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Pitch-Event

Idea Meets Money: Diese Startups haben in St. Pölten gewonnen

Die öKlo-Toiletten im Einsatz. © öKlo.at
Die öKlo-Toiletten im Einsatz. © öKlo.at

„Pro Jahr entstehen 5.700 neue Unternehmen in Niederösterreich und 47,8 Prozent davon werden von Frauen gegründet“, sagt WKNÖ Vizepräsident Christian Moser. Im Auditorium der New Design University in St. Pölten fand zum 6. Mal „Idea Meets Money“ statt. Eine Veranstaltung der i2b Businessplan-Initiative der Erste Bank und Sparkassen sowie der Wirtschaftskammern Österreich. Bei Idea Meets Money stellen interessierte Investoren aus dem Publikum die Fragen und können über ein SMS-System angeben, ob sie in das Startup auch in Realität investieren würden oder nicht. 

Auch die WKNÖ, SPK NÖ, tecnet equity, accent und cpi sowie riz-up unterstützen die Initiative in St. Pölten. In diesem Jahr wurden vor den Pitches die besten niederösterreichischen Businesspläne 2017 prämiert. 

  • 1. Platz (1.000 Euro) – öKlo, das mobile Kompost-Toilettensystem
  • 2. Platz (750 Euro) – AT Space GmbH, Komponenten für Satelliten
  • 3. Platz (500 Euro) – Terram Equitechnology, innovatives Stallbodensystem
Preisverleihung beim "Idea meets money" in St. Pölten. © i2b.at
Preisverleihung beim „Idea meets money“ in St. Pölten. © i2b.at

BlueBird

Im Anschluss an die Preisverleihung begannen die Pitches. Den Startpunkt setzte Roman Neubauer von BlueBird. Das Startup hat eine Industrielösung für den Außenhandel entworfen, die Probleme wie Zollabwicklungen, Verhandlungen und Vertrieb einfach und günstig ohne Kommunikationswirrwarr darstellen kann. BlueBird hat den Prototyp des „ICAS“-Systems entwickelt. Es erkennt Produkte und ordnet die passende Zolltarifierungsnummer sämtlicher Systeme zu, um ein Beispiel zu nennen. Auch die Auftragsabwicklung soll völlig automatisiert ablaufen.

Bottle Guard® 150

Schäumende Produkte sind schwierig in Flaschen zu füllen. Flaschenfüller für Bier, Sekt, Cider sind normalerweise nur in  Industriegröße zu erhalten. Der BottleGuard ist für kleine Brauereien und Gasthäuser gedacht. Ein Gerät kostet 4.200 Euro und wurde bereits in Serienreife gebracht. Aktuell bauen Harald Bayer und sein Team ein internationales Vertriebsnetz auf und konzentrieren sich auf die Marktzulassung in den USA. Alle bisherigen Aufwände wurden eigenfinanziert. Jetzt sind für den Aufbau der Marke 100.000 Euro nötig. BotteGuard hat im ersten Jahr 60.000 Euro Umsatz gemacht. 

der.kurtl

Kurt Krameß hat einen modularen Popup-Container entwickelt, der tageweise gemietet werden kann. Die farblosen Verkaufsflächen punkten mit Strom, Beleuchtung, Musikanlage, Kanal- und Wasseranschluss. „der.kurtl“ kann einfach transportiert und eigenständig aufgebaut werden. Zudem kann er innen und außen sehr praktikabel gebrandet werden. Laut Gründer Krameß haben sich die Anschaffungskosten eines Containers bereits nach 17 Vermietungen amortisiert. Eine Serienfertigung ist für 2019 geplant. Wochenweise kostet der Einsatz 3.000 netto für drei Tage. 

HypestHive

Das Startup HypestHive rund um CEOMo Ghanim managt Influencer Marketing im Gaming für Firmen, die Meinungsmacher mit hohen Followerzahlen in ihre Markenkommunikation einbauen wollen. Die Herausforderungen sind dabei vor allem die Kommunikation, die Vertragsabwicklung und die Rechnungsstellung, erklärt Geheim. HypestHive wickelt alle diese Dinge automatisch ab und verdient damit über eine 10-Prozent-Provision von beiden Seiten. Das Startup zielt vor allem auf Influencer von 250.000 Followern bis 1 Mio. Follower ab, die kein eigenes Management beschäftigen. 

