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Bitcoin kaufen? Die grundlegenden Regeln für Trading-Noobs bei Crypto

Krypto-Trading bei eToro. © eToro
Krypto-Trading bei eToro. © eToro

Von 10.000 US-Dollar auf 50.000 US-Dollar in wenigen Wochen – wer zum richtigen Zeitpunkt ins Bitcoin-Trading eingestiegen ist, konnte in den letzten Monaten recht einfach hohe Renditen erzielen. Der Haken an der Sache: So schnell, wie der Kurs steigt, kann er auch wieder fallen – ChiliZ und Co lassen grüßen. Der Markt ist also volatil – und umso wichtiger ist es, ein paar “Regeln” beim Crypto-Trading zu beachten.

Unberechenbare Krypto-Kurse

Wir haben Tipps gesammelt, die den Einstieg ins Trading erleichtern sollen und das Risiko minimieren. Dennoch gilt: Auch der vorsichtigste Trader kann Pech haben, zu einem gewissen Grad (und der ist höher, als viele glauben) sind die Kurse einfach nicht vorherzusagen. Wer sich an Gamestop zurückerinnert, weiß außerdem, welche Macht die Community aufbringen kann – was den Markt zusätzlich unberechenbar macht. Ganze Telegram-Gruppen sind ausschließlich damit beschäftigt, den nächsten “Pump” zu diskutieren – also sich auf eine digitale Währung zu einigen, deren Kurs durch abgesprochene Käufe in die Höhe getrieben wird. Insofern gilt: Sicherheiten gibt es in diesem Spiel keine. Umso wichtiger, einige Regeln zu beachten.

Do Your Own Research

Anders als ETFs und Fonds sind Kryptowährungen kaum einzuschätzen, weder kurz- noch langfristig. Als klassisches Spekulationsobjekt eignen sie sich aber auch nicht unbedingt, schließlich handelt es sich dabei vorrangig um ein Zahlungsmittel (auch wenn die meisten Kryptos dafür noch nicht verwendet werden). Unabhängig davon gilt als oberste Regel: Wer investiert, sollte wissen, wohin das Geld fließt. Das bedeutet auch, dass eine Auseinandersetzung mit der Thematik nicht nur empfehlenswert, sondern eigentlich unabdingbar ist. Die fehlende Regulierung – anders als bei Fiatgeld – sorgt dafür, dass der Markt teilweise extrem feinfühlig agiert – ein einzelner Tweet kann, überspitzt formuliert, über Millionen entscheiden. Die einzige Möglichkeit, rechtzeitig zu reagieren – oder zumindest zu wissen, welche Währungen wie volatil sind: Eine gründliche Recherche und die ständige Beschäftigung mit dem Thema.

Don’t fall for FOMO

„Fear of missing out“: Steigen die Kurse, kommt der ganze Markt oft recht schnell in Bewegung. Das hat psychologische Gründe: Die Angst, einen satten Gewinn verpassen zu können, geht dann um – und treibt neue Investoren in die Fangarme von Kraken, Coinbase, Bitpanda und Co. Klar, die Annahme macht Sinn: Wenn ich schnell investiere, könnte ich ja auch schnell aus wenig Geld ein wenig mehr machen. Diesen Gedankengang haben aber erstens immer viele und das unweigerliche Ende des Bullruns ist meistens näher, als man denkt – siehe das Bitcoin-Wellental der letzten Wochen. Es gilt also: Don’t fall for FOMO. Kurse, die steigen, fallen meist auch wieder.

Nur ausgeben, was man wieder verlieren kann

Eine Regel, die eigentlich für alle Bereiche des Lebens gelten sollte: Ausgegeben werden kann nur, was auch reinkommt – beziehungsweise, was auch tatsächlich verloren werden kann. Es ist nicht empfehlenswert, Summen zu investieren, die später in anderen Bereichen fehlen. Wer investiert, sollte sich eine Obergrenze festlegen und diese auch einhalten. Besser ist es, kleine Summen regelmäßig zu investieren. Viele Broker bieten bereits Funktionen für den automatisierten monatlichen Einkauf, ähnlich wie beim Fondssparen. Das Geld, dass normalerweise – also außerhalb der Pandemie – in der Bar bleibt, lässt sich so monatlich anlegen. Das zwar auch mit hohem Risiko, der Verlust bleibt im Falle eines Kursfalles aber überschaubar.

