Was Florian Gschwandtner bewegt

Runtastic-Mitgründer Florian Gschwandtner im großen Interview über seinen neuen Job bei Tractive, den Trend zu Nachhaltigkeit bei Startups, 2 Minuten 2 Millionen und das neue Regierungsprogramm aus dem Blickwinkel eines Gründers:

Gepostet von TrendingTopics.at am Freitag, 31. Januar 2020
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Florian Gschwandtner: „Tech-Investments im Nachhaltigkeitsbereich sind sehr sehr spannend“

Er hat seit kurzem einen neuen Job als Chief Growth Officer beim oberösterreichischen Startup Tractive, ist demnächst wieder als Investor bei 2 Minuten 2 Millionen zu sehen und betätigt sich außerdem weiter als Business Angels bei Jungfirmen: Florian Gschwandtner ist eines der Aushängeschilder der österreichischen Startup-Szene.

Zum Interview ins Trending Topics-Studio im Wiener Talent Garden ist er mit dem Fahrrad gekommen, zwischen Linz und Wien pendelt er vorzugsweise mit dem Zug – obwohl sechs Autos in seiner Garage stehen. Auch für den ehemaligen Runtastic-CEO ist das Thema Nachhaltigkeit ziemlich wichtig geworden. Im Gespräch gibt er Einblicke in seinen neuen Job, seine Einstellung gegenüber Tesla, seine Gedanken zum Regierungsprogramm und einen Ausblick auf die Startup-Show 2 Minuten 2 Millionen.

Trending Topics: Du hast nach einem Jahr Auszeit, nachdem zu als CEO von Runtastic zurückgetreten bist, einen neuen Job. Was machst du?

Florian Gschwandtner: Ja, ich darf wieder arbeiten! Wir haben vor sieben, acht Jahren ein Startup namens Tractive mit gegründet. Die machen Tracker für Hunde und Katzen (zückt ein Gerät aus der Hosentasche, Anm.), der die Position, die Bewegungsdaten via GPS erfasst. Michael Hurnaus, ein guter Freund von mir, ist dort CEO und macht einen großartigen Job. Das Team hat 80 Leute, die Firma ist Cashflow-positiv und entwickelt sich sehr gut.

Ich darf jetzt dort als Chief Growth Officer beim Wachstum des Unternehmens helfen. Wir haben noch einige Möglichkeiten zum Internationalisieren. Wir schauen jetzt: Wie bringt man das Gerät und die Marke noch viel mehr in die Welt hinaus?

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Du bist auch in anderen Startups investiert, hättest vielleicht auch ein eigenes, neues Startup gründen können. Warum hast du dich für Tractive entschieden?

Richtig. Natürlich überlegt man sich in der Auszeit, was man tun wird. Als Unternehmer will man, muss man tun. Das geht ja nicht, lange nichts zu tun. Es haben ja nicht alle Freunde Zeit und man reist mit denen um die Welt. Ich wollte wieder etwas machen und operativ sein. Ich habe Tractive mitgegründet und bin mit den Leuten dort gut befreundet. Es ist nur ein Katzensprung vom Runtastic-Büro entfernt.

Und ich wollte in ein Unternehmen, wo ich zum jetzigen Zeitpunkt wirklich helfen kann. ich denke, in der Wachstumsphase, in der das Unternehmen ist, kann ich den meisten Mehrwert einbringen. Ich habe es mir aber so gesetzt, dass ich nebenbei aber auch meine Startups betreuen kann. Ich wollte per se nicht wieder gründen, weil ich dazu derzeit noch nicht bereit bin. Denn Gründen heißt: 70, 80 Stunden hardcore arbeiten. Das wollte ich nicht. wir haben 20 Startups, ich halte immer noch viele Keynotes und ich will immer noch reisen, um neue Menschen und Plätze kennen zu lernen. So ist das für mich eine sehr sehr coole Option und super Situation.

