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Stroncton-Gründer Geri Kriechbaum: „Bei uns geht’s nicht darum, so viel Kohle wie möglich zu machen“

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Geri Kriechbaum, der Gründer von Stroncton. © Stroncton
Geri Kriechbaum, der Gründer von Stroncton. © Stroncton

Geri Kriechbaum ist 26 Jahre alt und kommt aus dem Bezirk Vöcklabruck in Oberösterreich. Geri hat einen ganz „normalen“ Lebensweg durchgemacht – Volksschule, Hauptschule, HTL und dann eben der 9-5-Job, wie man es halt so macht. Im Jahr 2014 hat er sich zum ersten Mal die Frage gestellt: Was ist eigentlich los, wenn ich diesen Job aus irgend einem Grund nicht mehr habe? Was würde ich machen? Er ist dann sehr rasch zu der Entscheidung gekommen, aus seiner Leidenschaft zum Zeichnen, aber auch für´s Marketing ein kleines Business nebenbei zu starten. Geri hat seinen „sicheren” Job als Maschinenbaukonstrukteur gekündigt und sich für ein Studium der Kommunikationswissenschaften eingetragen, um für sein Unternehmen dazulernen zu können und sich mehr auf seine Leidenschaft konzentrieren zu können.

Stroncton ist eine Lifestyle-Brand für Menschen, die genau das machen was sie lieben, die unserer Gesellschaft und Umwelt etwas zurückgeben und einen positiven Einfluss auf unsere Zukunft haben wollen. Diese Marke steht für faire und umweltbewusst hergestellte Produkte, und sie unterstützt mit jedem Verkauf Charity-, Tierschutz- oder Umweltschutzprojekte. Ein großes Ziel ist es, dem Kunden ein gutes und schönes Gefühl mitzugeben.

Was treibt dich an?

Was mich am meisten antreibt, sind meine Träume und Ziele. Ich möchte eines Tages aufstehen und wissen, dass ich jetzt genau das machen kann, was mir Spaß macht – sprich, ich will mein Hobby zum Beruf machen. Es ist dann nicht mehr das Gefühl von „arbeiten zu müssen“, sondern ich darf genau das machen, was meine Berufung ist. Mit meiner Arbeit möchte ich etwas Gutes für unsere Zukunft bewirken: Ich möchte Hilfsorganisationen für Menschen, Tiere und Natur unterstützen. Und genau so möchte ich dann natürlich auch meinen Lebensunterhalt verdienen und mein eigener Chef sein.

Wann hast du die Leidenschaft für Mode entdeckt?

Leidenschaft für Mode ist vielleicht zu übertrieben. Ich würde eher Design als meine Leidenschaft bezeichnen. In meiner Skateboard-Zeit war ich schon immer von verschiedenen Marken wie Volcom, Emerica, Flip und aktuell Picture, Brixton, Famous usw. fasziniert. Sie alle bringen einen besonderen Lifestyle auf die Straße, der mich begeistert. Mit viel Liebe zum Detail und „out of the box“ Designs verleihen sie deren Marke etwas Besonderes. Ich wollte schon im Jahr 2005 ein Label gründen, jedoch war dann irgendwie Schule usw. wichtiger. ;)

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….und warum dann gleich fair und nachhaltig?

Das hat sich daraus ergeben, dass ich immer öfter von echt schlimmen Vorfällen gehört habe die mir teilweise echt sorgen bereiten…sei es von Kinderarbeit, Arbeitszeiten die sich bei uns niemand vorstellen könnte oder Arbeitsbedingungen wo man bei uns den Laden sofort dicht machen würde. Warum sollen Menschen auf der anderen Seite der Erde unter schlechteren Bedingungen arbeiten müssen als bei uns?? Nur damit wir billigst irgendwelche Massenwaren kaufen können?!?!?