Am Ende ist Bitcoin eine Glaubensfrage

HODL

HODL sollte eigentlich “HOLD” heißen, was einfacher zu verstehen wäre. Der User “Gamerkyuubi” “erfand” den Begriff unabsichtlich in einem Bitcoin-Forum, im Prinzip handelt es sich um einen Tippfehler. Er wollte “I am holding” schreiben, daraus wurde “hodling” – und ein neuer Trendbegriff war geboren. 2013 war das, beim ersten größeren Einbruch von Bitcoin. Gemeint ist damit einfach, langfristig zu investieren. Ein Beispiel: Anfang 2019 kostete ein Bitcoin etwa 3.400 Euro, ein Jahr davor lag der Wert bei rund 14.000 Euro. Wer also 2018 kaufte, machte zu diesem Zeitpunkt ordentlich Verlust – und weil der Kurs in den Wochen und Monaten davor fiel, verkauften auch viele. Nur: Im Juli 2019 lag der Kurs schon wieder bei etwa 11.000 Euro – und schoss dann ab Oktober 2020 massiv in die Höhe. Soll heißen: Wer hodlt, kauft sich eine Krypto-Währung mit Potenzial (womit wir wieder bei der Recherche wären) und setzt darauf, dass der Kurs langfristig ordentlich steigt. Garantien gibt es aber natürlich auch hier keine – und langfristige Investments unterliegen ebenfalls Risiken, wenn auch anderen. Wer erinnert sich noch an den Pechvogel, der 7.500 Bitcoins auf einer Festplatte hatte und diese verlor?

Daytrading ist für Profis

Das Gegenteil von HODL. Wer tagtäglich tradet, muss das fast als Beruf ansehen – und ähnlich viel Zeit investieren. Gute Daytrader beschäftigen sich rund um die Uhr mit dem Markt und hoffen letztlich darauf, gute Kursbewegungen zu erwischen. Das lässt sich über einschlägige Foren und Messenger-Gruppen vielleicht zu einem gewissen Grad voraussehen, fix ist bei Kryptowährungen aber nix. Tägliches Trading ist für Fortgeschrittene und Profis – wie übrigens auch auf dem Aktienmarkt. Das Ganze ist sicherlich spannend, sollte aber nur mit ausreichend Erfahrung in Angriff genommen werden – und mit Kapital, das theoretisch auch verloren werden kann.

Gebühren vergleichen

Egal ob Bitpanda, Coinbase, Kraken oder Binance: Wer Kryptowährungen kaufen und verkaufen will, muss sich für einen oder mehrere Broker oder Exchange-Plattformen entscheiden. Die größten Unterschiede liegen in den Gebühren für Fiat-Überweisungen, von vergleichsweise teuren 1,5 Prozent bei Bitpanda und Coinbase bis hin zu 0 Prozent (SEPA) bei Kraken. Nicht alle Trading-Plattformen führen darüber hinaus die gleichen Coins – auch hier lohnt sich ein Vorab-Vergleich also. Wir haben hier alle wichtigen Handelsplattformen miteinander verglichen.

Store your Crypto

Oder: Sicherheit geht vor. Gekaufte Coins lassen sich in “Hot Wallets” (mit Internetverbindung) oder “Cold Wallets” bzw. “Hardware-Wallets” (physische Speicher ohne Netzwerkzugriff) ablegen. Gerade, wer langfristig plant, kann den zweiten Schritt andenken – aber Achtung: Physische Speichermedien gehen auch gerne verloren. In allen Fällen gilt: Wallets, Broker- und Exchange-Apps sollten entsprechend abgesichert sein. Heißt: Wo möglich auf die Zwei-Faktor-Authentifizierung setzen, keine Passwörter notieren, sichere Zugangscodes verwenden.

Es ist nie die perfekte Zeit

1.000 Euro in Cardano – und am nächsten Tag sind noch 800 Euro im Wallet? Das ist verständlicherweise ärgerlich, macht aber oft weniger, als gedacht. Es gibt nicht “den” perfekten Zeitpunkt, um zu investieren. Menschen, die Bitcoins um 1.000 Euro gekauft haben, ärgern sich, dass es nicht 200 Euro waren – und die, die um 20.000 Euro gekauft haben, hätten lieber nur 1.000 Euro gezahlt. Langfristig haben bei diesem Beispiel aber beide Fälle gewonnen. Auch, wer einen Kurssprung übersieht, muss sich nicht grämen: Was steigt, fällt meist auch wieder – gerade auf dem Krypto-Markt.

