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Migräne bei Kindern

Happyr Health: Neue AR-App soll Kindern mit Migräne helfen

© Happyr Health
© Happyr Health

Migräne bei Kindern – ein Thema, das normalerweise nur wenig Aufmerksamkeit erfährt. Nicola Filzmoser und Cornelius Palm haben es sich zum Ziel gesetzt, betroffenen Kindern ein Ohr zu schenken. Die beiden Studenten der Universität Cambridge haben dafür das Startup Happyr Health gegründet.

Die zwei Gründer habe es nach ihrem Studium und ihrer Startup-Erfahrung in Österreich nach England verschlagen. Aufgrund ihrer Geschichte mit chronischen Schmerzen in der Kindheit wollten sie Spielmechanismen und wissenschaftliche Forschung kombinieren, um junge Migräne-Patienten zu unterstützen. Dafür wurde eine App entwickelt, derzeit arbeitet das Team noch an der ersten Version.

Happyr Health: AR-Avatar für Kinder

Durch diese können Kinder mit einem Augmented-Reality-Avatar in einer sicheren und geschützten Umgebung sprechen und chatten. Anhand der Gespräche des Kindes sowie eines Eltern-Dashboards soll die App individuelle Migräne-Auslöser erkennen. Cornelius Palm erklärt: „Auf der Grundlage dieses Migräne-Tagebuchs können wir psychologische Behandlungen innerhalb der Anwendung vorschlagen und an das Kind anpassen. Mit einem Team von Migräne-Experten und Psychologen werden wir im ersten Schritt kognitive Verhaltenstherapie in Form von mobilen Spielen zur Verfügung stellen.“

Migräne: 70 Millionen Kinder betroffen

Die Schwierigkeiten, die die Krankheit mit sich bringt, beschreiben die beiden Gründer am Beispiel von Alex, einem zwölfjährigen Jungen. Tatsächlich versäumt er wegen seiner Erkrankung jede Woche etwa zwei Tage Schule. „Das Schlimmste ist, so viele Dinge zu verpassen. An einem Tag hat man Freunde, am anderen Tag nicht, weil man so viel in der Schule verpasst“, erklärt der Junge. Rund 70 Millionen Kinder sind weltweit von der Krankheit betroffen. Im Durchschnitt würden zehn Prozent aller Kinder im Schulalter an Migräne leiden, in Österreich sind das über 100.000 Kinder.

Coronavirus verschlimmert Situation

Auch Nicola kennt diesen Zustand seit ihrem sechsten Lebensjahr nur zu gut. Migräne ist eine neurologische Erkrankung und eine Hauptursache für beeinträchtige Lebensjahre. Der Ausbruch des Coronavirus verschlimmere die Situation für Kinder mit dieser chronischen Schmerzerkrankung noch weiter, „da sie aus ihrer täglichen Routine gezwungen und der Unsicherheit ausgesetzt sind“. Da viele Spezialkliniken geschlossen und Therapietermine abgesagt wurden, seien digitale Ressourcen die einzige Zuflucht für verzweifelte Familien.

Happyr Health: Crowdfunding-Kampagne läuft

Happyr Health ist erfolgreich Teil des Accelerate Cambridge-Programms an der Cambridge Judge Business School und hat kürzlich einen der renommiertesten studentischen Startup-Wettbewerbe weltweit (Cambridge University Entrepreneurs) in der Kategorie Software gewonnen. Derzeit läuft eine Crowdfunding-Kampagne, um die Weiterentwicklung der App zu unterstützen. Wer spenden mag, kann das noch bis zum 25. Mai machen.

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