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Gastbeitrag

Ich baue mir in der Krise einen Online-Shop, Teil 2: Strategie

© Photo by Igor Miske on Unsplash
© Photo by Igor Miske on Unsplash

Die Krise hat uns alle, egal ob EPU, KMU oder Konzerne, komplett kalt erwischt. Niemand war wirklich darauf vorbereitet. Nun ist es an der Zeit, dass wir das Beste aus der aktuellen Situation machen. Viele Betreiber von Geschäften haben sich nun dazu entschlossen, einen Online-Shop aufzubauen. Im ersten Artikel haben wir bereits erläutert, welche Prozesse man dabei beachten muss.

Du hast dich dazu entschiedenen, deinen Onlineshop aufzubauen und bist mitten in den Vorbereitungen? Gratulation, dann kommen auf jeden Fall spannende Zeiten auf dich zu. Um nun während des Aufbaus die Zeit auch zu nutzen, ist es sinnvoll, dass du dir einige strategische Gedanken zu deinem neuen Shop machst. Die wären etwa:

  • Was ist das Ziel des Shops?
  • Regional, national oder international?
  • Teil- oder Vollsortiment?

Das sind sicherlich die wichtigsten drei Punkte die man sich als Unternehmer ansehen sollte, im Detail kommen dann natürlich noch immer weitere Themen hinzu. Lass uns doch diese Punkte im Detail besprechen.


Dieser Gastbeitrag wurde von Stephan Grad, Chief E-Commerce Manager bei A-COMMERCE, verfasst. Er zählt zu den renommiertesten E-Commerce-Experten Österreichs.

Wenn du nach der Lektüre dieser Artikel Fragen hast, hör dir den Amazing E-Commerce Podcast an oder melde dich gerne jederzeit unter stephan@a-commerce.at.


Was ist das Ziel des Shops?

Diese Frage klingt zu Beginn trivial, natürlich willst du deine Produkte darüber verkaufen. Das ist klar. Es gibt jedoch mehrere Beweggründe, um online zu verkaufen. Einige Händler wollen das bestehende Lager verkaufen und somit zumindest eine Grund Liquidität schaffen. Andere wiederum wollen verkaufen, aber damit auch noch Geld verdienen.

Das ist nämlich der große Unterschied – je nachdem, ob es rein um den Abverkauf oder auch um einen positiven Deckungsbeitrag geht, muss die Preisgestaltung im Shop passieren und je nach Positionierung kannst du unterschiedliche Tools oder Werbemöglichkeiten einsetzen.

Dafür ist es wichtig, dass du eine Vollkostenrechnung für dich aufstellst. Bitte vergiss dabei nicht, deine eigene Arbeitszeit mit ein zu kalkulieren. Mit dieser Kalkulation hast du nun eine exakte Übersicht über deine Marge.

Wenn du nun den Betrieb des Onlineshops und den dabei anfallenden Kosten (Transaktionskosten im Shop, Payment, Logistik etc) inkludierst, bekommst du schon einen guten ersten Indikator in welche Richtung du dich in deinem Shop bewegen kannst. Und natürlich, welche Budgets du für das Onlinemarketing ausgeben kannst.

Teil- oder Vollsortiment

Sobald du das Ziel deines Shops und deine Vollkostenrechnung abgeschlossen hast, kommt gleich die nächste Frage auf dich zu: Mit welchen Produkten soll ich in meinem neuen Onlineshop starten?

Hier gilt eine Grundregel: Klein und Leicht vor Groß und Schwer. Denn je kleiner und leichter deine Produkte sind, umso weniger Probleme wirst du bei der Versendung erleben.  Natürlich musst du auch hier ganz klar deine Deckungsbeträge im Auge behalten. 

Warum macht es Sinn, mit einem geringen Sortiment zu starten: Ganz einfach, es ist weniger Arbeit Produkttexte, Bilder etc anzulegen. Ausserdem kannst du so dein Marketingbudget auf diese Produkte fokussieren. Denn gerade jetzt, wenn viele Onlinehändler starten, werden die Kosten für Online Werbung auf Facebook, Instagram oder Google in die Höhe schießen.

Regional, national oder international

Im ersten Schritt ist es wichtig, dass deine direkte Nachbarschaft erfährt, dass du einen Onlineshop für deine Produkte gestartet hast. Sag es all deinen Freunden, Familie und Geschäftspartnern. 

So hast du zumindest die erste Aufmerksamkeit und auch die ersten Bestellungen. Nun gilt es festzulegen, ob du nur in deinem regionalen Umfeld verkaufen willst (dann kannst du zumeist auf Vor-Ort Abholung setzen) oder auch nationale / internationale Kunden ansprechen möchtest.

Sollte du dich für Zweiteres entscheiden, musst du dir überlegen, wie du deine Produkte verpacken kannst und wie zu den Versand organisieren möchtest. Denn wegen jedem einzelnen Paket zur Postfiliale fahren, ist wahrscheinlich nicht besonders effizient.

Wenn du nur wenige Pakete in der Woche verschickst, kannst du auf die Pakete aus der Postfiliale zurückgreifen. Sobald jedoch das Volumen steigt, musst du dir Anbieter für Versandverpackung als auch für Füllmaterial suchen. Hier gibt es gerade in Österreich einige nationale Anbieter.

Im nächsten Artikel gebe ich dir eine Übersicht, welche Tools und Dienstleistungen dich als Onlinehändler beim erfolgreichen Betrieb deines Shops unterstützen und dein Leben erleichtern.

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