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Wiener Würze

Mit Weinviertler Umami vom „Genusskoarl“ braucht Geschmack keine künstlichen Verstärker

Das Team von "Genusskoarl" © Genusskoarl
Das Team von "Genusskoarl" © Genusskoarl

Lupinen sind in aller Munde. Als heimische Eiweißquelle und Soja-Konkurrenz stehen sie auf der Liste der Super Foods und werden für allerlei Experimente hergenommen. Karl Severin Traugott, Gründer und Geschäftsführer von „Genusskoarl“ ist nach seinem Studiums der Lebensmittelwissenschaften an der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien durch Zufall über einen Zeitungsartikel gestolpert, welcher über eine Lupinenwürzsauce berichtete. Das beschriebene Produkt und das natürliche Brauverfahren haben ihn begeistert und so begann er selbst zu experimentieren.

So entstand sein Würzmittel, das das spezielle Aroma von Lupinen mit einem natürlichen Brauverfahren verbindet und mittels Fermentation auf natürliche Weise tropfenweise Umami-Geschmack verstärkt. Traugotts herzhaft-salzige Gewürzsauce will Österreichs Antwort auf Glutamat sein. Biologisch und vegan ist die sogenannte Wiener Würze, die eigentlich gar nicht aus Wien stammt. Denn das Unternehmen „Genusskoarl“ hat seinen Firmensitz im ecocenter im Wirtschaftspark Wolkersdorf.

Traditionelles Brauverfahren

Nach einem 3.000 Jahre alten Brauverfahren wird die Speisewürze hergestellt. Sie besteht nur aus vier Zutaten: Lupinen, Hafer, Salz und Wasser werden gekocht, geröstet und zwei Mal fermentiert. Wie in der Käseproduktion von Camembert oder Weißschimmelkäse produziert dieser Edelschimmel vollkommen natürliche Enzyme, welche beginnen die Lupine und den Hafer in ihre Bestandteile aufzulösen. Sie muss regelmäßig durchgerührt werden. Nach mehreren Monaten wird sie filtriert, pasteurisiert und in die Flasche mit dem Jugendstil-angehauchten Etikett gefüllt.

Den Bio-Hafer baut Karl Severin Traugott selbst an, die Bio-Lupinen stammen von einem befreundeten Bauern in der Steiermark. Für die erste Produktion der Wiener Würze, benötigte Genusskoarl Rohstoffe in größeren Mengen und eine Packpresse für die Abfüllung. Da die Mittel „bescheiden“ waren, suchte man nach Unterstützung von Investoren über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Damals im Frühjahr vor zwei Jahren spülten 112 Unterstützer fast 11.000 Euro in die Kassa.

+++ 2 Minuten 2 Millionen: Die Startups, die Investoren, die Deals +++

Bioprodukt des Jahres

Der „Genusskoarl“ positioniert sich als regionale und gesunde Alternative zu herkömmlichen Gewürzsoßen. Das brachte ihm im Vorjahr im Rahmen der Bio Österreich-Messe in Wieselburg den Titel “Bio-Produkt des Jahres“ der Kategorie Farm & Craft, ein. Außerdem gewann er den Vegan.at-Award. Nun will es der Unternehmer bei 2 Minuten 2 Millionen versuchen. Er meint: „Wenn man einen Investor bekommt, dann bekommt man zusätzlich auch das ganze Know-how-Paket der Sendung mit“. Ihm geht es um mehr „als nur ein paar Nullen vor dem Komma und durch die Ausstrahlung zur Primetime kann man eine gewisse Bekanntheit lukrieren“. Schließlich scheint das erklärte „Genusskoarl“-Ziel: Wiener Würze in aller Munde.

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