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Ankündigung

Google besiegelt Ende für Tracking und Third-Party-Cookies im Netz

© Photo by Pathum Danthanarayana on Unsplash
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Dieser Blog-Eintrag kommt einem digitalen Erdbeben gleich: Google hat angekündigt, nach dem Auslaufen von Third-Party-Cookies künftig auf personalisierte Werbung verzichten zu wollen und auch keine alternativen Methoden für Cookies zum Tracken von Nutzern über Webseiten hinweg einsetzen zu wollen.

„Um das Internet offen und zugänglich für alle zu halten, müssen wir alle mehr für den Schutz der Privatsphäre tun – und das bedeutet nicht nur ein Ende der Cookies von Drittanbietern, sondern auch jeglicher Technologie, die dazu verwendet wird, einzelne Personen beim Surfen im Internet zu verfolgen“, heißt es seitens Google-Manager David Temkin.

Das ist natürlich ein Paukenschlag in der Online-Branche, wenn der größte Werber der digitalen Welt Third-Party-Cookies eine Absage erteilt. Google will sich so mehr Privatsphäre und Datenschutz auf die Fahnen schrieben – also Dinge, wegen deren niedrigem Stellenwert im Unternehmen es seit vielen Jahren kritisiert wurde.

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Chrome-Browser als Hebel

Wichtigster Hebel für Google ist der Chrome-Browser, der weltweit einen Marktanteil von mehr als 70 Prozent hat. Chrome wird Cookies künftig nicht mehr unterstützen – und folgt damit den Browsern Firefox von Mozilla und Safari von Apple, die das seit 2019 bzw. 2020 nicht mehr standardmäßig zulassen. Apple ist besonders streng und wird das Tracken von Personen über Apps hinweg ebenfalls nur mehr mit ausdrücklicher Zustimmung des Nutzers erlauben – weswegen Facebook schon auf die Barrikaden stieg.

Google befindet sich in der komfortablen Position, dass Milliarden Menschen bei Google-Diensten (YouTube, Workplace, Search etc.) permanent eingeloggt sind und so sowieso schon zur Verarbeitung ihrer Daten zugestimmt haben.

„Unsere Web-Produkte werden mit datenschutzfreundlichen APIs betrieben, die individuelles Tracking verhindern und dennoch Ergebnisse für Werbetreibende und Publisher liefern“, so Temkin weiter. Neue, Privatsphäre-freundliche Technologien wie Aggregation, Anonymisierung, oder so genanntes On-Device Processing würden auch gute Ergebnisse bei für den Betrachter relevante Werbung liefern, und man müsse Individuen dafür nicht mehr tracken.

Fokus auf First Party und FloC

Als Beispiel nennt Temnik Federated Learning of Cohorts (FLoC) als neue Technologie, die Google Ads ab dem zweiten Quartal 2021 anbieten will. Dabei sollen Personen in Clustern zusammengefasst werden, um dann aus den Gruppeneigenschaften Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. Diese Erkenntnisse könne man dann für interessensbasierte Werbung verwenden, müsse aber nicht eine Person einzeln durchleuchten.

Im Werbegeschäft will sich Google weiter stark auf First Party fokussieren und dafür auch mit Partnern zusammenarbeiten.

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