DLD 2016

Instagram: “Die nächsten 5 Jahre werden von einem Wechsel von Wörtern zu Bildern bestimmt werden”

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Marne Levine, COO bei Instagram, auf der Bühne der DLD. © Burda Media
Marne Levine, COO bei Instagram, auf der Bühne der DLD. © Burda Media

“Bilder werden unsere neuen Worte.” Davon ist zumindest Instagram-COO Marne Levine überzeugt, die auf der DLD-Konferenz in München (veranstaltet vom Burda-Verlag) die Trommel für die Foto-Video-App in Besitz von Facebook rührte. Bei Instagram werden Angaben des Unternehmens zufolge täglich von mehr als 400 Millionen monatlich aktiven Nutzern mehr als 80 Millionen Fotos veröffentlicht – insgesamt lagern bis dato etwa 40 Milliarden Smartphone-Schnappschüsse auf den Servern der Facebook-Tochter. In diesem Ton werde es weitergehen, so Levine, die seit einem Jahr für Instagram arbeitet: “Die nächsten 5 Jahre werden von einem Wechsel von Wörtern zu Bildern bestimmt werden.”

Als eines der Anzeichen des so genannten „Iconic Turn“ (zunehmende Bedeutung ds Bildes zu Lasten der Schrift) sieht Levine das „Wort des Jahres“, das von der Oxford-Dictionaries-Redaktion gewählt wurde – es ist gar kein Wort, sondern das Emoticon „Tränen der Freude“ (😂). “2015 wurden mehr Fotos gemacht als in der gesamten Ära der analogen Fotografie”, so die Instagram-COO, die ihre Foto-App als einen der wichtigsten Treiber der Entwicklung sieht.

„User werden Historiker“

Die Bedeutung von Instagram macht Levine an verschiedenen Faktoren fest. Die App hätte zum einen die Geschichtsschreibung demokratisiert, heute sei jeder User ein Historiker, der die Gegenwart für die Nachwelt mit seiner Smartphone-Kamera festhalten könne – früher sei das privilegierten Bevölkerungsschichten vorbehalten gewesen, die sich z.B. Porträtmaler leisten konnten. Was sie nicht dazusagt: Die Realität wird auf Instagram mit Filtern und durch die Vorauswahl der User ordentlich verzerrt. Fröhliche Selfies dominieren, Bilder etwa von traurigen Ereignissen gibt es kaum zu sehen. Levine hielt aber auch fest, dass Aktivisten (z.B. der Account von Katie Meyler) geholfen hätte, um Aufmerksamkeit für die Ebolah-Krise in Afrika zu schaffen.

Warum Fotos so gut in der digitalen Kommunikation funktionieren, erklärte Ltvine so: Ein Bild könne von einem Menschen in 30 Millisekunden erfasst werden, und zwar nicht nur kognitiv, sondern auch emotional, zudem könnte Bilder länger gemerkt werden als Text. “Die neue Welt der Bilder verändert Marketing”, folgerte die Instagram-Managerin, die aktuell vor allem KMU davon überzeugen will, Werbebudgets in die Foto-App zu kippen. Als Beispiel führte sie She Burgers aus Dubai an, das es mit Hilfe von Instagram-Werbung und ohne TV- oder Magazin-Reklame zum Erfolg geschafft hätte – eine klare Kampfansage an die klassische Werbewelt, der Facebook und seine Tochterfirma immer mehr das Wasser abgraben will.

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Be smart and nice ;)

  • Martin Major

    „Die App hätte zum einen die Geschichtsschreibung demokratisiert, heute sei jeder User ein Historiker, der die Gegenwart für die Nachwelt mit seiner Smartphone-Kamera festhalten könne – früher sei das privilegierten Bevölkerungsschichten vorbehalten gewesen, die sich z.B. Porträtmaler leisten konnten.“

    Was für Drogen nimmt die?

    • Gehen davon aus, dass die Droge „C-Level Salary“ heißt und ein verzerrte Wahrnehmung der Realität bewirken kann.

      • Martin Major

        Eine gesunde Portion Selbstgefälligkeit gehört eh dazu, wenn man solche Vorträge hält, das ist ja auch eine Werbeveranstaltung, aber sich gleich zum Erneuerer der Demokratie und Geschichtsschreibung aufzuschwingen scheint mir doch etwas zu far fetched 😉 Wahr ist allerdings, dass Instagramm das Teilen von Bildern sehr rationalisiert hat und damit natürlich auch zu einer schnelleren Verbreitung von Inhalten beiträgt. Ob das etwas mit Historie zu tun hat, bleibt aber fraglich: Fotos von meinem Essen im Restaurant gelten wohl weniger als zeithistorische Dokumente 🙂

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