Channel

Startups

Werbung

FreyZein: „Radically natural“ – Grazer Startup setzt auf Textilien ohne Synthetik

Das Team von FreyZein. Zweiter von links ist Jan Karlsson. © FreyZein
Das Team von FreyZein. Zweiter von links ist Jan Karlsson. © FreyZein

„Warum werden noch immer Produkte hergestellt, die Jahre – oder mit viel Liebe Jahrzehnte – genutzt werden, die aber anschließend die Umwelt für Jahrhunderte schädigen?“, fragt Jan Karlsson, CEO und Gründer von FreyZein. Ausgehend von dieser Problematik hat es sich das Grazer Start-up zur Aufgabe gemacht, hierfür Lösungen zu entwickeln. Die Vision: Kleidung und performante Stoffe herzustellen, die „radically natural“ sind.

FreyZein: Keine synthetischen Stoffe

„Wir verzichten vollständig auf synthetische Stoffe“, so Karlsson: „Zudem produzieren wir „bi-circular“. Dies bedeutet, dass wir aus den verwendeten Stoffen wieder neuen Stoff herstellen. Sollte dieser irgendwann einmal nicht mehr verwendet werden, ist er kompostierbar und bietet Nährstoffe für die Erde.“

Die Textilindustrie sei für zehn Prozent der globalen Treibhausgase verantwortlich, erzählt Karlsson. „Sie ist weltweit der zweitgrößte Wasserverbraucher und verursacht 20 Prozent der industriellen Wasserverschmutzung“. 60 Prozent aller Textilien bestehen zudem aus Synthetik, die ein Hauptverursacher von Mikroplastik in den Meeren ist. Karlsson: „Seit den 50er Jahren ist somit das Äquivalent von mehr als sieben Milliarden Fleece-Jacken in die Meere gespült worden. Dieses Mikroplastik lässt sich auch nicht mehr abbauen und schwimmt dort für Jahrhunderte herum oder landet in den Organismen von Tieren oder uns Menschen.“

Zirkuläres Geschäftsmodell

Hier will nun FreyZein mit seinem zirkulären Geschäftsmodell eine „positive sozio-ökologische Veränderung“ vorantreiben. Wie darf man sich das konkret vorstellen? „Mit einer großen Vision!“, erklärt der Gründer. „Nach heutigem Wissenstand ist es möglich, Materialien für Textilien zu verwenden, die unserer Natur nicht langfristig schaden. Natürliche Stoffe müssen heute nicht mehr ausschließlich aus den Naturfasern Baumwolle, Wolle, Leinen etc. hergestellt werden. Es gibt spannende Innovationen am Materialsektor. Alte Kleidung kann zudem recycelt werden. Wir agieren hier als ‚Role Model‘ und befinden uns auch noch am Anfang unserer Reise.“ FreyZein arbeite darum in einem länderübergreifenden Forschungskonsortium an innovativen Materialien, die das Potential haben sollen, im „technischen Textilmarkt“ synthetische Materialien zu ersetzen.

„Glauben daran, das Menschen Natur schützen möchten“

Vorerst konzentriert sich das Startup auf die Produktion von Outdoor-Bekleidung. Basierend auf einer ersten Jacken-Kollektion baue FreyZein gerade ein 2kleines und feines Sortiment an Produkten“ auf, mit denen man Zeit in der Natur und der Stadt verbringen könne. „Wir glauben daran, dass Menschen, die gerne in der Natur sind, diese auch schützen und erhalten möchten“, erklärt Karlsson seine Zielgruppe. Jede Jacke sei „radikal natürlich“ und bestehe aus „natürlichen High-Tech-Materialien“, die auf smarte Funktionalität für das 21. Jahrhundert treffen. Oder, wie Jan Karlsson zusammenfasst: „Wir setzen auf zeitloses Design und langlebige Produkte in Verbindung mit einer zukunftsfähigen Vision.“

Forschungsabteilung läuft auf Hochtouren

Die Idee scheint auf Gegenliebe zu treffen. „Mittlerweile sind wir fünf Leute im Team bei FreyZein“, freut sich der Gründer. Ende April soll die Jacken-Kollektion „gelauncht“ werden. Das Team arbeite außerdem gerade an einer Erweiterung der Kollektion, die dann im Herbst auf den Markt kommen soll. Davon abgesehen wird fleißig geforscht: „Unserer F&E-Abteilung beschäftigt sich damit, synthetische durch natürliche Performance-Textilien zu ersetzen. Wir machen gerade große Fortschritte dabei, natürliche Textilien auf eine bisher noch nicht da gewesene Leistung zu bringen, was Wasserabweisung & Atmungsaktivität betrifft. Ein Markt, der auch heute noch fast ausschließlich von synthetischen Materialien dominiert wird.“

Science Park Graz als optimale Wahl

Gearbeitet und geforscht wird im Science Park Graz (alle Artikel zum Thema). Für Karlsson die optimale Wahl: „Der Science Park Graz bietet das optimale Umfeld für Start-ups. Zwischen den GründerInnen herrscht eine angenehme Atmosphäre, man hilft sich, wo man kann. Wir erkennen immer wieder, dass wir zwar in verschiedenen Branchen tätig sind, doch viele ähnliche Probleme haben. Das schafft ein Miteinander und ein interaktives Lernumfeld! Das Science Park Graz -Team arbeitet hochprofessionell und ist immer mit Rat & Tat zur Stelle.“

Für Science Park Graz-Geschäftsführer Martin Mössler zeigt die Entwicklung von FreyZein, „dass Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze mit positiven gesellschaftlichen Entwicklungen einhergehen können. Unsere Rolle dabei ist, sie bestmöglich auf ihrem Weg an die internationale Spitze mit unserem hochkarätigen Netzwerk und der Erfahrung unserer Experten zu unterstützen.“

Martin Mössler, CEO Science Park Graz und ESA BIC Austria General Manager. © Christian Jungwirth
Martin Mössler, CEO Science Park Graz und ESA BIC Austria General Manager. © Christian Jungwirth

FreyZein hat jedenfalls ehrgeizige Pläne für die Zukunft. Die eigene Expertise soll verbreitet werden. Karlsson: „FreyZein hat seinen Platz am Outerwear-Markt gefunden. Mehr und mehr Unternehmen fragen nach unserem entwickelten ‚Bi-Circular Performance Fabric‘, da auch sie umdenken und einsehen, dass Produkte ohne synthetische Materialien gefertigt werden können und dennoch leistungsfähig sind. Wir bauen Brücken und reichen auch anderen Outdoor- & Sports-Brands mit unserem Magic Fabric die Hand.“

atmoky: Die dreidimensionale Zukunft von Audio

Springe zu:

Ganzen Artikel lesen

Mehr von Trending Topics