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Corona-Wirtschaftskrise: Das sind die größten Insolvenzen

Symbolbild. © Gerd Altmann / Pixabay
Symbolbild. © Gerd Altmann / Pixabay

Die Wirtschaft leidet nach wie vor unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Nicht alle Unternehmen überleben die Krise. Aber gibt es tatsächlich mehr Insolvenzen als im Vergleichszeitraum 2019? Und welche Unternehmen sind im Detail betroffen? Wir fassen wöchentlich die aktuellen Entwicklungen bei den Unternehmensinsolvenzen zusammen.

Die aufsehenerregendste Insolvenz betraf in den letzten Wochen wohl die Kremsmüller Industrieanlagenbau KG. 135 Millionen Euro betragen die Passiva, Finanzierung und Weiterführung des Betriebs sind mittlerweile aber gesichert. In dieser Größenordnung ist das der einzige Fall, alle anderen Insolvenzen der letzten Wochen fallen in einem deutlich niedrigeren Passiva-Bereich. Level Europa beispielsweise steht mit rund 12,3 Millionen Euro in der Kreide, die IMS Cargo Austria GmbH mit 3,17 Millionen Euro – siehe Tabelle unten. Wir haben gemeinsam mit dem KSV1870 die absolute Anzahl an wöchentlichen Insolvenzen und die jeweiligen „Top 3“ der Insolvenzhöhen aufgeschlüsselt.

„Insolvenzen unter Normalniveau“

Im Vorjahr gab es pro Monat im Durchschnitt 97 Insolvenzen. Der Chart zeigt: Bislang gibt es kaum nennenswerte Ausreißer, einzig in Kalenderwoche 22 mussten mehr als 110 Unternehmen Insolvenz anmelden. Karl-Heinz Götze, Leiter Insolvenz bei KSV1870 dazu: „Im Schnitt der vergangenen Jahre werden pro Woche in Österreich rund 100 Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Drei Monate nach dem Shutdown befinden wir uns trotz eines zuletzt leichten Anstieges weiterhin deutlich unter dem Normalniveau – aktuell liegen wir um rund 40 Prozent darunter. Auch, weil etwa mit den Gesundheitskassen und der Finanz die größten Antragssteller des Landes im Moment keine Insolvenzen beantragen, was sich mittel- und langfristig zu einem massiven Problem für die gesamte Wirtschaft entwickeln kann.“

Wöchentliche Updates

Dazu passen auch die Aussagen des Handelsverbandes: Demnach hat eine Umfrage unter seinen Mitgliedern ergeben, dass Umsatz- und Frequenzverluste zwar rückläufig sind, der stationäre Handel im Juni aber trotzdem mit einem Umsatzverlust von rund 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr rechnen muss. 27 Prozent der Händler nehmen daher aktuell die Corona-Kurzarbeit für zumindest einen Teil ihrer Belegschaft in Anspruch, jeder zehnte Betrieb musste bereits Mitarbeiter freistellen. Weitere 14 % haben geplant, in den nächsten zwölf Monaten Stellen zu streichen. Insofern sind die aktuellen Zahlen nur bedingt aussagekräftig, eine tatsächliche Insolvenzwelle könnte erst später folgen. Wir aktualisieren die Zahlen wöchentlich.

+++KSV1870-Chef: „Aktuell haben die Gläubiger Verständnis für eine Insolvenz“+++

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