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Lilium und Co: Flugtaxis könnten bereits ab 2020 zum Alltag dazugehören

Das Team des Münchner Startups Lilium. © Lilium
Das Team des Münchner Startups Lilium. © Lilium

Der Jungfernflug ist absolviert, jetzt soll der Rollout beginnen: Das deutsche Startup Lilium aus Oberpfaffenhofen bei München will bereits 2020 mit dem kommerziellen Betrieb von Elektro-Flugtaxis in zwei deutschen Städten beginnen. Das neue Modell – ein Fünfsitzer mit anderthalb Tonnen und 36 elektrischen Jetmotoren – kann 300 km/h schnell fliegen und hat eine Reichweite von 300 Kilometern.

Lilium peilt an, dass Nutzer einen Sitzplatz zum Preis eines Taxis per App buchen können. Man wolle Flüge für möglichst viele Menschen leistbar machen und die Lilium-Jets nicht bloß reichen Menschen zur Verfügung stellen. Essenziell für die Pläne ist die Kapazität. „Der Wechsel von zwei auf fünf Sitzplätze war immer unser Ziel, da wir so den Himmel für viele weitere Reisende öffnen können. Ob Freunde oder Familienmitglieder, die zusammen fliegen, oder Geschäftsreisende, die gemeinsam in die Stadt reisen: Mit fünf Sitzplätzen erzielen Sie eine Größenvorteil, den Sie mit zwei Sitzplätzen einfach nicht erreichen können“, sagt Lilium-CEO Daniel Wiegand.

Preise wie für eine Taxifahrt angestrebt

Bis 2025 will Lilium, das die Jets in eigenen Fabriken in Deutschland bauen will, weltweit in mehreren Städten operieren. Es ist davon auszugehen, dass man damit in erster Linie Strecken aus der Stadt zu nahegelegenen Flughäfen zurücklegen wird können. Ein Flug aus der City zum Münchner Flughafen soll laut Wiegang 60 bis 70 Euro kosten. Voraussetzung für den Betrieb sind Landeplätze für den Senkrechtstarter. Da bieten sich Flughäfen an.

Autonom wird Lilium am Anfang nicht fliegen können. Einer der fünf Sitzplätze gehört einem Piloten. Selbstfliegende Flugtaxis wird es laut Wiegand in etwa zehn Jahren geben. derzeit beschäftigt er 300 Mitarbeiter und hat mehr als 100 Millionen Euro von Investoren wie dem chinesischen Internet-Riesen Tencent bekommen.

Linz will Flugtaxis abheben lassen

Auch in Österreich ist es eine chinesische Firma, die bei den Bestrebungen rund um Flugtaxis mitmischt. Der österreichische Flugzeugzulieferer FACC und des chinesischen Tech-Unternehmen Ehang haben wie berichtet eine Kooperation abgeschlossen, um die Flugtaxi-Produktion in Österreich bis 2020 serienreif machen.

Nun haben die beiden Unternehmen einen Vertrag mit der Linz AG geschlossen. 2020 soll ein Pilotprojekt in der oberösterreichischen Landeshauptstadt starten, in dem erörtert wird, wie Flugtaxis als Ergänzung zu Bus und Bahn den Verkehr aussehen können. Dazu müssen auch entsprechende Regeln eingeführt werden, die Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) noch vor der nächsten Nationalratswahl (2022) umsetzen möchte. In Linz soll es 2020 eine Teststrecke geben.

Flughafen-Transport

In Linz sind etwa Strecken vom Hauptbahnhof oder vom Flughafen ins Industriegebiet Hafen angedacht. Die Ehang-Fluggeräte, die FACC im Innviertel produziert, kosten rund 300.000 Euro und sind mit 16 Elektromotoren und 16 Rotoren ausgestattet. Zwei Personen können damit fliegen, die Akkus reichen für rund 50 Kilometer.

Neben Ehang aus China und Lilium aus München gibt es noch eine Reihe weiterer Hersteller, die Flugtaxis produzieren – etwa Volocopter aus Deutschland mit Daimler als Investor, sowie Projekte der Flugzeugriesen Airbus und Boeing, die sich das potenzielle Zukunftsgeschäft nicht entgehen lassen wollen.

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