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Hire & Fire: Wie Startup-Gründer ihre Teams aufbauen

© ®Husar
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Irgendwann wird bei jedem Startup das Gründerteam zu klein. Die ersten Mitarbeiter auszusuchen, ist ein ganz besonderer Moment und in der Regel sorgfältig durchdacht: „Die ersten Team-Mitglieder haben noch das direkte Gefühl, mit den Gründern gemeinsam etwas aufzubauen und sind mit einer entsprechenden Leidenschaft bei der Sache“, sagt Maria Baumgartner, die als Chefin von Speedinvest Heroes Startups aus dem Investment-Portfolio von Speedinvest beim Recruiting hilft.

Was Startup-Mitarbeiter können müssen? „Wir suchen Leute, die bereit sind, sich vielen Herausforderungen zu stellen, vom Null beginnen und sich trauen zu sagen, ich mache was daraus“, sagt Anna Iarotska, die gemeinsam mit Yuri Levin Robo Wunderkind gegründet hat. Das Startup entwickelt Roboter-Bausätze, mit denen Kinder Programmieren lernen sollen. „Durchhaltevermögen und eine natürliche Neugier“, sind der Gründerin besonders wichtig. Für Bernhard Baumann ist der „Teamfit“ bei der Suche neuer Mitarbeiter besonders wichtig. Baumann ist seit vergangenen Jahr CEO der Wiener Second-Hand-Plattform Shpock. „Kandidaten müssen lernwillig und motiviert sein, etwas im Team bewegen wollen und jeden Tag selbst einen Teil zum Erfolg des Ganzen beitragen“.

„Hire for attitude, train for skills“?

„Hire for attitude, train for skills“, sagt man in der Startup-Szene gerne. Zu Beginn gilt das aber nur bedingt. Baumgartner hat die Erfahrung gemacht, dass Startup-Teams in der Seed-Phase eher aus Experten bestehen: „Was wir beobachten ist, dass Generalisten in der frühen Phase von Startups kaum akzeptiert werden“. Gefragt sind vor allem Techniker, denn BWL-Knowhow könne man sich schnell aneignen, meint Baumgartner. Später ändert sich das und die Bandbreite der gesuchten Skills wird größer. Dann geht es nicht mehr nur um die technische Weiterentwicklung.

„Einen besonderen Fokus legen wir derzeit bei der Suche auf zusätzliche Sales-Power und Verstärkung für unser Produktentwicklungs-Team. Das liegt daran, dass wir nicht nur das mobile Marktplatz-Erlebnis für Shpock-User weiter verbessern wollen, sondern gleichzeitig unsere Monetarisierung vorantreiben müssen“, sagt Baumann.

Keine Zeit für schlecht besetzte Positionen

Das schnelle Wachstum stellt Startups immer wieder vor neue Herausforderungen. Organisation und Kultur ändern sich und mit ihnen auch das Team. Wer jeden Cent umdreht, muss genau darauf achten, die richtigen Leute an Bord zu haben. „Ein Startup hat wenig Ressourcen und wenig Zeit, sich zum Beispiel um die Einschulung neuer Mitarbeiter zu kümmern. Jeder Neuzugang muss deshalb schnellstmöglich produktiv sein und zum Erfolg beitragen“, sagt Katharina Ehrenfellner von der Crowdinvesting-Plattform Conda. Und: „Bei Startups fällt eine schlecht besetzte Position schneller ins Gewicht als bei größeren Unternehmen, weil kein Puffer da ist“.

Wenn Mitarbeiter zu Gründern werden

Die Entscheidung, zu Gehen, geht oft von den Mitarbeitern selbst aus. „Bei manchen wird der Gründergeist geweckt. Sie entscheiden sich dazu, selbst ein Projekt auf die Beine stellen zu wollen“, sagt Shpock-CEO Baumann. Gelegentlich muss man sich aber auch als Startup von Mitarbeitern trennen. Junge Unternehmen sollten in diesem Punkt nicht zimperlich sein, findet Baumgartner: Was am Anfang vielleicht nur ein schlechtes Gefühl ist, kann sich schnell zu einem Problem entwickeln. Und Startups haben nicht die Zeit, lange an solchen Problemen zu arbeiten.


Event-Tipp: Am 23. März 2018 findet mit Gründen in Wien ein ganztägiger Event statt, bei dem du alles über die Startup-Welt der österreichischen Hauptstadt erfährst. Coworking Spaces, Jungunternehmen, Hubs, Förderstellen und Initiativen öffnen ihre Türen und zeigen allen Interessierten, wie Geschäftsideen erfolgreich realisiert werden. Ab 17 Uhr findet im Atelierhaus der Akademie der Bildenden Künste (ehem. Semperdepot) eine Jobmesse statt, auf der rund 40 Startups nach neuen Mitarbeitern suchen.

Dieser Artikel entstand mit finanzieller Unterstützung der Wirtschaftsagentur Wien.

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