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Gusta Garden: Wie ein Kärntner Startup Pflanzgefäße zum Kickstarter-Hit macht

Sissi Strawberry - Erdbeeren anbauen war vielleicht noch nie so schön. © Gusta Garden
Sissi Strawberry - Erdbeeren anbauen war vielleicht noch nie so schön. © Gusta Garden

Paul Potato ist ein Pflanzgefäß aus Kunststoff und Aluminium. Man kann es stapeln. Auf den ersten Blick scheint es nichts besonderes zu sein, Paul Potato ist nicht smart, mit keiner App verbunden. Auf Kickstarter war der Stapel-Topf des Kärntner Startups Gusta Garden aber ein Riesenerfolg. Das Ziel von 10.000 Euro wurde um ein Vielfaches übertroffen. Mehr als 1.100 Besteller aus 40 Ländern finanzierten die Produktion vergangenen Winter mit rund 133.000 Euro vor. Jetzt hat Gusta Garden ein kleineres Pflanzgefäß entwickelt, das sich wieder stapeln lässt und abermals auf Kickstarter durchstartet. In weniger als einem Monat sind bereits mehr als 60.000 Euro zusammengekommen und die Kampagne läuft noch ein weiteres Monat.

Urban Gardening und bewusste Ernährung

Paul Potato und Sissi Strawberry, so heißt der kleinere Topf, sind Spezialgefäße. Theoretisch kann man in ihnen alles anbauen, das darin Platz findet, aber Erdäpfel bzw. Erdbeeren gedeihen darin besonders gut. „Wir bieten ein Rundum-Sorglos-Paket an“, erklärt CEO Fabian Pirker im Gespräch mit Trending Topics den Erfolg der Pflanzgefäße. Das Startup macht sich die Trends zu Urban Gardening, bewusster Ernährung und Regionalität zunutze. „Menschen machen sich immer mehr Gedanken, wo ihre Lebensmittel herkommen“, so Pirker.

Profi-Produkt statt Marke Eigenbau

Auf die Idee zu Gusta Garden sind  Hobbygärtner Lukas Bürger und Stahlbauer Armin Buttazoni gekommen, die vor rund einem Jahr gemeinsam mit den Sales-Profis David Dietrich und Fabian Pirker das Startup gegründet haben. „Eine Kartoffel baut man nicht einfach im Hochbeet an“, erklärt Pirker. Das Etagen-Prinzip, nach dem Paul Potato funktioniert, sei schon sehr alt, bisher wurde es aber immer im Eigenbau umgesetzt. „Es gab kein Profi-Produkt“. Eine Lücke, die Gusta Garden auch bei dem Anbau von Erdbeeren ausgemacht hat. Die gängige Lösung ist ein Selbstbau-Pflanzgefäß aus einem Kanalrohr. „Das hat aber Nachteile“, erklärt Pirker. Erde und Wasser würden sich ganz unten im Rohr sammeln – eines von vielen Problemen, das Gusta Garden mit seinen Pflanzgefäßen gelöst hat.

Das Team von Gusta Garden © Gusta Garden
Das Team von Gusta Garden © Gusta Garden

Kickstarter ist für Pirker der perfekte Finanzierungsweg, da man im Unterschied zu anderen Maßnahmen auch viel Feedback von den Käufern bekommt. Aber auch nach der Kampagne läuft das Geschäft – ein Mix aus Online und Offline – mit Paul Potato gut – genau Zahlen will der Gusta-Garden-Chef nicht verraten, „mehrere Tausend“ seien es bis jetzt. Produziert werden die Pflanzgefäße in Europa, alle Stahlelemente sogar in Kärnten bei Co-Founder Buttazoni. Neben dem DACH-Raum konzentriert sich das Jungunternehmen derzeit auf Nordeuropa, wo die Käufer für Urban Gardening offener seien als im Süden. In weiter entfernten Ländern will das Startup später mit Partnern zusammenarbeiten, etwa in den USA.

Das „Rundum-Sorglos-Paket“

Anders als bei anderen Pflanzgefäßen wird der Hobbygärtner nach dem Kauf von Paul Potato und Sissi Strawberry nicht dem Glück seines grünen Daumens überlassen. Gusta Garden liefert Setzlinge zu verschiedenen Sorten, darunter auch Raritäten, die man in normalen Märkten nicht bekommt. Dazu gibt es Anleitungen, Support und Rezepte. Dieses Service-Angebot will das Startup weiterhin ausbauen und eine ganze Erlebniswelt rund um die Obst- und Gemüsesorten im Portfolio anbieten. Das Angebot soll in den nächsten ein bis zwei Jahren stark wachsen. Man habe schon eine ganze Liste an Sorten und arbeite nun an der Priorisierung, verrät Pirker. Auf welche „low hanging fruits“ sich Hobbygärtner als nächstes freuen dürfen, wird aber noch nicht verraten.

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