Coop-Story

HappyMed-Gründer Philipp Albrecht: „Ich möchte Menschen in meinem Team, die keine Angst haben“

Philipp Albrecht mal in Schwarz-Weiß. © HappyMed
Philipp Albrecht mal in Schwarz-Weiß. © HappyMed

Philipp Albrecht war schon immer von technologischen Dingen fasziniert und hat mit 14 Jahren zum Programmieren angefangen. Das Geld für seinen ersten Computer hat er sich damals mit Feldarbeit beim Bauern verdient – das war in der Nähe von Freiburg in Süddeutschland, wo er aufgewachsen ist. Philipp hat schon viel ausprobiert – vom Würstchenverkäufer bis zum Studium, das war alles nicht so seins. So hat Philipp angefangen, sich zum Unternehmer zu entwickeln, um selbst Chef zu sein.

Sein Start-up HappyMed (TrendingTopics.at berichtete) macht medizinische Behandlungen angenehmer. Videobrille und Kopfhörer erlauben es Patienten, die oftmals unangenehme Atmosphäre hinter sich zu lassen und vor, während und nach Behandlungen entspannter, abgelenkter und angstfreier zu sein. Patienten können aus einer Vielzahl an Dokumentationen, Serien, Kinder- und Spielfilme sowie Entspannungs- und Actionvideos wählen, die lokal am angeschlossenen Media-Center gespeichert sind. Das System kommt aktuell auf OP-Stationen, beim Zahnarzt, während der Dialyse und der Krebstherapie zum Einsatz, weitere Anwendungsbereiche werden laufend in Studien erprobt.

Philipp, welche Leidenschaft treibt dich an?

Ideen in die Welt zu bringen, die etwas Gutes bringen und Menschen helfen und jeden Tag dabei neu herausgefordert zu werden.

Leidenschaft ist mit deiner Person immer ganz eng verbunden, was steckt dahinter?

Unser wichtigstes Gut ist die Lebenszeit. Warum sollten wir also Zeit mit Dingen verbringen, die uns nicht erfüllen oder uns nicht entsprechen? Leidenschaft ist für mich der Schlüssel zum Glücklich-Sein, aber kann auch gefährlich werden. Ich vergleiche sie gerne auch mit einem inneren Feuer – wenn man nicht aufpasst kann sie einen selbst und alles um einen herum verbrennen. Der Grad ist schmal und es geht darum die richtige Balance zu finden.

Wann hast du die Leidenschaft für HappyMed entdeckt?

Mitte 2013 hatte ich eine schmerzhafte Wurzelbehandlung beim Zahnarzt und habe mir damals gewünscht, mich irgendwie ablenken zu können. Die Situation war mir unangenehm: Der Kopf der Ärztin war nahe, die Geräusche des Bohrers dröhnten im Ohr, die Behandlung dauerte lange. Dann habe ich die Ärztin gefragt, wieso sie keinen Monitor hat und sie meinte, das sei viel zu aufwändig für sie. Die Installation der Kabel, Computer, die gesamte Infrastruktur etc. Als mir dann die Idee zu HappyMed kam, war mir schnell bewusst, wie vielen Menschen man mit einem solchen System das Leben erleichtern könnte. Das positive Feedback von so vielen Seiten hat mich natürlich weiter angetrieben.

Hat es für das, was du tust, einen Auslöser gegeben?

Ich musste in meiner Kindheit früh lernen, Verantwortung für mich selbst zu übernehmen, da war der Schritt zur eigenen Firma dann nicht mehr weit. Mein eigener Chef sein und meine eigenen Ideen umzusetzen hat mir gefallen. Mit 14 Jahren habe ich angefangen, Webseiten zu programmieren und mir damit nebenbei ein nettes Taschengeld verdient. Bis auf Schülerjobs war ich in meinem Leben nie wirklich angestellt, da habe ich dann die Stunden bis zum Feierabend gezählt und recht schnell kapiert, dass das nichts für mich ist.

Was würdest du eigentlich tun, wenn es dieses Projekte nicht geben würde?

Ganz ehrlich, das weiß ich selbst nicht. Vermutlich wäre ich in einem anderen Bereich tätig, wo ich einen positiven Unterschied machen kann. Es wäre auch spannend, einmal in ein bestehendes Unternehmen einzusteigen, wenn die Rahmenbedingungen passen. Diese Erfahrung kenne ich noch nicht.

Worauf verzichtest du, um deine Leidenschaft ausleben zu können?

Dinge wie Sicherheit, Bequemlichkeit, einen geregelten Arbeitstag, mehr Freizeit, ein sicheres Einkommen oder Materielles. Aber das ist mir in meiner aktuellen Lebensphase auch gerade nicht wichtig.

Was ist eigentlich das Schönste bei deiner Arbeit?

