Channel

Health

Health

Großer Exit für Wiener Zahnbürsten-Startup Playbrush

Das Playbrush-Team: Matthäus Ittner, Paul Varga und Tolulope Ogunsina. © Playbrush
Das Playbrush-Team: Matthäus Ittner, Paul Varga und Tolulope Ogunsina. © Playbrush

Ein Kinderzahnbürste, die mit dem Smartphone gekoppelt wird und so spielerisch zum gründlichen Putzen verleitet: An diesem Produkt arbeiten die Playbrush-Gründer Matthäus Ittner, Paul Varga und Tolulope Ogunsina seit 2015. Jetzt läuft das Startup, das mittlerweile auch eine smarte Zahnbürste für Erwachsene im Programm hat, in den Hafen ein. Die in Japan gegründete Firma Sunstar Group, spezialisiert auf Mundpflege, schnappt zu.

Sunstar, mittlerweile mit Hauptsitz in der Schweiz und mit den Marken G.U.M., Butler und Ora2 am Weltmarkt unterwegs, übernimmt die Mehrheit an Playbrush. Die bisherigen Investoren – Speedinvest, UNIQA Ventures, Hansi Hansmann, der Schweizer Privatinvestor Harold Primat und SevenVentures aus Deutschland – steigen aus, Sunstar erhält knapp 68 Prozent des Unternehmens. Die drei Gründer halten mit jeweils etwa zehn Prozent weiter den Rest der Anteile.

Die Übernahmebewertung wird nicht kommuniziert, dürfte aber jedenfalls im zweistelligen Millionenbereich liegen. Wie bei solchen Mehrheitsübernahmen üblich, wird Sunstar voraussichtlich die restlichen Anteile am Unternehmen über Zeit bekommen, bis die 100 Prozent voll sind. „Wir bleiben alle drei noch mindestens drei Jahre an Bord und werden weiter operativ involviert sein“, so Mitgründer und CEO Varga gegenüber Trending Topics.

Vielversprechendes Abomodell

Gemeinsam wollen Sunstar, bereits 1932 gegründet, und Playbrush eine „umfassende, digitale Plattform für die persönliche Mundpflege-Routine“ schaffen. Das österreichisch-britische Startup konnte bisher etwa 300.000 Kunden in 25 Ländern gewinnen, nun kann man auf die globale Vertriebskraft von Sunstar bauen. Attraktiv ist neben der Technologie das Abomodell, das Recurring Revenue und hohe Kundenbindung verspricht.

„Die mehrheitliche Beteiligung an Playbrush wird es Sunstar ermöglichen, digitale Wachstumschancen durch neue datengetriebene Geschäftsmodelle in der Mundpflege zu nutzen. Indem wir unsere traditionelle Expertise in der Mundpflege, unsere enge Beziehung zu Zahnärzten und unser internationales Netzwerk mit den einzigartigen Lösungen und Fähigkeiten von Playbrush vereinen, werden wir zu einem weltweit führenden Partner im Bereich der vernetzten Gesundheitsversorgung“, so Masakazu Nakamura, Chief Operating Officer, Sunstar Group, in einer Aussendung.

Hoffentlich rutscht das Smartphone nicht ins Waschbecken. © Playbrush
Hoffentlich rutscht das Smartphone nicht ins Waschbecken. © Playbrush

Produktion in Europa

Während sich die drei Gründer weiter um die bisherigen Kernmärkte DACH sowie UK kümmern werden, wird Sunstar sich um die globale Vermarktung der Startup-Produkte kümmern. „Die Partnerschaft mit Sunstar ergänzt unser Geschäft. Wir werden die Branche weiter transformieren und fühlen uns mit Sunstar als Partner bestens gerüstet. Wir sind auch dankbar für die Unterstützung durch unsere ursprünglichen Investoren, die es uns ermöglicht haben, die nächste Stufe unserer Entwicklung zu erreichen“, so Paul Varga, CEO von Playbrush.

Sowohl in Wien als auch in London wird in die Standorte investiert. Das Team wird ausgebaut, von derzeit von 30 auf 50 Personen. Wie bisher wird die Software inhouse gemacht, die Zahnbürsten – also die Hardware – werden von einem Schweizer Unternehmen in Europa produziert. „Die Wertschöpfung bleibt also komplett in Europa“, so Varga.

Springe zu:

Ganzen Artikel lesen

Mehr von Trending Topics