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Online-Markt: „Wir haben Goodity von zuhause in der Quarantäne aufgebaut“

Julia Kruslin, Sandra Schmidt, Alena Sljivo und Desislava Georgieva von Goodity. © Goodity
Julia Kruslin, Sandra Schmidt, Alena Sljivo und Desislava Georgieva von Goodity. © Goodity

Der Wunsch vieler Unternehmer und Developer ist dieser Tage besonders groß, mit neuen Online-Plattformen durch die Corona-Krise in Not geratenen Händlern und Gastronomen zu helfen. So gibt es mit gutschein-nachbar.at, zusammen-leiwand.at, Way to Passion hilft oder www.vorfreude.kaufen bereits eine Reihe von Initiativen, die Geschäfte und Lokale listet, bei denen man Gutscheine für spätere Leistungen kaufen kann. So soll den Kleinunternehmern schnell und unkompliziert geholfen werden, liquide zu bleiben.

Mit Goodity hat sich in den letzten Wochen nun ein neues Projekt entwickelt, das als kostenloser Onlinemarktplatz für Kleinunternehmen aus Österreich dienen will. Das Projekt ist von den vier Gründerinnen Julia Kruslin, Sandra Schmidt, Alena Sljivo und Desislava Georgieva in kurzer Zeit aus den Boden gestampft worden und funktioniert derzeit folgendermaßen: Kleine Unternehmen, aber auch EPUs, können einen Account anlegen und dann ihre Produkte listen. Wenn ein Produkt verkauft wird, dann bekommt das Team von Goodity eine kleine Vermittlungsprovision.

Kostenfreie Listung, Provision bei Verkauf

„Händler können sich kostenfrei anmelden und ihre Produkte listen. Erst bei erfolgreichem Verkaufen, behalten wir zwei Prozent ein“, sagt Mitgründerin Julia Kruslin zu Trending Topics. „Das ist am unteren Ende von dem, was Plattformen normalerweise einbehalten. Amazon oder Shöpping behalten etwa um die 10 Prozent ein.“

Wer nun bei Goodity einkauft, der kann dort mit PayPal bezahlen und sich eines der derzeit 150 gelisteten Produkte schicken lassen. „Wir hatten bisher noch keine Medienaufmerksamkeit und erst seit Sonntag über Social Media eine Präsenz aufgebaut – jedoch kein bezahltes Marketing. In den letzten 48 Stunden haben wir bereits 150 Inserate und 60 Nutzer verzeichnen können“, sagt Kruslin. „Darüber hinaus hatten wir mehr als 1.000 Unique Visits auf der Webseite und erste Bestellungen verzeichnet. Grundsätzlich kommen die Inserate aus ganz Österreich, der Großteil jedoch aus dem Süden.“

Vier Gründerinnen kennen sich nur virtuell

Jeder Händler, der gelistet ist, versendet seine Produkte eigenständig, Goodity selbst stellt keine Logistikdienstleistungen zur Verfügung. Ein komplett ausgefeiltes System konnte das Team in der kurzen Zeit nicht aufstellen. „Der Anbieter muss die Angebote manuell entfernen, wenn der Warenstand unter 0 geht. Da kleine Unternehmen und EPUs selten über ERP Systeme verfügen, kann das leider nicht automatisiert werden“, sagt Kruslin. Somit ist nicht immer fix, dass ein gelistetes Produkt auch verfügbar ist. „Jede Bestellung musst erst durch den Inserenten bestätigt werden und kann daher bei fehlendem Inventar im Nachhinein abgelehnt werden.“

Ungewöhnlich ist die Entstehungsgeschichte von Goodity. Niemand aus dem 4er-Gründerteam hat alle Mitglieder zuvor gekannt oder gesehen, das Projekt wurde ausschließlich in virtuellen Meetings aufgebaut – ein echtes Treffen gab es noch nicht. „Ich habe die Mitgründerinnen Julia und Dessie noch nie außerhalb des PC-Screens gesehen“, sagt Alena Sljivo. „Wir haben Goodity.at alle von zuhause in der Quarantäne aufgebaut.“

Zusammen gefunden hat das Team so: Julia Kruslin und Sandra Schmidt waren zusammen auf Auslandssemester in den USA und hatten dort die Idee zu Goodity. Schmidt holte dann Sljivo dazu, sie kannten sich schon von einem Erasmus-Projekt, und Kruslin überzeugte schließlich Studienkollegin Georgieva davon, ins Team zu kommen. Hoffentlich haben die vier bald die Möglichkeit, sich auch mal analog zu treffen.

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