Großunternehmen

Innovation to Company: Fast eine Million Euro bei neuer Start-up-Challenge der Wirtschaftskammer zu holen

Start-uppen bedeutet viel Computerarbeit, eh klar. © Fotolia/Rawpixel.com
Start-uppen bedeutet viel Computerarbeit, eh klar. © Fotolia/Rawpixel.com

„In Österreich gibt es noch zu wenige Unternehmen, die digitale Geschäftsmodelle konsequent nach einem strukturierten Plan aufbauen.“ So lautet das Fazit einer aktuellen Accenture-Studie, die den Wachstumskurs der Top-100-Unternehmen des Landes analysiert hat. Schwächelnde Umsätze, stagnierende Produktivität, steigende Arbeitslosigkeit und dann auch noch fehlende Digitalstrategien in vielen Sektoren: „Nur wenn wir ­digitale Technologien strategisch nutzen, kann Österreich als Wirtschafts- und Innovationsstandort konkurrenzfähig bleiben“, so Michael Zettel, der neue Country Managing Director von Accenture Österreich.

Womit man schon beim Thema Start-ups ist – sie gelten immer mehr Unternehmen als Vehikel, um Innovation ins Großunternehmen zu bekommen. Deswegen startet die WKO Wien heute, Freitag, mit einem großen Programm, um Firmen und Gründer systematisch zusammenzubringen. „Innovation to Company“ ist ein groß angelegter Wettbwerb, bei dem die sieben Unternehmen – A1, ­AccorHotels, Microsoft Österreich, New Frontier Group, die RZB Group, die Österreichische Post und der Verbund – Mittel im Wert von knapp einer Million Euro bereitstellen, die an die besten Start-ups fließen sollen. Sie versprechen sich davon, mit den Services und Produkten der Jungfirmen gemeinsam am Markt auftreten zu können beziehungsweise in diese zu investieren.

Zuckerl für Gründer

Das Ziel der Initiative laut WKO-Wien-Präsident Walter Ruck sei die „aktive Stärkung des Standorts“ und die Ermöglichung „möglichst vieler Win-win-Situationen“. Wie eine solche aussehen könnte, zeigt etwa das Beispiel A1: Der Mobilfunker sucht dezidiert Start-ups, die Lösungen im Bereich Smart City und mobilen Datendiensten. Die Jungfirmen, die sich bis Oktober in einer Pitch-Phase durchsetzen, können für drei Jahre in den A1 Startup Campus einziehen und bekommen neben einer Siegerprämie von 5.000 Euro Zugang zu Infrastruktur und Business-Produkten von A1 im Gegenwert von 150.000 Euro. Der Mobilfunker stellt ihnen nicht nur in Aussicht, später zu investieren, sondern auch, die Lösungen über das Vertriebsnetz mitverkaufen zu können.

Ähnlich läuft es bei den anderen Corporates: Die Post sucht Software im Bereich der Zustellung von Paketen beim Endkunden, Microsoft ist an Cloud-Lösungen interessiert, die zu seinen Azure-Serverdiensten passen, der Verbund will Start-ups finden, die Datenanalysen zum Stromverbrauch machen. Die französische Hotelkette Accor wiederum sucht technische Lösungen, um die Customer Journey (vom Buchen eines Zimmers bis zu Auschecken aus einem Hotel) für den Gast besser zu machen.

Industrie und Landwirtschaft

Neuer Tatendrang in Sachen Start-ups ist auch im Raiffeisen-Universum zu bemerken. Während die RZB Group im Rahmen der „Innovation to Company“-Kampagne nach FinTech-Lösungen sucht, hat der Lagerhauskonzern Raiffeisen Ware Austria (RWA) kürzlich das Agro Innovation Lab ins Leben gerufen. In einer ersten Runde will man dort drei bis fünf Start-ups, die digitale Produkte im Landwirtschaftsbereich entwickeln, Sachleistungen im Wert von 35.000 Euro bieten (unter anderem Büro, Mentoring, Coaching). Im Gegenzug bekommt die RWA einen 3,5-prozentigen Anteil an dem Jungunternehmen – es sei denn, die Gründer wollen das Geld lieber zurückzahlen.

Ein weiterer neuer Spieler in der Start-up-Welt ist schließlich die B&C Privatstiftung, die im Jahr 2000 von der Bank Austria und der Creditanstalt errichtet wurde. Über ihre neue Tochter B&C Innovations Investments will sie pro Jahr fünf Start-up-Beteiligungen machen und vor allem die Brücke zur produzierenden Industrie schlagen (TrendingTopics.at berichtete). Das erste Investment ist bereits erfolgt: Die auf Flugdaten spezialisierte Firma Flightkeys aus Wien hat bereits eine Millionensumme bekommen.

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