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Fräsinator: Die sanfte Schneefräse aus Niederösterreich

Der Fräsinator in Aktion. © NG Green
Der Fräsinator in Aktion. © NG Green

Der „Fräsinator“ ist wohl eine der ungewöhnlichsten Erfindungen der TV-Show „2 Minuten 2 Millionen“. Hanna Gansch, die die Firma NG Green, gemeinsam mit ihrem Vater Leopold betreibt, hat auch gar nicht so richtig damit gerechnet, aufgenommen zu werden. „Das Casting war aber dann erfolgreich, weil der Fräsinator einmal etwas anderes ist und die Präsentation witzig war“, erzählt Hanna Gansch. Das witzige Gerät ist eigentlich eine Landwirtschafts-Großmaschine, die dabei hilft, jegliches Schüttgut rasch von A nach B zu bewegen. Für diese Aufgabe gibt es zwar schon Fräsen, die können aber in der Regel nur Schnee oder besonders unempfindliches Material bewegen.

Fräsinator: Geschupft, nicht geschleudert

Der Fräsinator ist sanft genug, um auch Hackgut oder Mais nicht weiter zu zerkleinern. Dazu arbeitet das Gerät mit einem Rad mit beweglichen Schaufeln, die das Gut nur schupfen und nicht schleudern. Im Vergleich zu herkömmlichen Fräsen ist das Schaufelrad um 90 Grad gedreht und bewegt das Material sanft in die Schleuderkammer. Durch die geringere Reibung ergibt sich ein weiterer Vorteil: der Fräsinator braucht um 60 Prozent weniger Energie. Die Auswurfleistung beträgt je nach Art des Schüttguts 3.000 bis 5.000 m3/h. Die Arbeitsgeschwindigkeit kann zwischen zwei und 15 km/h frei gewählt werden.

Erfinder in Konkurs

Das vierköpfige Team tüftelt jetzt in Kirchberg an der Pielach gerade noch am Getriebe. Mitte des Jahres soll die Entwicklung aber abgeschlossen sein, ist Gansch überzeugt. Die Idee zum Fräsinator ist eigentlich im Nachbarort entstanden – der Erfinder habe die Technologie aber nicht vermarkten können und sei in Konkurs gegangen, so Gansch. Die NG Green will sich bei der Vermarktung schlauer anstellen und es sieht ganz gut aus: „Die Anfragen prasseln nur so herein“. Eigentlich hat die junge Firma heuer nur mit einem Absatz von fünf Geräten gerechnet – tatsächlich dürften es aber 15 werden, verrät die 29-Jährige. Ein Fräsinator soll 42.500 Euro kosten – der längere Teleskopkamin kommt zusätzlich auf 6.500 Euro.

Sand schaufeln in der Wüste

Der Fräsinator könnte für zwei besonders spannende Marktsegmente interessant sein. Landwirte können sich große Maschinen zunehmend nicht selbst leisten und setzen auf Lohnarbeiter. Die haben deshalb das ganze Jahr über mit sehr unterschiedlichem Schüttgut zu tun. „Das ist ein stark wachsender Markt“, erklärt Gansch. Ein ganz anderes Standbein könnte sich die Firma in den Arabischen Emiraten aufbauen. Werden etwa Erdöl-Pipelines im Sand verlegt, bläst der Wüstenwind oft die dafür geschaffenen Gruben während der Vorbereitungsarbeiten schon wieder zu. „Hier kann der Fräsinator helfen“, sagt Gansch. Noch heuer könnte die Großmaschine bei einem konkreten Projekt getestet werden.

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