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KSV1870-Studie

Gründungsfehler 2020 für mehr Firmenpleiten verantwortlich als die Pandemie

Symbolbild: Gründungsfehler oft Grund für Firmenpleite © Tumisu / Pixabay
Symbolbild: Gründungsfehler oft Grund für Firmenpleite © Tumisu / Pixabay

Gründungsfehler sind für österreichische Betriebe deutlich gefährlicher als die Corona-Krise. Mehr als 17 Prozent der Firmenpleiten des vergangenen Jahres liegen an frühen Patzern, ergibt eine aktuelle Studie des Kreditschutzverbands KSV1870. Die häufigsten Gründungsfehler sind mangelndes Branchen-Know-how, das Fehlen jeglicher Eignung als Unternehmer oder zu geringes Eigenkapital. Die direkten Auswirkungen der Pandemie seien dagegen nur für etwa 14 Prozent aller Konkurse von Unternehmen der vergangenen zwölf Monate verantwortlich.

Oft schlechte Kostenstruktur als Auslöser

Der KSV 1870 hat die Pleiten von etwa 1.300 österreichischen Unternehmen im vergangenen Jahr untersucht. Im Vergleich zu 2019 haben die Bankrotte zwar um 60 Prozent abgenommen, dennoch sei das eher ein Grund zur Sorge als zur Freude. „Langfristig gesehen können dadurch weitaus gravierendere Probleme entstehen als dies zum jetzigen Zeitpunkt ohnehin schon der Fall ist“, erklärt Karl-Heinz Götze, Leiter der KSV1870-Abteilung Insolvenz.

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Häufig sei die Unternehmensführung für den Bankrott verantwortlich. Abgesehen von den Gründungsfehlern hatten Pleiten mit einem Anteil von 39 Prozent hauptsächlich operative Ursachen. Dazu zählen neben Problemen bei Absatz und Finanzierung auch Organisationsfehler wie eine schlechte Kostenstruktur, mangelndes Controlling oder Patzer bei der Auswahl und Führung von Mitarbeitern. Seltener sind mit einem Anteil von sechs Prozent strategische Fehler wie beispielsweise mangelhafte oder zu späte Reaktionen auf Marktveränderungen.

Pandemie zeigt bald wahre Wirkung

Götze warnt, dass die Pandemie ihre wahre Wirkung auf Firmen noch entfalten wird. „Es ist zu erwarten, dass der Faktor Corona ab jenem Moment steigen wird, in dem die staatlichen Hilfsgelder ein Ende finden. Spätestens ab diesem Zeitpunkt müssen auch jene Unternehmen der finanziellen Realität ins Auge blicken, die aktuell künstlich am Leben gehalten werden“, so der Experte. Viele Betriebe würden bald nicht mehr in der Lage sein, den eigenen Schuldenberg zu stemmen.  Dadurch bestehe vielerorts die Gefahr einer vollständigen Liquidation. Besonders problematisch sei es, dass Unternehmen häufig zu lange mit einer Sanierung warten. In einem späten Stadium könnten sie dann teilweise nicht einmal mehr die eigenen Gerichtskosten decken.

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