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Google-Chef Sundar Pichai wehrt sich gegen die Milliardenstrafe der EU

Android-Figuren, die niedliche Art. © Google
Android-Figuren, die niedliche Art. © Google

„Wir beabsichtigen, Einspruch zu erheben.“ So endet der Blog-Eintrag von Google-Chef Sundar Pichai, der nach der Bekanntgabe der Strafe von 4,34 Milliarden Euro gegen den US-Internetkonzern durch die EU-Kommission veröffentlicht wurde. Während einige Experten die verhängte Rekordstrafe wegen illegaler Geschäftspraktiken rund um das marktbeherrschende mobile Betriebssystem Android für zu niedrig erachten, sieht man sich bei Google naturgemäß ungerecht behandelt.

Pichai führt an, dass man mit Apples mobilen Betriebssystem iOS sehr wohl einen Konkurrenten am Markt für mobile Smartphone-Software hätte – auch wenn das die EU-Kommission anders sieht. Für diese ist Apple wegen hoher Preise der Geräte und dem umständlichen Wechsel zum iPhone keine Alternative für die breite Masse, die Android benutzt. Wie dominant am Markt Android vertreten ist, gibt Pichai selbst zu. Ihm zufolge gibt es 24.000 verschiedene Geräte-Modelle von 1.300 verschiedenen Marken, die Googles Betriebssystem einsetzen.

„Today’s decision rejects the business model that supports Android, which has created more choice for everyone, not less.“ – Sundar Pichai

Alternativen immer verfügbar

Dass Android-Geräte mit vorinstallierten Google-Apps zum Konsumenten kommen, sieht Pichai als positiv. Immerhin würden diese dafür sorgen, dass das Smartphone „out of the box“ gut funktioniert. Außerdem würde niemand gezwungen werden, diese Google-Apps zu installieren oder zu verwenden. Handy-Hersteller müssten die Google-Dienste nicht verwenden, und Konsumenten könnten die Apps deinstallieren oder sich im Play Store alternative Apps besorgen. So seien die mobilen Browser Firefox und Opera Mini jeweils mehr als 100 Millionen Mal geladen worden, der in China beliebte UC Browser sogar 500 Millionen Mal.

Außerdem will Google nicht die einzige Firma sein, die Apps vorinstalliert. Auf einem typischen Gerät seien im Schnitt 40 Apps von unterschiedlichen Entwicklern vorinstalliert. Der Play Store würde für weitere Vielfalt sorgen, dort gebe es mehr als eine Million unterschiedlicher Apps, aus denen Konsumenten auswählen. Was Pichai nicht dazusagt: Die EU-Kommission beanstandet, dass Google illegale Zahlungen an Gerätehersteller und Mobilfunkbetreiber geleistet hat, um diese dafür zu belohnen, wenn sie ausschließlich die Google-Suche vorinstallieren.

Auch den Wirtschaftsraum der EU hält der Google-Chef unter die Nase, wie wichtig Android für diesen sei. So würden Geräte-Hersteller aus den Niederlanden, Finnland, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Italien, Litauen, Polen, Rumänien, Spanien und Schweden auf die Software bauen. Zudem würden 1,6 Millionen Europäer ihren Unterhalt als App-Developer verdienen. Auch hier wird nicht dazu gesagt: Die wirklich großen Unternehmen, die auf Android setzen, kommen aus Südkorea und China, und Apples App Store wirft für Entwickler viel mehr Geld ab als Googles Play Store.

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