Weiters hat mir die Backpack-Reise mit meiner Freundin durch Vietnam die Augen geöffnet. Wunderschöne Strände…doch überall Plastikmüll und Styroporverpackungen. Das war teilweise echt nicht schön anzusehen. Und deshalb war für mich von Anfang an klar, dass alle Produkte von Stroncton zu 100% fair und umweltbewusst hergestellt werden.

Mit deinem Kleidungslabel orientierst du dich sehr stark an nachhaltigen und umweltbewussten Prinzipien und darüber geht es dir ja auch noch um den guten Zweck. Wie zeigt sich das konkret?

Genau, also dieser Punkt ist uns besonders wichtig. Wir möchten somit einen Beitrag dazu leisten, das Gleichgewicht wieder herzustellen. Mit jedem verkauften Produkt wollen wir einen guten Zweck unterstützen. Mit unserer ersten Line „The Stroncton Human Line“ arbeiten wir mit skate-aid zusammen. Hierbei werden 10 Prozent vom Verkaufspreis an skate-aid gespendet und somit können Skateparks gebaut und Skateboards für Kinder in armen Ländern zu Verfügung gestellt werden. Wir haben noch viele coole Projekte auf unserer Ideenliste, die werden jetzt eben nach und nach umgesetzt, um möglichst viele coole gute Sachen zu unterstützen.

Was macht dein Modelabel so besonders?

Bei uns geht’s nicht darum, so viel Kohle wie möglich zu machen – klar, das Ziel wäre irgendwann mal davon leben zu können. Aber dieser Prozess wird einfach dauern und wir wollen Stroncton nachhaltig und mit einem starken Fundament aufbauen. Daher hat sich auch unser Social-Media Hashtag abgeleitet: #heartoverbucks
Soll soviel heißen, dass wir Mensch, Tier und Umwelt über den Profit stellen und darauf besonders achten. Es bedeutet aber auch, dass wir (zumindest jeden Tag ein wenig) das machen sollen, was uns Spaß macht, was wir lieben und nicht immer gleich darauf schauen, ob dabei genug Geld rausschaut. Wir wollen unseren Kunden ein besonderes Gefühl mitgeben – er unterstützt ja mit jedem Kauf einen guten Zweck, und somit braucht man nicht einmal ein schlechtes Gewissen haben, wenn man bei Stroncton einkauft. Weiters werden unsere Produkte mit viel Liebe zum Detail hergestellt, verpackt usw. Es kann auch sein, dass bei einem Päckchen von Stroncton auch die eine oder andere Überaschung zu finden ist. Wir wollen dem Kunden einfach eine tolle Erfahrung bieten, denn unsere Produkte sind eben für die coolsten Menschen der Welt.

Was macht Mode für dich so spannend?

Ich find es einfach spannend mit T-Shirts, Hoodies usw. ein Statement, eine Einstellung transportieren zu können, und somit kann es jeder sehen. Mit dem Branding wird die Marke mit Werte und Zielen bestücken und über das Medium T-Shirt zum Beispiel werden diese hinaus getragen. Weiters find ich es einfach toll zu sehen, wenn Menschen ein glückliches Lächeln im Gesicht haben wenn sie z.B. ein T-Shirt kaufen, welches ihnen besonders gut gefällt. Ich find’s einfach cool, Menschen zum Lächeln zu bringen.

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Kann Mode einen Beitrag für eine bessere Welt leisten?

Definitiv. Und ich bin mir sicher, dass so ziemlich jede Branche einen Beitrag leisten kann. Schon alleine, wenn man eben nicht mehr die „Dollarzeichen“ im Fokus hat, sondern eben das wirklich wichtige.

Wenn nicht Stroncton, was würdest du sonst machen?

Das ist eine gute Frage… Ich würde mich wahrscheinlich an den Schreibtisch setzen, kritzeln, irgendwann mal denken „hey…das sieht ja gar nicht so blöd aus“. Dafür würde ich mir einen Namen überlegen, und dann wieder eine Brand starten :) Auf jeden Fall würde ich wieder etwas beginnen, wo ich zu 100% Spaß daran habe.

