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Überraschung

Hex: Startup im Konkursverfahren bekommt noch einen Staatspreis

Philipp Hungerländer (Geschäftsführer Hex GmbH), Michael Holakovsky (Enterprise Architekt, Rail Cargo Austria). © BMDW
Philipp Hungerländer (Geschäftsführer Hex GmbH), Michael Holakovsky (Enterprise Architekt, Rail Cargo Austria). © BMDW

Manchmal überschlagen sich die Ereignisse, und während einer Pandemie umso mehr – im positiven wie im negativen Sinn. Das gilt auch für das Kärntner Software-Unternehmen Hex, das Softwarelösungen basierend auf Algorithmen zur Optimierung von Logistik entwickelt hat. „Hat“ deswegen, weil gegen Hex Anfang Dezember ein Konkursverfahren eröffnet wurde. „Aus heutiger wirtschaftlicher Sicht ist eine Fortführung nicht möglich. Ob es zum Abschluss eines Sanierungsplanes kommen wird, ist derzeit noch offen“, hieß es vor mehreren Wochen seitens seitens dem Alpenländischen Kreditorenverband (AKV).

Zu diesem Zeitpunkt war aber eine Entscheidung einer wichtigen Jury bereits gefällt. Sie hat entschieden, dass Hex gemeinsam mit der Rail Cargo Austria AG für das Projekt „hex.ai“ zum Einsatz von AI zur Lösung von Planungsproblemen in der Bahnlogistik mit dem Staatspreis Consulting ausgezeichnet wird. Das wurde heute vom Ministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) bekannt gegeben. Laut Jury sei die Lösung ein „Vorzeigebeispiel mit hohen Exportchancen und großem Zukunftspotential“.

Zum Zeitpunkt der Juryentscheidung noch nicht insolvent

Nun ist in der Schwebe, ob es Zukunftspotenzial für Hex gibt – an der Vergabe des Staatspreises ändert das Konkursverfahren nichts. „Für den Staatspreis ausgewählt wird ein Projekt und nicht ein Unternehmen. Zum Zeitpunkt der Juryentscheidung war das Unternehmen nicht insolvent. Allfällige Ausschließungsgründe, zu denen man eine Insolvenz zählen könnte, müssten spätestens zum Zeitpunkt der Juryentscheidung vorliegen, was nicht der Fall war“, heißt es dazu aus dem Wirtschaftsministerium.

Und weiter: „Die Ehrung für das ausgezeichnete Projekt erhält nicht nur der Auftragnehmer, sondern auch der Auftraggeber, in diesem Fall die Rail Cargo Austria AG. Die Statuten sehen aus Gründen der Sachlichkeit und Objektivität und um jegliche Einflussnahme auszuschließen, bewusst keine Möglichkeit vor, die Entscheidung der unabhängigen Jury aus welchen Gründen immer zu overrulen.“

Zum Konkursverfahren war es für Hex, das in der Branche als durchaus vielversprechend und erfolgreich galt, gekommen, weil seit dem Geschäftsjahr 2019 Verluste eingefahren hat und sich durch die COVID-Krise geplante Projekte langsamer als ursprünglich geplant entwickelten. Außerdem mussten für die Projekte zahlreiche Mitarbeiter aufgenommen werden, wodurch hohe Personalkosten anfielen. Nun bleibt abzuwarten, ob es noch zu einem Sanierungsplan kommen kann – Potenzial gibt es ja offenbar. Für eine Sanierung soll es derzeit gut ausschauen, heißt es seitens Masseverwalter.

Konkurs: Klagenfurter Software-Startup fällt der COVID-Krise zum Opfer

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