Transport

Hyperloop: Bis eine Highspeed-Röhre Wien, Bratislava und Budapest verbindet, werden viele Jahre vergehen

Ab durch die Röhre. © Hyperloop Transportation Technologies
Ab durch die Röhre. © Hyperloop Transportation Technologies

Ein Bericht der Kurier-Tochter www.futurezone.at sorgt aktuell für Aufregung. Ihm zufolge plant die slowakische Regierung, gemeinsam mit dem Start-up Hyperloop Transportation Technologies (kurz HTT, nicht zu verwechseln mit Hyperloop Technologies, kurz HTI) die Strecke Wien – Bratislava – Budapest mit der Highspeed-Röhre zum Transport von Personen zu verbinden. Von Wien nach Bratislava soll die Reise, die Menschen in einer Kapsel bestreiten, 8 Minuten dauern, weitere zehn Minuten bräuchte es bei einer Geschwindigkeit von 1200 km/h nach Budapest. Auch innerhalb der Slowakei soll die Hyperloop-Technologie, die Tesla-Chef Elon Musk (neben vielen anderen Projekten) vorantreibt, eingesetzt werden.

Hyperloop, das sich in den USA noch im Teststadium befindet, soll folgendermaßen funktionieren: Eine Passagierkapsel wird durch eine Röhre geschossen und gleitet darin auf einem Luftpolster dahin, ohne die Wände der Röhre zu berühren. So sollen hohe Geschwindigkeiten ohne großen Energieaufwand erzielt werden können.

„Ich kann mir gut vorstellen, dass sich Österreich an so einem zukunftsweisendem Projekt beteiligt“, so Staatssekretär Harald Mahrer (VP), der sich das Thema Innovation auf die Fahnen geschrieben hat und sich in dem Thema kommende Woche mit slowakischen Regierungsvertretern im Rahmen einer Konferenz in Bratislava zu dem Thema beraten will. „Kurze Wege lassen Wirtschaftsräume bekanntlich wachsen. Wenn die Strecken innerhalb Europas noch schneller werden, revolutioniert das die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und wäre ein unheimlicher Turbo für den Wirtschaftsstandort“, so Mahrer. Das Dreieck Das „Wien-Bratislava-Prag“ hätte darüber hinaus das Potenzial, zu einem Ideen-Hotspot in Europa zu werden, da passe Hyperloop gut hinein.

Viele große Fragezeichen

Was sich futuristisch anhört, ist auch weiterhin Zukunftsmusik. Denn zuerst einmal muss die slowakische Regierung prüfen lassen, ob ein solches Projekt überhaupt machbar ist. Bis Jahresende, so der futurezone.at-Bericht, will die slowakische Regierung entscheiden, ob sie selbst in das Projekt investiert. Wie und ob sich Österreich beteiligt, ist nach wie vor offen. Wie sinnvoll die schnelle Reise zwischen Wien und Bratislava ist, ist auch fraglich, die slowakische Hauptstadt ist von Wien aus in etwa einer halben bis dreiviertel Stunde erreichbar.

Noch nur ein Mock-up. © Hyperloop Technologies
Noch nur ein Mock-up. © Hyperloop Technologies

Sehr weit fortgeschritten ist HTT mit seinem Projekt noch nicht. Das Start-up hat erst im Jänner 2016 die nötigen Papiere unterzeichnet, um in Kings County, Kalifornien, eine Teststrecke für eine Hyperloop-Röhre zu errichten. Sehr viel mehr als diese Information, einige am Computer entworfene Bilder sowie den Aufruf an Ingenieure, Designer, Architekten und nicht zuletzt Investoren, an dem Projekt mitzuarbeiten, gibt es bis dato nicht. 2018, so der offizielle Plan, soll der Betrieb in Kalifornien aufgenommen werden. Am Pioneers-Festival sagte HTT-Chef Dirk Ahlborn, dass Tickets etwa das Doppelte einer vergleichbaren Flugreise kosten würden. Aber: Man überlege Konzepte, Tickets außerhalb der Stoßzeiten auch gratis herzugeben.

Die zweite Firma, die auf Basis des Konzepts von Elon Musk eine Hyperloop-Strecke bauen will, ist die erwähnte Hyperloop Technologies (HTI). Sie hat Ende Dezember 2015 angekündigt, eine Teststrecke im Apex Industrial Park nahe Las Vegas, Nevada, aufbauen zu wollen. Erste öffentliche Tests sollen 2018 stattfinden. Bis man von Wien nach Bratislava in einer Röhre düsen kann, wird es also noch viele Jahre dauern.

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