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Stephan und Christian Kletzl

Gründer der Woche: Nach zwei Pivots zum Millioneninvestment

Stephan und Christian Kletzl von UserGems. © Florian Frandl
Stephan und Christian Kletzl von UserGems. © Florian Frandl

Mit einer KI-gestützten Prospecting-Lösung für Vertriebsteams wartet das Jungunternehmen UserGems auf, das die beiden österreichischen Zwillingsbrüder Stephan und Christian Kletzl in San Francisco ins Leben gerufen haben. Auch in Salzburg ist die Jungfirma angesiedelt. Jetzt haben es die beiden zu einer Investitionsrunde in Höhe von 2,4 Millionen Dollar geschafft (Trending Topics berichtete). Bis dahin war es allerdings ein langer und harter Weg, der von gleich zwei Pivots gezeichnet war. Wegen ihrem Erfolg und schier endlosen Durchhaltevermögen sind die Kletzl-Brüder unsere „Gründer der Woche“.

UserGems: Österreichische Zwillingsbrüder holen 2,4 Mio. Dollar für ihr B2B-Sales-Startup

Ursprünglich völlig andere Idee

Die ursprüngliche Version von UserGems entstand schon 2014, als Christian Kletzl in Chicago sein Studium abgeschlossen hatte. Stephan war damals noch in Österreich tätig, folgte seinem Bruder aber in die USA. „Ich habe meinen Job bei PwC an den Nagel gehängt und bin zu ihm gezogen“, sagt Stephan Kletzl. Den ersten Meilenstein als Gründer erreichten die beiden, als sie es kurz darauf in den renommierten US-Startup-Inkubator Y Combinator schafften.

Ihre anfängliche Idee lag darin, User:innen dabei zu helfen, mehr gebrauchte Produkte zu verkaufen. Der Prototyp von UserGems sollte E-Mail-Bestätigungen auslesen und automatisch den aktuellen Wiederverkaufswert anzeigen. Dieses Konzept verfolgten die Kletzl-Brüder etwa zwei Jahre lang, jedoch ohne großen Erfolg. Deshalb vollzogen sie den ersten Pivot: Nun war ihr Startup eine Hiring-Plattform. Doch auch hier war nach zwei Jahren kein großer Erfolg zu erkennen. Im Jahr 2019 kam der zweite Pivot. Diesmal war die heute bekannte Version von UserGems, die es jetzt zum Millioneninvestment geschafft hat, geboren.

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UserGems zieht namhafte US-Investoren an

In Österreich haben die Brüder die Jungfirma mit dem neuen Konzept aufgebaut und sind dann wieder in die USA zurückgekehrt. „Überlebt haben wir vor allem durch kleine Investments von Angel Investoren, aber auch durch öffentliche Förderungen von AWS und FFG. Ich glaube nicht, dass wir heute hier wären, wenn es diese Fördermöglichkeit nicht geben würde“, sagt Christian Kletzl. Die Jungfirma hilft jetzt Firmen dabei, Kontakte zu potentiellen Kund:innen herzustellen. Durch das Tool können die Unternehmen mit Personen Kontakt aufnehmen, die ihr Produkt schon kennen. Dadurch soll der Verkaufsprozess um einiges einfacher und schneller ablaufen.

Nun haben es die beiden Brüder nach langen und harten Jahren endlich zu einem richtig großen Investment geschafft. Zu den namhaften US-Geldgebern, die jetzt eingestiegen sind, zählen Uncork Capital (früher SoftTech VC), Craft Venture, Harry Glaser und Tom O’Neill (Periscope Data), Russ Heddleston (DocSend-CEO) und Tien-Anh Nguyen (UserTesting CFO). UserGems ist mittlerweile sehr bekannt geworden und Kund:innen sowie Investor:innen erkennen die Attraktivität des B2B-Sales-Tools der österreichisch-amerikanischen Jungfirma.

In Zukunft Fokus auf weiteres Wachstum

Durch das Investment wollen die beiden Gründer der Woche vor allem neue Angestellte dazu holen, aber auch Sales und Marketing vergrößern, um das Wachstum weiter voranzutreiben. „Ende 2021 oder Anfang 2022 wollen wir uns darüber hinaus mehr auf den europäischen Markt, sowie auf neue Verticals fokussieren. Aktuell sind der Großteil unserer Kunden SaaS-Unternehmen, in Zukunft wollen wir zum Beispiel mehr mit Beratungsunternehmen zusammenarbeiten“, kündigt Christian Kletzl an.

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