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Graphcore: Der britische Nvidia-Herausforderer holt 181 Mio. Euro

Nigel Toon und Simon Knowles, die Gründer von Graphcore. © Graphcore
Nigel Toon und Simon Knowles, die Gründer von Graphcore. © Graphcore

Spätestens ab heute muss man ein relativ junges britisches Startup am Radar behalten: Graphcore. 2016 von Nigel Toon und Simon Knowles in Bristol gegründet, ist das Ziel kein Geringeres als den Chip-Hersteller Nvidia aus den USA bei Prozessoren für Künstliche Intelligenz in die Schranken zu weisen. Und das ist natürlich eine Kampfansage – immerhin ist Nvidia dank seiner Grafik-Chips zur wertvollsten Chip-Firma der Welt aufgestiegen und hat Intel vom Thron gestoßen.

Wie will Graphcore das bewerkstelligen? Nun, erstmal mit einer neuen Investmentrunde. Mit frischen 181 Millionen Euro in der Tasche, die prominente Investoren springen lassen, sollen Hardware- und Software weiter verbessert werden. Insgesamt hat sich die junge Firma mittlerweile 710 Millionen Dollar bei VCs besorgt, die Bewertung liegt nunmehr bei etwa 2,8 Milliarden Dollar. Gegen Nvidia (ca. 320 Mrd. Dollar) ist Graphcore ein Zwerg, sieht sich aber technologisch überlegen.

Graphcore IPU-M2000. © Graphcore
Graphcore IPU-M2000. © Graphcore

Intelligence Processing Units

Die Briten nennen ihre Chips IPU – also Intelligence Processing Unit, was sich schon einmal namentlich von den GPUs von Nvidia (a.k.a. Grafikkarten) unterscheidet. Vor allem in großen Rechenzentren sollen die IPUs von Graphcore die ganz große Rechenlast bewältigen können, die mit AI-Anwendungen daherkommt. Bei Nvidias GPUs ist man eher zufällig draufgekommen, dass sie auch für Machine Learning taugen – Graphcore hingegen will dezidierte AI-Chips fertigen.

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„Die ersten Mikroprozessoren haben sich mit Skalaren, also einzelnen Zahlen befasst – dass sind die Prozessoren von Arm und Intel. Dann gab es die Revolution von Vector Processing, also die GPUs, um gute Bilder für den Bildschirm herzustellen. Deswegen ist Nvidia jetzt die wertvollste Chip-Firma geworden“, erklärte Hermann Hauser, via Amadeus Capital Partners bei Graphcore investiert,  „Aber wenn es um Künstliche Intelligenz und Machine Learning geht, geht es nicht um Skalar oder Vektor, sondern den Graph. Deswegen heißt die Firma Graphcore.“

Eine Kampagne gegen Nvidia

Dass sich gerade ARM-Mitgründer Hermann Hauser so für Graphcore stark macht, hat seinen Grund. Dem Investor schmeckt es nämlich gar nicht, dass Nvidia ARM (Marktführer bei mobiler Prozessor-Architektur) kaufen will. Würde das die Kartellwächter durchwinken, Europa und Großbritannien würden die letzte große Chip-Firma an die USA verlieren – und eine wichtige Waffe im digitalen Handelskrieg hergeben. Die Stärkung von Graphcore mit frischen Millionen ist also auch strategisch zu sehen.

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Graphcore versammelt nunmehr eine illustre Investorenrunde in seinem Cap Table:

  • Ahren Innovation Capital
  • Amadeus Capital Partners
  • Atomico
  • Baillie Gifford
  • BMW iVentures
  • C4 Ventures
  • Dell Technologies Capital
  • Draper Esprit
  • Fidelity International
  • Foundation Capital
  • Chrysalis Investments
  • Mayfair Equity Partners
  • M&G Investments
  • Microsoft
  • Ontario Teachers’ Pension Plan Board
  • Pitango
  • Robert Bosch Venture Capital
  • Samsung Catalyst Fund
  • Schroders / Schroder Adveq
  • Sequoia Capital
  • Sofina

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