impactory

Spenden sind für gemeinnützige Organisationen lebensnotwendig, der Prozess ist aber für NPOs und Spender nach wie vor mühsam und analog, findet Elke Pichler. Sie hat deshalb gemeinsam mit Emanuel Riccabona das Startup impactory gegründet. Die Plattform funktioniert wie ein Online-Marktplatz, auf dem Organisationen ihre Spendenzwecke einstellen können und potenzielle Spender zu ihnen passende Themen finden können. Die Idee dahinter: Spender oder Unternehmen können eigene Kampagnen organisieren und zu Anlässen wie Geburtstag oder Firmenfeier Spendengelder einsammeln. Als Motivation werden Nutzer der Plattform mit Punkten belohnt, die als „persönlicher sozialer Fußabdruck“ betrachtet werden können. Zum Start im November sind auf der Plattform 30 Organisationen vertreten wie Caritas, Care oder Freiwillige Feuerwehren. Das Geschäftsmodell beruht auf einer 5-prozentigen Service-Fee.

MyHeart

Ein Unternehmensberater und freiwilliger Sanitäter, ein Kardiologe und ein Developer haben gemeinsam ein smartes Alarmsystem für Herz-Kreislauf-Notfälle entwickelt. „1,7 Millionen Menschen sind in Österreich von solchen Notfällen betroffen“, sagt CEO Jürgen Wappel, der MyHeart gemeinsam mit Julian Keznickl (CMO) und Martin Kowalski (CTO) gegründet hat. Ihr „Smart Device“ kann selbst einen Notruf auslösen, wenn überwachte Vitalparameter wie Blutdruck oder Puls außerhalb normaler Muster liegen. Das Gerät muss von Ärzten eingerichtet werden. MyHeart hat gerade eine erste Förderung bekommen und plant nun eine präklinische Studie und die Erstellung eines Minimal Viable Products.

lympik

Die Zeitmessung für Sportwettbewerbe basiert heute in der Regel auf einer Funkinfrastruktur – diese Systeme sind fehleranfällig, finden die Geschwister Thomas, Jaroslaw und Ines Peroutka und haben mit lympik eine Alternative entwickelt. Lympik bietet eine individuelle Auswertung von Beschleunigung, Geschwindigkeit und Bewegungsanalysen in Echtzeit. So können Resultate live verfolgt werden, ohne vor Ort zu sein. Auch für Trainer im Profi-Bereich habe das System Vorteile: Sie können sich auf den Athleten fokussieren und müssen sich nicht mit der Zeitnehmung beschäftigen. Während die Konkurrenz für die Installation von Sport-Tracking-Systemen sehr hohe Summen verlangen würde, setzt lympik auf ein günstiges Abo-Modell für die Hardware und auf eine monatliche Gebühr für den Athleten. 

Varroa

Niemand kann ausrechnen, was passiert wenn die Bienen nicht mehr da sind und was eine starke Dezimierung der Population für die Landwirtschaft bedeuten würde. Eine der größten Bedrohungen für Bienen ist die Varroamilbe. Ohne Behandlung stirbt ein Volk schnell, sagt Andrea Kirchmayer, die gemeinsam mit David Lechner Varroa gegründet hat. Mittels Augmented Reality kann mit dem Smartphone direkt am Bienenstock einfach der Milbenbefall bestimmt werden, um daraus die Behandlungsintensität zu berechnen. Die Zielgruppe: Erwerbsimker in der EU.  

Vinotaria

Qualitativ hochwertige Weine in winzigen Flaschen – das Trio Melanie Scholz-Simmel, Katja Diewald und Julia Aigelsreiter hat eine Marktlücke ausgemacht: „Es gibt viele Momente, wo man keine ganze Weinflasche öffnen möchte, sondern zwei Gläser Wein genau passend sind“, finden die Gründerinnen und füllen deshalb ausgewählte Rebsorten von österreichischen Weinbaugebieten in 0,25-Liter-Fläschchen ab. 19 verschiedene Weine werden in eine Box à 5 Flaschen gepackt und mit informativen Kärtchen versehen – fertig für die private Weinverkostung daheim. Kostenpunkt: rund 30 Euro. Im September wurden bereits 120 Vinotaria-Boxen verkauft. 

warrify

Nie mehr lästige Rechnungen suchen oder ein Gerät einen Tag nach Ablauf der Garantie zum Service bringen. Das haben sich die Gründer des Startups warrify zum Ziel gemacht. In einer App können User ihre Rechnungen sammeln, werden fortlaufend über Garantieansprüche informiert und können per Klick mit dem Händler in Kontakt treten. Zusätzlich soll man den Wert seiner Produkte abrufen können und sie ebenfalls per Klick verkaufen können.

 

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit der Erste Group AG. 

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