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Gründer der Woche: Die Founder, die mit Apple zusammenarbeiten

Das Team von Credi2. © Credi2
Das Team von Credi2. © Credi2

Mitte dieser Woche sorgte eine doch ungewöhnliche Meldung für Aufsehen in der Startup-Szene: Credi2, ein Wiener Fintech-Startup, dass bislang vor allem für seine Schnellkredit-App cashpresso bekannt war, hat mit Apple einen begehrten Kunden gewinnen können. Unsere Gründer der Woche heißen dementsprechend Daniel Strieder, Michael Handler und Jörg Skornschek.

Ein kurzer Rückblick zur Mitte der Woche: Credi2 gab da bekannt, gemeinsam mit dem deutschen Online-Händler Cyberport Partner von Apple geworden zu sein, um ein neues Geschäftsmodell für den iPhone-Konzern umzusetzen. Cyberport wird künftig in Deutschland Apple-Produkte im Abomodell anbieten – das iPhone sowie die Apple Watch für eine Mietzeit von zwei Jahren, Mac und iPad für drei Jahre Mietzeit. Trending Topics berichtete. Der Schritt soll Konsumenten dazu bringen, öfter auf ein neues Gerät zu wechseln, die von dem US-Konzern ja im Jahresrhythmus erneuert werden.

Credi2: Langjähriges Team

„Wir haben gemeinsam mit Apple und Cyberport an der Entwicklung des Abomodells gearbeitet, um KundInnen eine einfache, bequeme und günstige Lösung zu bieten“, erklärte Daniel Strieder, der Credi2 2015 gemeinsam mit Michael Handler und Jörg Skornschek gegründet hat. Davor hatten die drei Founder bereits gemeinsam gearbeitet. Strieder erzählt: „Wir drei haben bereits bei payolution zusammengearbeitet und privat kennen Jörg und ich uns seit unserer Studienzeit. 2015 haben wir beschlossen, selbst im FinTech-Bereich zu gründen, da wir hier viel an Erfahrung aufgebaut haben. Ich selbst war an der Wirtschaftsuniversität, im klassischen Banking und Private Equity.

Daniel Strieder, Michael Handler und Jörg Skornschek, die Gründer von Credi2. © Credi2 GmbH
Daniel Strieder, Michael Handler und Jörg Skornschek, die Gründer von Credi2. © Credi2 GmbH

Von cashpresso zu Apple

Der Werdegang der letzten Jahre kann sich fraglos sehen lassen. Begonnen hat alles mit cashpresso, erinnert sich Strieder: „Wir wollten eigentlich damals eine Lösung für Banken bauen, die Kreditvergaben einfacher macht. Daraufhin haben wir dann cashpresso gestartet. So hat das Ganze begonnen, das war die Idee. Wir haben die Plattform dann immer weiter entwickelt, letztlich bis hin zu einer All-in-One-Lösung für Banken. Von Kunden-Onboarding über Management bis hin zum Lifecycle decken wir alles ab. Früher musste man Dokumente ausdrucken, ausfüllen und zurückschicken – warum sollten wir das nicht voll digitalisieren? Spätestens die Videoidentifizierung hat dann ermöglicht, den Kreditprozess reibungslos zu digitalisieren“.

Nach vorne gepitcht

Seit Juli arbeitet Credi2 nun mit Apple zusammen. Wie ist die Auswahl vonstatten gegangen? Strieder: Die Genese ist ganz einfach: Wir haben mitbekommen, dass Apple einen technischen Partner für die Subscription-Lösung sucht in Deutschland. Wir haben dann einen Pitching-Termin bekommen, gepitcht in Runde eins und uns dann immer weiter nach vorne gepitcht. Nach einigen Calls und Sessions haben wir dann den Zuschlag bekommen“. Etwas Glück sei dann doch auch dabei gewesen, „vor allem, dass wir davon erfahren haben und einen Termin bekommen haben“. Dann habe das seinen eigenen Lauf genommen. Strieder: „Wir haben überzeugen können und uns durchgesetzt“.

„Gesamtpaket hat Apple überzeugt“

Nun ist allerdings davon auszugehen, dass diese Kooperation auch andere Fintechs gerne gehabt hätten. Die Founder wissen nicht, wer noch gepitcht hat – haben dafür aber eine Ahnung, was den Ausschlag für Credi2 gegeben haben könnte: „Wir haben erklärt, dass wir das recht schnell umsetzen können und haben das Ganze dann auch in drei Monaten umgesetzt. Der Pitch war Anfang Juli, die Zusage kam Mitte Juli – und seither haben wir am Projekt gearbeitet. Wir sind auch flexibel, können auf Änderungen während des Prozesses gut reagieren. Und wir haben natürlich eine gewisse Expertise, haben früher schon Produkte gebaut, die in das reinspielen. Unser Gesamtpaket hat Apple dann überzeugt“, freut sich Strieder.

Wie soll es weitergehen? „Wir sprechen mit Apple über weitere Ausbaustufen des Produkts. Jetzt geht es einmal darum, das Produkt zu etablieren in den nächsten Wochen. Wir müssen Fehler ausbessern, sollten welche auftauchen – bislang läuft aber alles smooth. Natürlich wollen wir unser Produkt idealerweise weiterentwickeln. Das kann alles mögliche bedeuten, wir überlegen, ob wir noch weiter Händler dazunehmen beziehungsweise das Ganze nach Österreich bringen“. Das sei gerade in Diskussion, bislang gibt es die Lösung ja nur in Deutschland.

„Soll so weitergehen“

Daniel Strieder glaubt auch, dass sich der Markt im Ganzen verändern wird. Weniger vielleicht in Richtung Online-Kredite, „aber die Prozesse werden weiter digitalisiert“. Es verlagere sich alles in Richtung online, E-Commerce sei der große Gewinner der Krise. „Kunden wollen digitale, ortsunabhängige Prozesse“, erklärt Strieder. „Das sieht man an großen Banken: Auch die reagieren, verbessern ihre Prozesse und gehen einen digitalen Weg. Seinen eigenen Weg hat er auch schon geplant: „Wenn ich fünf Jahre vorausblicke, hätte ich gern mehr solche Deals, mehr solche Partner wie Apple. Das soll natürlich so weitergehen“.

+++Credi2: Wiener Fintech setzt neues iPhone-Abomodell für Apple um. Ja, Apple.+++

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