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GoStudent überflügelt Bitpanda als Unicorn mit 1,4 Milliarden Euro Bewertung

Das Management-Team von GoStudent. © GoStudent
Das Management-Team von GoStudent. © GoStudent

Österreich hat ein neues Unicorn, und was für eines: Das EduTech-Startup GoStudent, erst 2016 gegründet, hat es in fünf Jahren zu einer Milliardenbewertung gebracht. Top-Investoren aus dem Ausland bewerten das junge Unternehmen, dass eine Online-Marktplatz für Nachhilfelehrer betreibt, mit satten 1,4 Milliarden Euro. Das ist noch einmal mehr als die Milliarde, die der Neobroker Bitpanda bei seiner Investmentrunde im März 2021 erreichte (Trending Topics berichtete).

GoStudent, das online Nachhilfelehrer an Schüler bzw. die Eltern (die die Rechnung schließlich bezahlen) vermittelt, holt frische 205 Millionen Euro (Series C) an Bord, und zwar von de Lead-Investoren DST Global, SoftBanks Vision Fund 2, Tencent und Dragoneer. Auch die bestehenden Investoren Coatue, Left Lane Capital und DN Capital ziehen bei der Runde mit – und verdeutlichen wieder einmal: Derzeit gibt es für europäische Scale-ups enorm viel Geld aus den USA und Asien. Insgesamt sind nun etwa 291 Millionen Euro in GoStudent gepumpt worden. Generell sieht man, dass aktuell  europäische Unicorns am Fließband produziert werden.

Es gab nie eine bessere Zeit, Startup-Gründer in Europa zu sein

Hockey Stick aus dem Bilderbuch

Für GoStudent, das mit einem kostenlosen Hausaufgaben-Chat via WhatsApp startete, ist es eine Karriere aus dem Startup-Bilderbuch. Nachdem das Geschäftsmodell mehrmals gedreht und verfeinert wurde (vor allem von gratis auf kostenpflichtig), ist der Knopf schließlich so wirklich im Corona-Jahr, als Lockdowns Schüler ins Home Schooling zwangen, aufgegangen. EduTech und damit auch GoStudent hat einen enormen Push bekommen, und bei der Digitalisierung von Bildung wird das Wiener Scale-up nun eine tragende Rolle spielen.

Auch eine weitere wichtige Metrik zeigt deutlich nach oben. Im November 2020 wurden mehr als 100.000 Nachhilfe-Einheiten über die Plattform gebucht, im März 2021 waren es 250.000, im Juni 2021 sind es schon mehr als 400.000 – eine Vervierfachung innerhalb eines halben Jahres. Parallel dazu wurde die Personal-intensive Firma (Eltern werden online beraten, welche Nachhilfelehrer am besten zu ihren Kindern passen) auf mittlerweile mehr als 500 Mitarbeiter ausgebaut. Bis Ende 2020 sollen es 1.000 Mitarbeiter und mehr als 10.000 Nachhilfelehrer sein.

Österreichischer Startup-Sektor sammelt 2021 bereits mehr als halbe Milliarde Euro ein

Die Investmentrunden von GoStudent.

Riesiger Return für Frühphasen-Investor Speedinvest

Mit namhaften Investoren wie DST Global, SoftBank, Tencent und Coatue, die ja allesamt nicht auf Startups, sondern auf Growth-Companies spezialisiert sind, ist der Weg für GoStudent nun relativ klar vorgezeichnet. Gegenüber Trending Topics bestätigte Ohswald bereits, dass man an die Börse wolle. Softbank und Co erwarten sich von Scale-ups üblicherweise einen Wachstumsfaktor von 5 bis 10. GoStudent würde dann schnell an die Marke von zehn Milliarden Euro kommen – ein Level, für das sich IPOs bzw. Direct Listings besser eignen als der Exit an einen anderen Markt-Player – aber wer weiß.

Durch die Investmentrunden Ende 2020 und 2021 angetrieben, hat GoStudent sein Angebot auf mittlerweile 18 Länder in Europa ausgedehnt. Der Nachhilfemarkt ist 30 Milliarden Euro in Europa schwer, und wer weiß, wie viele Nachhilfestunden noch schwarz bezahlt werden. Im Digitalen eröffneten sich für die Wiener Gründer große Wachstumschancen – auch deshalb, weil der Markt stark fragmentiert ist und quasi auf einen europäischen Marktführer nur wartet.

GoStudent im Action. © GoStudent
GoStudent im Action. © GoStudent

Aus österreichischer Sicht ist GoStudent, das neben Wien Standorte in elf Städten (etwa Athen, Istanbul und Amsterdam) hat, ein sehr großer Erfolg. Es setzt nicht nur EduTech groß auf die Landkarte der europäischen Unicorn-Landschaft, sondern bringt auch Frühphasen-Investor Speedinvest massive Gewinne – der Wiener VC ist seit 2016 an Bord. Die geschätzten Anteile von etwa fünf bis sechs Prozent von Speedinvest (noch ist die Verwässerung der Anteile im Firmenbuch nicht nachzuvollziehen) sind nunmehr grob 80 Millionen Euro wert. Bei einem Investment von etwa 800.000 Euro bedeutet das bis dato einen Return von satten 100x, schätzt Trending Topics.

Und 80 Millionen Euro – das ist ordentlich viel Geld. Den die Investmentsummen, die Speedinvest in GoStudent steckte, stammen aus dem zweiten Fonds des Wiener VCs – und der war mit 90 Millionen Euro dotiert. Ein einziges Startup-Investment bringt also den kompletten Return für den Fonds.

Mehr als halbe Milliarde Euro für Österreich

Die Finanzierungsrunde hebt auch das österreichische Ökosystem auf ein völlig neues Level. Mittlerweile wurden 2021 mehr als 500 Millionen Euro (davon gehen 275 Mio. Euro auf das Konto von GoStudent) in heimische Startups und Scale-ups investiert. Das ist entspricht mehr als einer Verdoppelung gegenüber 2020 – und das war schon ein Rekordjahr (mehr dazu hier).

Österreichischer Startup-Sektor sammelt 2021 bereits mehr als halbe Milliarde Euro ein

Die größten Finanzierungsrunden in Österreich 2021:

Firma Investmentrunde Branche
GoStudent 205 Mio. Euro EdTech
Bitpanda 152 Mio. Euro Crypto/Fintech
GoStudent 70 Mio. Euro EdTech
Tractive 28,6 Mio. Euro PetTech
Bitmovin 20,7 Mio. Euro Videostreaming
Bluecode 20 Mio. Euro Mobile Payment
Crate.io 8,25 Mio. Euro IoT Database
StoryBlok 7,2 Mio. Euro CMS Software
Allcyte 5 Mio. Euro BioTech
Propster 3 Mio. Euro Proptech
inoqo 2 Mio. Euro Greentech
Speedinvest Heroes 1,5 Mio. Euro HR
WeShip > 1 Mio. Euro Logistics
Cashy > 1 Mio. Euro Digital Pawnshop
XUND > 1 Mio. Euro HealthTech
Logsta > 1 Mio. Euro Logistics
VitreaLab > 1 Mio. Euro Display Tech
markta > 1 Mio. Euro E-Commerce
Eloop > 1 Mio. Euro Carsharing
NumberX > 1 Mio. Euro Fintech
Visplore 1 Mio. Euro Data Visualisation
Txture > 1 Mio. Euro Cloud IT

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