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FlyNow Aviation: Österreich hat jetzt sein erstes Flugtaxi-Startup

Prototyp von FlyNow. © FlyNow Aviation
Prototyp von FlyNow. © FlyNow Aviation

Eine Person inklusive Gepäck mit einem Top-Speed von 130 km/h 50 Kilometer weit durch die Luft transportieren und dabei keine CO2-Emissionen verursachen: Das Salzburger Startup FlyNow Aviation will mit seiner elektrisch betriebenen Flugdrohne im wachsenden Markt der Flugtaxis mitmischen. In Deutschland haben die Startups Lilium und Volocopter hunderte Millionen Euro an Investitionen abgestaubt, in den USA geht Joby Aviation an die Börse.

Doch FlyNow unterscheidet sich mit seinem eVTOL (Electric Vertical Takeoff and Landing) dann doch deutlich von den Konkurrenten aus Deutschland, China oder den USA. Die Kabine ist für lediglich eine Person mit ein wenig Gepäck ausgelegt und soll für kürzere Flugstrecken dienen – etwa, um schnell von der Stadt zum nahe gelegenen Flughafen zu pendeln. Zum Vergleich: Bei Volocopter gibt es mittlerweile Pläne für einen Viersitzer, bei Lilium wird an einem Siebensitzer gearbeitet. Bei FlyNow muss also alles autonom funktionieren, während bei den anderen Anbietern zu Beginn noch Piloten mit den Passagieren an Bord gehen können.

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Gründerteam aus der Autoindustrie

FlyNow kann ein erfahrenes Gründerteam aufweisen: CEO Jürgen Greil war lange Jahre bei BMW unter anderem für die elektrische i-Reihe sowie für Brennstoffzellentechnologie zuständig. Im Rahmen letzteren Projektes lernte er auch seinen Mitgründer Markus Kampitsch kennen, mit dem er dann gemeinsam zu Great Wall Motors in Baoding in China ging, um weiter an Brennstoffzellen zu arbeiten. Dort lernten sie auch den ehemaligen Audi-Manager Jens Steingräber kennen, Yvonne Winter komplettierte dann als COO das Quartett.

Der Plan von FlyNow Aviation sieht vor, bereits 2023 mit dem Betrieb der eigenen Drohne zu starten. FlyNow Aviation ist im Vergleich zu den genannten eVTOL-Firmen sehr klein. Erst 2019 gestartet, hat die junge Firma etwa drei Millionen Euro an Investitionen bekommen. Paua Ventures aus Berlin (übrigens auch an der österreichischen Software-Firma FireStart beteiligt) hat sich 15 Prozent des Unternehmens geschnappt, eine Förderung gab es seitens des Austria Wirtschaftssrvice (aws). Die vier Gründer halten aktuell jeweils etwa 21,6 Prozent am Unternehmen.

Wann die von zwei Rotorblättern getragenen Kabinen im kommerziellen Betrieb abheben werden, ist noch nicht genau abzusehen. Nicht nur die Technologie spielt dabei eine tragende Rolle, sondern auch die Regulatorik. Lilium will in Deutschland etwa ab 2025 Flughäfen (München und Nürnberg) mit seinen Flugtaxis anfliegen. Bei FlyNow rechnet man mit Preisen vergleichbar zu Taxipreisen zu Flughäfen. Ab 2026 ist dann auch ein Zweisitzer geplant.

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