Klein anfangen

Der Einstieg in den Kryptomarkt ist oft schwer und Neulinge machen häufig Fehler. Um nicht überwältigt zu werden, sollten Anfänger mit kleinen Trades beginnen. Erst wenn sie ein besseres Verständnis für den Coin-Handel haben, sollten sie riskantere Investments wagen. Übung macht den Meister! Wichtig auch: Eine Handelsplattform, die Anfänger unterstützt und nicht überfordert. Das bedeutet in manchen Fällen vielleicht mehr Gebühren; es bringt aber auch nichts, mit Werkzeugen zu hantieren, die man nicht versteht.

Immer diversifizieren

Genau wie auf dem Aktienmarkt ist Diversifizierung auch bei Kryptowährungsportfolios der Schlüssel zum Erfolg. Trader, die ihre Hausaufgaben gemacht haben, sollten in unterschiedliche Coins investieren, was deutlich sicherer sein kann, als alles auf eine Karte zu setzen. Allerdings: Viele digitale Währungen bewegen sich in ähnlichen Wellen, es bietet sich also eher an, einen Teil des Gewinns in noch unbekanntere Coins zu verfrachten – und dann zu hoffen, den neuen Bitcoin im Portfolio zu haben. Noch wichtiger: Mit Krypto-Investments alleine ist das Risiko sehr hoch. Wer Geld anlegen will, sollte auch an sicherere Backups wie Fonds oder Gold denken.

Profitziele und Stop Losses setzen

Weil der Kryptomarkt sehr unberechenbar sein kann, sollten Trader bestimmte Sicherheitsvorkehrungen setzen, um allzu hohe Verluste zu vermeiden und nicht zu viel Kapital zu riskieren. Vor allem müssen sie wissen, wann es Zeit ist, aus einem Handel auszusteigen. Wichtig sind spezifische Profitziele. Dabei legen Trader einen bestimmten Wert fest, bei dem sie ihre Coins verkaufen, auch wenn noch Luft nach oben besteht. Viele Anleger neigen dazu, gierig zu werden und mit dem Verkauf der Assets zu lange zu warten. Das kann sich bei einem Preisabsturz rächen, weswegen Profitziele eine effektive Vorsichtsmaßnahme sind. Vor Verlusten schützen dagegen Stop Losses. Dabei handelt es sich um eine Preis-Untergrenze, bei der Assets automatisch verkauft werden. So können Trader ihre Coins schnell loswerden, wenn sie wieder auf den Wert zurückfallen, zu dem sie sie ursprünglich gekauft haben. Dadurch vermeiden sie hohe Verluste und behalten zumindest ihr Investment.

Nicht auf andere hören

Bei einer konkreten Entscheidung wie einem tatsächlichen Kauf oder Verkauf müssen Trader selbstsicher agieren. In anderen Phasen des Krypto-Handels sind Ratschläge durchaus nützlich, doch am Ende müssen sich Investoren auf ihr eigenes Gespür verlassen. In letzter Sekunde Ratschläge von anderen Tradern zu beziehen, verunsichert und verwirrt nur. Solche Last-Minute-Tipps führen meistens zu schlechten Entscheidungen. Dazu gehören übrigens auch die ganzen kurzfristigen Investment-Tipps von mehr oder vorrangig weniger seriösen Seiten, Twitter-Accounts und vermeintlichen Facebook-Finanzprofis.

Eigener E-Mail-Account für Trading

Die reguläre E-Mail-Adresse für das Krypto-Trading verwenden ist riskant. Trader sind dadurch Hackern gegenüber verwundbar. Deswegen sollten Anleger einen eigenen Account nur für den Krypto-Handel erstellen. Idealerweise sollte das Konto über eine Zwei-Faktor-Authentifizierung gesichert sein, um optimalen Schutz gegen Cybergangster zu bieten.

Rechtliche Hinweise:

Das in diesem Beitrag enthaltene Material dient ausschließlich Informationszwecken. Wir empfehlen keine Maßnahmen auf der Grundlage dieser Informationen. Das Material ist weder als Angebot oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers oder einer Kryptowährung, noch als Anlageberatung auszulegen. Darüber hinaus stellen diese Informationen keine Zusicherung dar, dass die hier beschriebenen Anlagen für eine Person geeignet oder sinnvoll sind. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für künftige Kursentwicklungen.

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