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hi.health: Wiener InsurTech finanziert jetzt Arztrechnungen für Nutzer vor

hi.health-Team. © hi.health
hi.health-Team. © hi.health

Das Wiener InsurTech-Startup hi.health ist Anfang 2020 mit einem Millioneninvestment an den Start gegangen – und baut seine Funktionalität jetzt deutlich aus. Prinzipiell geht es dem Startup der Gründer Fredrik Debong (Ex-mySugr) und Sebastian Gruber darum, dass die Nutzer ihrer App sich das Geld für ihre Arzt- oder Medikamentenrechnungen von ihrer privaten Krankenkasse schneller und einfacher rückerstatten lassen können. Nun geht die Jungfirma, die ihre Dienste derzeit in Deutschland anbietet, sogar noch einen Schritt weiter.

Denn hi.health wird künftig die Rechnungen von Zahnarzt, Arztbesuche, Apotheke usw. seiner Nutzer gleich an diese auszahlen und diese dann selbst bei den privaten Krankenversicherungen einholen. Anders als bei Mitgliedern gesetzlicher Krankenversicherungen übernehmen private Krankenversicherungen die Kosten für die Gesundheitsleistungen ihrer Mitglieder zumeist nicht unmittelbar, sondern erstatten diese nachträglich. Somit tragen Privatversicherte die Kosten für eine medizinische Leistung zunächst selbst, reichen Rechnungen oder Rezepte nachträglich bei ihrer Versicherung ein und erhalten die Kosten dann vollständig oder anteilig zurückerstattet.

hi.health: Neues Wiener InsurTech von Fredrik Debong holt Millioneninvestment

Integration von Fintech-Services

hi.health verringert die Zeitspanne, in der die Nutzer ihr Geld zurück bekommen, nun drastisch, indem es die Rechnungsbeträge quasi vorfinanziert. Dazu wird ein Gesundheitskonto in der App eingeführt, in dem die User die Rechnungen hochladen und dann ziemlich schnell ihr Geld bekommen. „Wir haben hi.health mit der Vision gegründet, bürokratische Hürden in der Kostenstruktur für Privatversicherte abzubauen und ihnen ein zeitgemäßes, digitales User-Erlebnis zu bieten. Seit unserem Start 2019 haben wir bereits mehr als zehn Millionen Euro in Rückerstattungen abgewickelt – das zeigt uns, dass der Bedarf seitens der Versicherten sehr groß ist. Das Gesundheitskonto verbindet jetzt die eigene Krankenversicherung mit einer mobilen Banking-Experience“, so Debong in einer Aussendung.

Um diese neue „Banking-Experience“ anbieten zu können, setzt hi.health übrigens auf den Fintech-as-a-Service-Anbieter, der auch von Unternehmen wie Ikea oder Uber eingesetzt wird, um Zahlungsfunktionen in ihre digitalen Angebote zu integrieren. Im Konto der hi.health-App können Nutzer eine bereits bezahlte Rechnung einscannen, die entstandenen Kosten erhält der Nutzer oder die Nutzerin unmittelbar von hi.health überwiesen. Auch wenn die Kosten für eine Leistung nur anteilig und nicht vollständig von der Krankenversicherung übernommen werden, bucht hi.health die Differenz erst nach abgeschlossener Bewilligung der Krankenversicherung vom Konto der Nutzer ab. Die erste Einreichung ist aktuell auf Kosten von 100 Euro limitiert.

Künftig wird es eine Provision geben

In der Zeit seit dem Launch in Deutschland hat hi.health bis dato laut Debong etwa 20.000 Nutzer gewinnen können – hauptsächlich über die Kanäle Paid Marketing und App Stores. Das Potenzial sei groß in Deutschland, dort gebe es 8,7 Millionen Menschen bei einer privaten Krankenversicherung sowie 26,8 Millionen Menschen mit privaten Zusatzversicherungen. „Wir wissen wie der Prozess läuft und wissen wie wir das Geld holen können“, so Debong. Noch sei der Service für die Nutzer kostenlos. „Jetzt machen wir es noch gratis, weil wir so enorm wachsen können“, so der Gründer. Künftig ist aber geplant, einen kleinen Teil des Rechnungsbetrags als Provision zu kassieren. Der Prozentsatz steht noch nicht fest. Außerdem arbeitet hi.health auch daran, seine Dienste auch in anderen Ländern wie Österreich anzubieten.

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