Die Freude aller Menschen um mich zu sehen, die mit mir gemeinsam an HappyMed arbeiten oder durch unsere Arbeit berührt werden. Es ist unglaublich bewegend, mitanzusehen, wie Menschen bei der Chemotherapie wieder lachen können und trotz stationärem Aufenthalt mit unserem System auf aufbauende Gedanken kommen. Oder wie durch eine Studie bestätigt wurde, die Schlafqualität von Menschen mit Schlafstörungen wesentlich zu verbessern, sodass teilweise sogar die Medikation reduziert werden konnte.

Wer sind deine wichtigsten und stärksten Unterstützer und bauen dich auf, wenn es einmal nicht so klappt?

Angefangen bei begeisterten Kunden und Patienten, die uns über diverse Netzwerke unterstützen und uns jeden Tag motivieren, mein Mitgründer Florian Fischer und unser großartiges Team, welches ständig zusammen hält, gemeinsam die Probleme löst und so unsere HappyMed-DNA zum Leben bringt. Und natürlich meine Familie, Freunde und Mentoren.

Wohin wird dich deine Arbeit noch bringen?

Ich wünsche mir, mit HappyMed-Botschafter eines Umdenkens in der Medizin zu sein – bei dem der Mensch wirklich wieder mehr im Fokus steht und nicht nur davon geredet wird. Eines Tages möchte ich gerne selbst als Business Angel aktiv sein und Menschen helfen, ihren Traum zu verwirklichen, so wie mir geholfen wurde.

Gibt es noch geheime Projekte?

HappyMed auf der ISS zum Entspannen der Astronauten :) Es gibt viele Bereiche, in denen HappyMed spannend werden wird. Einfach am Ball bleiben und unsere Facebook-Page liken :) !

Wie gelingt es dir, immer wieder Menschen für deine Leidenschaft zu begeistern?

Das ist meine besondere Gabe: Die Augen anderer Menschen zum Leuchten zu bringen und zu begeistern. HappyMed ist dafür auch großartig geeignet, die wenigsten gehen gerne zum Arzt und kennen das Problem persönlich. Da ist die Motivation mitzuhelfen natürlich groß. Hinzu kommt, dass wir bei uns eine extrem tolle Unternehmenskultur leben, die Menschen begeistert. Wenn Mitarbeiter sagen, es fühlt sich für sie so an, als wäre es ihr eigenes Unternehmen, muss etwas richtig laufen.

Was sagen eigentlich deine Freunde, dein Umfeld, deine Familie zu diesem Engagement?

Meine Familie hat mich schon immer unterstützt und mir Kraft gegeben. Diese Unterstützung und das richtige Umfeld sind sehr wichtig, ich möchte Menschen in meinem Team und meiner Umgebung, die optimistisch sind und keine Angst haben, etwas auszuprobieren. Den Mutigen gehört die Welt.

Hast du Tipps für unsere LeserInnen?

Nicht so kopfgesteuert zu sein und mehr nach dem Herzen handeln. Reflektieren und sich nicht zu sehr vom eigenen Ego steuern lassen. Authentisch, herzlich, dankbar, offen und ehrlich sein. Eine innere Ruhe behalten und Ängste als Herausforderungen sehen. Die dunklen Momenten im Leben anzunehmen, das tut weh aber hier entwickelt man sich als Mensch enorm weiter und versuchen das Positive zu sehen. Probleme frühzeitig ansprechen, je länger man wartet, um so schlimmer wird es.

Hast du einen Wunsch?

HappyMed zum Fliegen bringen und somit vielen Millionen Menschen zu helfen.

….gibt es sonst noch Punkte, die du uns erwähnen willst?

Ich bin davon überzeugt, dass es wichtig ist, viel auszuprobieren, sowohl privat als auch beruflich, um für sich herauszufinden was zu einem passt. Ich habe viele Dinge ausprobiert, Hobbys, Instrumente, Wohnorte, Job, und manch einer hat gemeint, der Philipp zieht nichts wirklich durch. Da habe ich mich dann teilweise echt schlecht gefühlt und habe gemeint, sie haben recht. Im Endeffekt weiß ich es war total wichtig für mich, so habe ich herausgefunden, wer ich bin und was zu mir passt. Man sollte sich nicht zu sehr von den Erwartungen und Meinungen anderer fremdsteuern lassen.

Way to Passion“ ist ein Projekt von Reinhard Herok und Thomas Peham. Ihr Ziel ist es, mit Interviews aufzuzeigen, wie leidenschaftliche Menschen einen Beitrag für eine bessere Welt leisten können. „Way to Passion“ stellt TrendingTopics.at ausgewählte Inhalte zur Zweitveröffentlichung zur Verfügung, vielen Dank dafür!

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