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Gründer der Woche: Ein Boutique-Fonds mitten im Sturm

Michael Ströck und Lucanus Polagnoli. © Calm/Storm Ventures
Michael Ströck und Lucanus Polagnoli. © Calm/Storm Ventures

Sie hätten sicher beide ihre Eigenheiten, aber ihre Kombination sei für ihn der Grund, zu investieren: Nein, bei einer Abendveranstaltung vor zwei Wochen hat Hansi Hansmann einmal ausnahmsweise nicht über zwei Startup-Gründer gesprochen, sondern über zwei Fonds-Gründer. Denn die beiden Unternehmer Michael Ströck und Lucanus Polagnoli, wohl bekannt in der österreichischen Startup-Szene, haben ihr neues Investment-Vehikel Calm/Storm auf den Boden gebracht.

Calm/Storm Ventures ist ein neuer von der FMA genehmigter Fonds, der sich vor allem durch eines auszeichnen will: der bedingungslose Fokus auf Gründer. Das Geld für den Fonds (er kann maximal 50 Millionen Euro schwer sein, wird sich aber wohl irgendwo bei 15 Millionen Euro einpendeln) soll von erfahrenen Gründern kommen, und die sollen den Startups nicht nur mit Cash, sondern auch mit Know-how und Kontakten zur Seite stehen. Sie machen das, was Business Angels bisher schon machten, nur eben strukturierter und mit einem registrierten Fonds.

Die Ruhe im Sturm

Der starke Fokus auf Gründer ist natürlich logisch. Im Early-Stage-Bereich, in dem Calm/Storm unterwegs ist, gibt es wenig andere Dinge, an denen der Wert und die Überlebenschance eines Startups festgemacht werden kann. „Ein A-Team mit einer C-Technologie schlägt immer ein C-Team mit einer A-Technologie“ – dieses Gesetz gilt ja nicht nur in Österreich, sondern bei Early-Stage-Investoren weltweit.

Der Zeitpunkt für den Start von Calm/Storm ist natürlich interessant. Mitten im Corona-Sturm einen Fonds launchen, auf Fundraising zu gehen und dann auch noch ein Portfolio von 12 Startups (mehr dazu hier) anzusammeln, ist natürlich beeindruckend. Und ob all der Schnelle und dem Zug zum Tor schaffen es Ströck und Polagnoli irgendwie, nach außen ziemlich ruhig und gelassen zu wirken. Da hilft sicher auch die außergewöhnliche CI, die mit blassen Wasserfarben vor allem den ersten Teil des Namens unterstreicht – die Ruhe und eben nicht den Sturm da draußen, den Gründer jeden Tag überleben müssen.

Von Gründern für Gründer

Calm/Storm versteht sich also nicht als die Ruhe vor dem Sturm (hier hast du Geld, und jetzt raus ins Unwetter), sondern vielleicht eher als der sichere Hafen, den Gründer ansteuern können, wenn es mal wild wird. Dafür sind gute VCs schließlich auch da – den Gründern auch zur Seite stehen, wenn es mal nicht läuft und nicht nur dann auftauchen, wenn Exit-Gespräche im Kalender stehen.

Nun wird spannend, ob Polagnoli und Ströck all das auch schaffen. Beide haben jahrelange Erfahrung im VC- und Business-Angel-Geschäft gesammelt. Ihre Aufgabe ist nun, eine wirkungsvolle Drehscheibe zwischen Gründern und Gründern zu sein – jenen, die Geld und Know-how herzugeben haben und jenen, die die smarten Ideen haben, um dieses Kapital wieder auszugeben.

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