Start-up-Story

Inselberg: Österreicher gründet in Berlin ein „Uber für Models“ mit, um Transparenz in den Markt zu bringen

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Die Inselberger Falko Kremp, Matias Enghild und Nikolaus Andreewitch. © Kendra Storm Rae
Die Inselberger Falko Kremp, Matias Enghild und Nikolaus Andreewitch. © Kendra Storm Rae

Windige Agenturen, schmierige Booker, schlecht bezahlte Jobs: Der Deutsche Falko Kremp hat als Model die Untiefen des Geschäfts mit schönen Gesichtern und Körpern an der eigenen Haut erfahren. Gemeinsam mit dem Österreicher Nikolaus Andreewitch und dem Berliner Matias Enghild will er das jetzt ändern. Von Berlin aus haben sie die Internet-Plattform Inselberg gestartet, über die Auftraggeber Models buchen können. Ganz nach dem allseits beliebten Uber-Modell will sich das Start-up in der Vermittlerrolle zwischen Auftraggebern (Agenturen, Fotografen, Firmen) und Models etablieren und vorerst den deutschsprachigen Raum beackern. „Die Branche ist eine Blackbox, das wollen wir transparenter machen“, so Andreewitch im Gespräch.

Aktuell sind rund 100 Models, darunter auch Kremp selbst, über Inselberg buchbar. Die Models können sich mit eigenen Profilen, Lebensläufen, Bildern und eingebundenen Instagram-Accounts präsentieren und sind so für potenzielle Auftraggeber einfach auffindbar. Kommt ein Job zustande, bekommt das Start-up eine Provision von rund 15 Prozent des Honorars, das der Auftraggeber an das Model zahlt. Damit will man günstiger sein als viele Agenturen und vor allem jenen, die es noch nicht in die Topmodel-Liga geschafft haben, mehr Sichtbarkeit und Unabhängigkeit verschaffen.

Um auf Inselberg gelistet zu werden, muss das Model zuerst freigeschaltet werden. Eine Bookerin mit langjähriger Erfahrung in der Branche sichtet die eingereichten Profile und kontrolliert die Informationen, bevor sie potenzielle Auftraggeber zu sehen bekommen. Neulingen im Geschäft bietet das Start-up auch an, kostenlos Fotos (so genannte Polaroids) mit professionellen Fotografen zu machen. Das erinnert an Airbnb, wo Vermieter von Wohnungen ebenfalls Fotografen zum attraktiven Ablichten der Räumlichkeiten zur Seite gestellt bekommen. Das derzeit bekannteste Model auf der Plattform ist Ajsa Selimovic von „Germanys Next Topmodel“.

© Inselberg
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Instagram-Reichweiten und Gesichtserkennung

Noch ist Inselberg in technischer Hinsicht kaum spektakulär. Die Integration der Social-Media-Plattform Instagram zeigt aber, in welche Richtung es gehen kann. Laut Kremp würden Auftraggeber so nicht nur sehen, wer ein passendes Gesicht für eine Kampagne oder den Laufsteg hat, sondern auch, welche Reichweiten die Models auf Instagram haben. Gerade junge, attraktive Menschen mit vielen Followern gelten Marken immer mehr als wichtige Influencer, um online Markenbotschaften zu platzieren – bei Inselberg können sie diese einfacher finden.

Die Kunden (bis dato etwa Freywille und Sven Boltenstern) sollen künftig die Profile der Models auf neue Art und Weise durchsuchen können. Gemeinsam mit einem technischen Partner will das Inselberg-Team Gesichtserkennungsmechanismen in die Plattform einbauen. Sucht ein Auftraggeber dann etwa nach einem Gesicht, das Kate Moss ähnlich sieht, könnte man dann passende Models vorschlagen. Auch nach „Moods“ soll dann gestöbert werden können – also etwa, wenn man einen rockigen, eleganten oder kuscheligen Typen sucht.

In einer ersten Angel-Runde hat Inselberg für den Start eine kleine Angel-Runde aufgestellt, an der sich auch österreichische Business Angels, die nicht genannt werden wollen, beteiligt haben. Am Pioneers Festival in Wien wird das Start-up ebenfalls vertreten sein, und Wiener Agenturen sollen an der neuen Plattform schon Gefallen gefunden haben.

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