Quartalszahlen

Google, Microsoft & Amazon: Wie die IT-Riesen ihre Cloud-Dienste zum Milliardengeschäft ausbauen

Wo das Internet teilweise zu Hause ist: Google Rechenzentrum von innen. © Google
Wo das Internet teilweise zu Hause ist: Google Rechenzentrum von innen. © Google

„Wo ist dieses Internet eigentlich zu Hause?“ Diese Frage beantworten derzeit die beiden Internet-Riesen Google und Amazon mit ihren neuesten Quartalszahlen. Beide konnten, klarerweise dank ihres starken Kerngeschäfts (Werbung bzw. eCommerce) stattliche Umsatz- und Gewinnzuwächse verzeichnen. Google profitierte vor allem durch den Zuwachs bei mobilen Ads und Video-Ads (a.k.a. YouTube), Amazon vom Verkauf von waren über seine Plattform.

Doch daneben haben sich beide eine neue Einnahmequelle aufgemacht, die Milliarden abwirft und noch mehr Milliarden in Zukunft bringen soll: die Cloud, also Rechenzentren auf der ganzen Welt, in der sich andere, kleinere Internetfirmen einmieten, die selber keine Server haben. In den nächsten fünf Jahren, schätzt der Marktforscher Gartner, werden weltweit direkt oder indirekt eine Billion (also 1.000 Milliarden) US-Dollar weltweit von Unternehmen in die Cloud investiert.

AWS-Umsatz wächst um 58 Prozent

Als globaler Marktführer traut sich Amazon für seine Amazon Web Services (AWS) mittlerweile, die Umsatzzahlen gesondert zu veröffentlichen. Im zweiten Geschäftsquartal 2016 konnte man den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 58,2 Prozent auf 2,89 Milliarden US-Dollar steigern. Amazon-Chef Jeff Bezos zeigt sich zuversichtlich, dass AWS noch dieses Jahr ein 10-Milliarden-Business werden soll, trotz wachsender Konkurrenz von Microsoft (Azure) oder Google (Google Cloud Platform). Das Schöne an AWS für Amazon ist, dass es nach Jahren der Investments hohe Margen abwirft, die dem Gesamtzahlen sehr zuträglich sind und Amazon endlich Profit machen lassen.

Dass Amazon so zuversichtlich ist, ist kein Wunder. Denn mit Kunden wie Netflix, Airbnb, Slack, Soundcloud, Expedia, Pinterest, Foursquare, EyeEm, Freeletics, Mytaxi, Shazam, Stripe oder WeTransfer lebt das gefühlte halbe Internet auf den Servern von Amazon.

Googles Cloud wird immer wichtiger

Google, laut Marktforscher Synergy auf Platz vier hinter Amazon, Microsoft und IBM im Cloud-Geschäft, weist seine Umsätze der Cloud Platform nicht gesondert aus. Doch man kann davon ausgehen, dass die Einnahmen der Mutter-Holding Alphabet, die unter dem nichtssagenden Titel „Others“ laufen, zu einem großen Teil aus der Cloud kommen. Das erklärte Ziel von Google ist, dass man 2020 eine Cloud-Firma ist. Möglich wäre dann, dass das Unternehmen mehr Einnahmen mit der Cloud macht als mit Online-Werbung.

Gegen Amazon kann Google vor allem zwei Kunden in seiner Cloud vorweisen: Snapchat und Spotify. Beide Dienste haben sich auf den Servern der Firma aus Mountain View gemütlich gemacht (TrendingTopics.at berichtete). Daneben gibt es eine Vielzahl an anderen kleinen Firmen, darunter auch einige österreichische Start-ups, die mit der Google-Cloud arbeiten.

Microsoft pusht seine Cloud ebenfalls

Auch Microsoft glaubt fest an eine große Zukunft mit seinen Cloud-Diensten, die neben Office365 vor allem die Server von Azure darstellen. In seinen Quartalszahlen weist Microsoft Azure nicht gesondert aus, ließ aber wissen, dass es sich dabei um ein 10-Milliarden-Dollar-Geschäft dieses Jahr handeln soll, bis 2018 soll das auf 20 Milliarden US-Dollar verdoppelt werden. Ans Smartphone-Geschäft, das von Samsung, Google, Apple und chinesischen Herstellern dominiert wird, glaubt man bei Microsoft derweil nicht mehr. Insgesamt 4.700 Jobs seiner Smartphone-Sparte, viele davon in Finnland bei der Tochter Nokia, streicht man in den nächsten zwölf Monaten.

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