Bist du ein neugieriger Mensch? Wenn ja, wie zeigt sich das konkret?

Ja, ich bin echt verdammt neugierig was neue Sachen anbelangt. Am Anfang bin ich teilweise immer ein echter Scheisser, aber ich versuchs dann trotzdem das eine oder andere auszuprobieren und zu wagen. Beispiel eine Rede an der FH Krems zu halten…ich wollte unbedingt wissen wie Stroncton rüber kommt…das erfahre ich aber nur wenn ich mich dem eben stelle und es ausprobiere. Aus Fehlern lernt man unheimlich viel, darum bin ich echt immer ziemlich offen für alles :)

Was würde der Welt abgehen, wenn es dich nicht geben würde?

Ein Haufen blöder Sprüche…haha

Wo findest du den Raum um Deine Leidenschaft ausleben zu können?

Zurzeit: Großteils im Wohnzimmer, welches gleichzeitig mit einem Schreibtisch ausgestattet ist. Mein Ziel ist jedoch, von überall aus arbeiten zu können wo ich WLAN habe, zumindest für meine Design-Arbeiten. Sei es am See oder irgendwo in einem Hostel in Vietnam, das wär schon echt cool.

Worauf verzichtest du, um deine Leidenschaft ausleben zu können?

In letzter Zeit ziemlich oft aufs Fortgehen am Wochenende, auf das lange Ausschlafen am Wochenende und aufs längere Schlafen unter der Woche.

Was ist eigentlich das Schönste bei deiner Arbeit?

Das Schönste dabei ist, meine Ideen als erstes auf Papier zu zeichnen und diese dann auf T-Shirts oder Hoodies usw. zu bringen. Diese Produkte finden dann Platz bei Menschen auf der ganzen Welt, die mit ihrem Kauf super glücklich sind. Gleichzeitig wurde auch noch einem Kind in Tansania ermöglicht, Skateboard fahren zu können und einen coolen Tag zu haben. Dieser Gedanke macht mich extrem happy :)

Wer sind deine wichtigsten und stärksten Unterstützer?

Auf jeden Fall meine Freundin Vanessa, meine Eltern, Geschwister und verdammt coole Freunde, die mir immer wieder unter die Arme greifen. Meine Mum hilft mir z.B. beim Labels anbringen, mein Bruder macht Produktfotos, meine Freundin hilft mir in der Buchhaltung und meine Freunde unterstützen mich „on the road“ bei Märkten und Pop-up-Shops. IHR SEIT ECHT DIE GEILSTEN :)

Wer baut dich auf, wenn es einmal nicht so klappt?

Meine Freundin gibt mir echt immer motivierende Worte, wenns gerade nicht so läuft oder wenn gerade mal ein Durchhänger aktuell ist. Das ist echt sehr sehr cool. Auch meine Eltern machen mir immer wieder Mut meinen Weg zu gehen. Bin echt dankbar dafür, dass sie so hinter mir stehen.

Gibt es noch geheime Projekte?

Wir haben noch einiges vor, ja :) Aber das wird nach und nach ans Tageslicht geholt. Jetzt hab ich auch endlich mehr Zeit für alles, und die Story beginnt dann erst so richtig :)

Wie gelingt es dir, Menschen für Deine Leidenschaft zu begeistern?

Indem ich selbst zu 110% begeistert und motiviert bin ist es viel einfacher andere Menschen zu begeistern. Das liegt glaub ich einfach daran, dass es wirklich genau das ist was ich machen möchte :) und was noch wichtig ist, auch über sich selbst lachen zu können wenn man mal etwas verbockt hat :)

Was sagen eigentlich Deine Freunde, Dein Umfeld, Deine Familien zu diesem Engagement?

Sie finden es echt cool dass ich mich so einsetze und unterstützen mich echt super. TOP. Ich weiß, dass es teilweise blöd ist, da ich beim einen oder anderen Treffen nicht dabei sein kann, aber sie haben immer volles Verständnis und das ist echt toll.

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