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Habibi & Hawara: Mit „Bussi Memberships“ durch die Coronakrise

Essen im "Habibi & Hawara" © Markus Thums/Habibi & Hawara
Essen im "Habibi & Hawara" © Markus Thums/Habibi & Hawara

Die Coronavirus-Krise trifft die Gastronomie hart und damit auch eines der Vorzeige-Social-Startups Wiens, das Habibi & Hawara. Der plötzliche Umsatzentfall habe das Unternehmen eiskalt getroffen, heißt es auf der Website. Aber man will sich nicht entmutigen lassen: „Es sind Zeiten der Veränderung. Des sich neu Ordnens. Zeiten, in denen positives Denken, Aktivität und Kreativität gefragt sind“.

Der „rasch on track“ gebrachte Lieferdienst konnte nur Teile des Umsatzentgangs ausgleichen, also hat sich das Jungunternehmen zu einer weiteren Finanzierung über einen neuen Verein entschieden: Habibi & Hawara sucht Freunde, so der Aufruf.

Ein Aperitif für Freunde

Mit der Basismitgliedschaft „Bussi Membership“ unterstützen neue Vereinsmitglieder das soziale Gastronomieprojekt mit einmalig 290 Euro und dann monatlich 10 Euro. Dafür darf man sich künftig bei jedem Restaurantbesuch über einen geschenkten Aperitif freuen, erhält exklusive Einladungen zu Festen und einen Schnuppertag für bis zu zehn Personen in der „Stadtflucht Bergmühle“, einer als Verein organisierter Event-Location auf einem Gelände eines ehemaligen Gutshofes.

Wer für den “Habibi & Hawara Family & Friends – Verein zur Unterstützung unserer sozialen Mission” eine höhere Einschreibgebühr ab 590 Euro leistet, wird einmal mit bis zu sieben Freunden zum Essen im Habibi & Hawara eingeladen. Der Verein wird aus dem Verein „Hosten statt Posten“ hervorgehen, der ursprünglich hinter dem Habibi & Hawara stand. Namens- und Adressänderung seien im Laufen.

Das Habibi & Hawara ist ein Integrationsprojekt, das 2016 von Martin Rohla (Stadtflucht Bergmühle, Investor bei “2 Minuten 2 Millionen”, Cobenzl), Katharina Schinkinger (Verein “Hosten statt Posten”) und David Kreytenberg (Restaurant “Die Liebe”, Creau) gegründet wurde. Das Wiener Restaurant nahe der Börse im ersten Bezirk integriert Flüchtlinge mit positivem Asylbescheid in den Arbeitsmarkt und serviert dementsprechend vor allem orientalische Spezialitäten. Das Ziel: eine Ausbildung, die genügt, um ein eigenes Unternehmen bzw. Restaurant zu gründen.

Weitere Filialen zur Vorbereitung auf Franchise

Mittlerweile gibt es zwei weitere Filialen in Wien (der Standort Siebensterngasse hätte bereits eröffnet, gäbe es die Coronakrise nicht) und eine Crowdfunding-Kampagne für den Standort im Nordbahnviertel hat vergangenes Jahr 500.000 Euro eingebracht. Das Habibi & Hawara Nord soll als „Evaluierungslabor“ für ein Franchise-System dienen, über das qualifizierten Mitarbeiterinnen der Weg ins Unternehmertum geebnet werden könnte.

Neben dem Habibi & Hawara setzt mit der Vollpension ein weiteres Social-Startup aus dem Gastrobereich auf eine kreative Finanzierungsform. Über ein Crowdfunding werden Unterstützer je nach Betrag mit Essen oder Getränken belohnt – für eine Spende von 1.000 Euro gibt es „Espresso auf Lebenszeit“.

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