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Förderstellen: Frauen-Bonus funktioniert, aber eine Quote ist schwer

Gilrs Rule. © CoWomen von Pexels
Gilrs Rule. © CoWomen von Pexels

Gestern, am Weltfrauentag, haben wir die Frage aufgeworfen, ob es notwendig ist, Bei Förderungen und Investments in Startups eine Frauenquote einzuführen. Denn trotz vieler Initiativen und Commitments seitens einflussreicher Menschen hat sich die Situation in Österreich (wie auch in vielen anderen Ländern) kaum geändert – weibliche Gründer sind weiter in der deutlichen Minderheit.

Bei einer Befragung zahlreicher Gründerinnen aus Deutschland und Österreich (hier nachzulesen) ist unterm Strich herausgekommen: Die meisten befürworten eine Quote. Auch eine große Diskussion auf der Austrian Startups Pinwall zeigt, dass es viele Stimmen für eine solche Quote gebe – auch wenn man an der genauen Ausgestaltung wohl noch feilen müsste.

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Wien: „Fördermaßnahmen wirken“

Wie aber könnte sich eine Frauen-Quote bei Förderungen auswirken? Für die Wirtschaftsagentur Wien, neben den bundesweiten Förderstellen eine der wichtigsten Institutionen in dem Bereich in Österreich ist das eigentlich kein neues Thema, dort beschäftigt man sich mit „Gender Mainstreaming“ seit 2004. Die Förderstelle für Wiener Unternehmen gibt bei fast allen Förderprogrammen den so genannten „Frauen-Bonus“: Geförderte Projekte, die nachweislich von einer Frau geleitet werden, erhalten zusätzlich Fördergeld.

Außerdem gab es seit 2004 sechs Förderwettbewerbe ( sog. „FemPower-Calls“), um gezielt Frauen in der betrieblichen Forschung zu unterstützen. Insgesamt wurden so 57 Projekte mit 10,2 Mio. Euro unterstützt. 2012, also schon vor vielen Jahren, wurde auch untersucht, wie Frauenförderungen wirken.

„Vor allem junge Mitarbeiterinnen vollziehen mit Hilfe von Frauenfördermaßnahmen einen Karrieresprung und können diese Positionen auch halten“, heißt es seitens der Wirtschaftsagentur. „Bei etablierten Mitarbeiterinnen wirkt sich die Fördermaßnahme auch deutlich auf das Unternehmen an sich aus, indem beispielsweise weiteres Personal aufgenommen oder neue Felder bearbeitet werden konnten.“

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Am Ende muss die Politik entscheiden

Eine Frauenquote bei Förderungen einzuführen, ist für staatliche Förderstellen schwer umzusetzen und bedarf letzten Endes politischen Willens. Aber: Gender-Kriterien gibt es etwa bei der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) nunmehr seit zehn Jahren. „Kriterien, die auf die Ausgewogenheit der Projektteams in Bezug auf Gender abzielen, sind in allen von der FFG abgewickelten Programmen verankert. Zudem wird bei F&E-Vorhaben die inhaltliche Verankerung von genderspezifischen Themen – falls Personen Gegenstand der Forschung sind – erwartet und über die Förderkriterien angesprochen“, heißt es seitens FFG.

Außerdem gebe es eigene Förderprogramme mit Gender-Schwerpunkt, etwa „Talente“, „w-fFORTE“, „Laura Bassi 4.0“ oder bei Forschungspartnerschaften für Industrienahe Dissertationen, wo 50 Prozent der Mittel für Projekte von weiblichen Dissertantinnen vergeben werden. was seitens FFG aber auch festgehalten wird: „Fakt ist, dass viel weniger Frauen in Forschung und Innovation tätig sind und viele Innovationen einen Genderbias haben.“

Seitens Austria Wirtschaftsservice (aws), neben der FFG der wichtigste Fördergeber in Österreich, heißt es schließlich: „Die Spielregeln der Förderungsprogramme werden durch die Richtlinien der Auftraggeber vorgegeben. Die Unterstützung von Gründerinnen und Unternehmerinnen sehen wir als aws aber als wichtige Aufgabe, so ist Geschlechtergleichheit etwa bei Förderungsprogrammen wie aws Creative Impact von besonderer Bedeutung – so werden bei diesem Förderungsprogramm als Bewertungskategorie die SDGs (Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen) als Basis genutzt. Geschlechtergerechtigkeit ist dabei ein wichtiger Bestandteil. Darüber hinaus fördert die aws etwa mit dem Gründerpreis PHÖNIX Frauen als Gründerinnen und Unternehmerinnen besonders.“

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