Inside Freebiebox: Mit Moritz von der Schule ins Startup-Büro

Moritz Lechner ist einer der jüngsten Gründer Österreichs. Wir haben ihn von seiner Schule ins Büro seiner Freebiebox begleitet und Lehrer und Mitschüler gefragt, was sie von seinem Projekt halten.

Gepostet von TrendingTopics.at am Sonntag, 3. März 2019
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Inside Freebiebox: Ein junger Gründer zwischen Schule und Startup-Büro

„Er traut sich einfach, er macht einfach und zieht sein Ding durch“, sagt Alexa, eine der Klassenkolleginnen von Moritz Lechner. „Mich hat die Idee von Anfang an interessiert“, sagt Theresa, „Ich finds cool, dass er das macht.“

Der 15-jährige Wiener Moritz Lechner hat sicher viele Bewunderer in Österreich, aber die größten Fans sitzen wohl mit ihm in der Schulklasse. Lechner ist nicht nur Schüler der Schumpeter Handelsakademie in einer Klasse mit Entrepreneurship-Schwerpunkt, er ist auch der Begründer des Wiener Startups Freebiebox. Anfangs versendete Lechner die Überraschungsboxen, gefüllt mit höherwertigen Werbeartikeln, vom Kinderzimmer aus. Nach der Gründung der Freebiebox GmbH leitet der junge Wiener mittlerweile ein kleines Team in einem Startup-Büro im 5. Wiener Bezirk.

Inspiration für eine neue Gründer-Generation

War Freebiebox anfangs ein kleines Projekt, ist sie mittlerweile zur GmbH gewachsen. 2018 wurde die Firma gegründet, als Investoren sind seither Markus Kainz vom Business-Angel-Netzwerk PrimeCrowd, der Business Angel Peter Kraus (Partner Hill Woltron), Kambis Vajargah Kohansal (Ex-whatchado) und die in der Startup-Szene bekannte Steuerberatungskanzlei Ecovis. Sie halten gemeinsam 14 Prozent der Firma, die restlichen 86 Prozent gehören vorläufig Moritz‘ Mutter Gabriele Lechner. Sobald ihr Sohn 18 wird, gehen diese Anteile auf ihn über.

„Das Wichtigste ist Zeit-Management“, sagt Lechner über sein Leben zwischen Schulbank und Startup-Büro. „Das ist schon eine irrsinnig große Belastung. Auf der einen Seite hat man Schule, wo es auch viel zu tun gibt, auf der anderen Seite das Startup-Leben, wo man am besten 80 Stunden die Woche Startup machen könnte.“ Das mit dem Zeit-Management, das bekommt Lechner offenbar gut hin.

„Bei der Selbstorganisation ist Moritz wirklich gut“, sagt sein Klassenvorstand Markus Schebella. „Wir als Schule ermöglichen ihm Freiräume“, sagt Schebella. „Er muss in Betriebswirtschaft bei mir zum Beispiel keine Hausübungen machen, weil er das einfach schon kann. Sein schulischer Alltag ist aufgrund seiner Strukturiertheit, seiner Zielorientierung kein Problem.“

2019 geht es nach Deutschland

Punkten will Lechner mit hochwertigen Werbeartikeln („das sind nicht einfach nur Kugelschreiber, da sind Gummistiefel, Kopfhörer oder Power-Banks drinnen“) auf der einen, mit Individualisierung auf der anderen Seite. „Wir sind durch diese Individualität einzigartig. Es gibt keine anderen Überraschungsboxen, die auf die Kunden abgestimmt werden“, sagt Lechner. Geplant ist, nach der aktuellen Crowdfunding-Kampagne die Boxen für Bestellungen in Deutschland anzubieten.

Kunden wird versprochen, sich bis zu 70 Prozent der Kosten sparen zu können, wenn sie sich eine Freebiebox bestellen. Dafür muss man akzeptieren, dass die produkte mit den Brands von Unternehmen bedruckt sind – immerhin sind es ja auch diese Firmen, die Lechner und seinem Team die Produkte zur Verfügung stellen.

Beim DACH-Raum soll es aber nicht bleiben. „Mein großer Traum ist, einmal vom Silicon Valley aus zu arbeiten und von dort aus Freebiebox in Amerika bekannt zu machen, wo auch unser größter Konkurrent herkommt.“

Keine Angst vorm Scheitern

Stichwort Konkurrenz: Freebiebox ist natürlich nicht die einzige Firma, die Boxen mit Überraschungsartikeln an seine Kunden versendet. In den USA etwa gibt es Loot Crate, die Abo-Boxen für Gamer und Nerds zusammenstellen, 2017 hat das auf Beauty und Health-Produkte spezialisierte Unternehmen The Hut Group die deutsche GlossyBox (Boxen mit Beauty-Produkten) aufgekauft.

Aber die Konkurrenz bereitet Lechner genauso wenig schlaflose Nächte wie der Umstand, dass er seine Firmenanteile erst in drei Jahren, wenn er 18 ist, bekommen wird. „Angst vorm Scheitern habe ich nicht, sonst könnte man das nicht machen“, sagt Lechner. „Man kann nicht ein Startup gründen und die ganze Zeit im Hinterkopf haben, was wäre, wenn es gar nichts wird. Ich bin ein sehr positiv eingestellter Mensch, ich denke immer: Das wird riesengroß und weltweit erfolgreich. Das ist eine sehr wichtige Eigenschaft, und nur so kann man es auch schaffen.“

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