird es viel einfach gute Reportings über Instagram-Kampagnen zu erstellen“, sagt Stich. Einen Instagram-Boom hat das in Österreich noch nicht ausgelöst. Trotz des internationalen Booms werde die Plattform in Österreich immer noch stiefmütterlich behandelt, und als Sales-Kanal hat sie hierzulande nicht eingeschlagen.

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