Christian Bezdeka & Marcus Ihlenfeld

Gründer der Woche: Die Väter der mitwachsenden Kinderfahrräder

Die woombikes-Gründer Christian Bezdeka und Marcus Ihlenfeld. © Andreas Rhomberg/woom
Die woombikes-Gründer Christian Bezdeka und Marcus Ihlenfeld. © Andreas Rhomberg/woom

„Wir machen schlicht Fahrräder, die viele Jahre lang Freude bringen sollen“, erklärt Christian Bezdeka, Mitbegründer von woom Bikes. Gemeinsam mit Marcus Ihlenfeld hat er das Unternehmen 2013 gegründet. Der Weg hat sich ausgezahlt: Diese Woche wurde bekannt, dass das Startup ein Investment in Millionenhöhe erhält. Mit den Eigentümern von C&A, Florian Gschwandtner und Stefan Kalteis an Bord sollen nun internationale Märkte erobert werden.

woom: Aus der Unzufriedenheit geboren

Christian Bezdeka ist Industriedesigner und war auch vor Woom Bikes schon in der Fahrradwelt tätig. Als Vater habe er dann irgendwann recherchiert, welche Kinderräder es so gibt – „und das hat nicht dem entsprochen, was ich erwartet habe, zu finden“. Also habe er zu zeichnen begonnen – und damit war der Grundstein für woom auch schon gelegt. Die ersten Entwürfe holten auch Mitbegründer Marcus Ihlenfeld ins Boot, auch er kannte die die Probleme, die der Fahrradkauf für Kinder so mit sich bringt.

Das Duo ergänzt sich wunderbar: „Ich decke eher die Business-Seite ab“, erzählt Ihlenfeld im Gespräch mit Trending Topics, Dezdeka sei eher für die Produktseite verantwortlich. „So haben wir uns eigentlich wirklich sehr gut ergänzt. Wir haben vom jeweils anderen gewusst, was er arbeitet und was die Prioritäten waren, aber wir haben relativ unabhängig voneinander in der Gründungsphase gearbeitet.“

Sechs mitwachsende woom-Bikes

Seit 2013, dem Jahr der Gründung, ist viel passiert. Sechs woom-Bikes gibt es mittlerweile, allesamt speziell für Kinder entwickelt. Das geht los beim ersten Fahrrad für die Kleinsten mit eineinhalb Jahren bis hin zum Bike für Teenager mit vierzehn Jahren. Nachdem Kinder bekanntlich schnell wachsen, wächst das Fahrrad gewissermaßen mit.

Das Ganze nennt sich „upCycling“: Ist das Fahrrad nicht älter als zwei Jahre, passt aber nicht mehr, können Kunden das Bike retournieren und erhalten beim Kauf des nächst größeren Modells 40 Prozent vom ursprünglich gezahlten Kaufpreis zurück. Notwendig dafür ist eine Mitgliedschaft beim upCycling-Programm, die einmalig 47 Euro kostet.

Die woombikes-Gründer Christian Bezdeka und Marcus Ihlenfeld. © Andreas Rhomberg/woom
Die woombikes-Gründer Christian Bezdeka und Marcus Ihlenfeld. © Andreas Rhomberg/woom

Ihlenfeld: „Unsere Räder sind etwas teurer als der Mitbewerb, das wissen wir. Das Hauptargument für uns ist, dass das Fahrrad nach einem Jahr, nach eineinhalb Jahren, wieder sehr gut auf dem Sekundärmarkt verkauft werden kann. Wir haben einen relativ stabilen Verkaufspreis, die werden nicht verschleudert.“ Christian Bezdeka ergänzt: „Das ist auch Teil des Konzepts gewesen, von Anfang an. Wir designen moderne Klassiker, die einerseits von der Produktqualität über viele Jahre halten und andererseits sich auch optisch nicht abnützen.“

Große Investmentrunde

Gerade in der Corona-Krise hat Fahrrad einen zusätzlichen Boom erlebt. Für woom war das positiv – aufgrund der hohen Nachfrage gibt es nach wie vor Verzögerungen bei der Lieferung. Nun will man wachsen. Eine Investorengruppe rund um das Family Office Bregal schnappt sich knapp ein Drittel der Gesellschaftsanteile von woom. Bei Bregal handelt es sich um die Beteiligungsgesellschaft der Familie Brenninkmeyer, der das Textilhandelsunternehmen C&A gehört. Dazu gesellen sich prominente Investoren rund um Runtastic-Mitgründer Florian Gschwandtner und Business Angel Stefan Kalteis.

Die Mehrheit bleibt aber bei den beiden Gründern. Die sind zufrieden: „Dass wir jetzt mit neuem Kapital weiter wachsen, um noch mehr Kinder weltweit fürs Radfahren zu begeistern und die steigende Nachfrage zu befriedigen, ist der logische nächste Schritt. Verglichen mit dem, was wir jetzt vor uns haben, waren die vergangenen Jahre eine Art Warm-up vor den Play-Offs.“

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woombikes: Die Macher der Kinderfahrräder

Christian Bezdeka und Marcus Ihlenfeld haben woombikes gegründet und diese Woche prominente Investoren wie Florian Gschwandtner und die Eigentümer von C&A gewonnen. Wir haben die beiden Erfolgsgründer im Headquarter in Klosterneuburg besucht.

Gepostet von TrendingTopics.at am Dienstag, 29. September 2020

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