Wie schaut dein Arbeitsalltag dort aus?

Ich reporte dort an den Michael, und wir schauen uns die verschiedenen Wachstumsfelder an. Da gibt es einige Themen: Wir sind sehr stark im DACH-Raum und in Großbritannien, und wir schauen, wie wir in Frankreich, Spanien, Italien größer werden können. Und wir werden Ende des Jahres das Gerät in einer neuen Version mit LTE herausbringen. Und dann können wir finally in die USA gehen.

Das andere ist auch, dass wir uns die Produkte anschauen. Die App wollen wir moderner, State of the Art machen. Wir überlegen, welche Social Features wir integrieren. Man kann mit seinem Hund ja so genannte Pet Points, also Aktivitätspunkte sammeln. Ich arbeite mit Teams an Spezialprojekten zusammen. Ich bin aber auch erst seit zwei Wochen dort, jetzt muss man die Kirche noch etwas im Dorf lassen. aber ich habe einen eigenen Schreibtisch dort, ich fahre ins Büro, das ist alles echte Arbeit und macht echt Spaß.

Hast du selbst Hunde oder Katzen, die diese Geräte verwenden sollen?

Nein, ich selber nicht, das wäre gegenüber den Haustieren bei meinen Reiseaktivitäten unfair. aber ich komme vom Bauernhof, und meine Eltern – mein Vater ist passionierter Jäger – haben einen Jagdhund und Katzen. Da habe ich Gelegenheit, das zu testen. Das ist dort sehr spannend, weil die Tiere dort mehr frei herumlaufen dürfen als die Wohnungskatze. Da sieht man schon, dass die Katze mal sechs, sieben Kilometer in der Nacht weg läuft, das ist irrsinnig spannend. Ich bin ein Produkt-Tester, drum habe ich das Gerät auch immer eingesteckt und teste es von der Pike auf.

Welches Nutzungsverhalten gibt es bei Tractive?

Es benutzen Menschen, die einen jungen Hund bekommen und nicht wissen, wie er sich verhält. Und auch Menschen, die einmal die Erfahrung gemacht habe, dass das Haustier weggelaufen ist. Es ist unglaublich – ich lerne das gerade mehr und mehr, wie tief diese emotionale Verbindung zwischen Mensch und Haustier ist und wie viel Geld da ausgegeben wird.

Das ist die eine Gruppe, und die andere sind solche, die Fun dabei haben, die sehen wollen, wie aktiv der Hund ist. Wir wollen dorthin, mit Daten bessere Möglichkeiten in punkto Benchmarking anzubieten – etwa zu zeigen, dass man mit seinem Hund mehr Gassi gehen sollte. Wir wollen den Menschen Daten geben, um Bewusstsein zu schaffen. Diese Gamification-Elemente, die viele schon aus der Runtastic-Welt kennen, sind auch auf Haustiere anzuwenden. Haustierbesitzer sind verspielt und wollen Daten.

In Österreich geben Menschen viel Geld für Haustiere aus – ein dankbarer Markt für euch?

Auf alle Fälle. Österreich, Deutschland, die DACH-Region – das ist ein riesiger Wachstumsmarkt. In Deutschland gibt es 25 Millionen Hunde und Katzen, bei 80 Millionen Leute. Fast ein Drittel besitzt ein Haustier. Es gibt auch immer mehr Singles, mehr Scheidungen, der Haustiermarkt wächst. Man muss nur im Supermarkt schauen, wie groß die Pet-Food-Abteilungen mittlerweile sind. Es ist natürlich immer schön, in einem wachsenden Markt mit einem sehr neuen technischen Gerät zu sein. Diese Branche wurde noch nicht technologisiert, Pet-Tech ist noch ganz am Anfang. ich würde meinen, dass wir da gut mit dabei sind. Wir sind jetzt schon Weltmarktführer, aber es gibt noch viel zu tun.

Das Business-Modell beschränkt sich nicht nur auf den Verkauf der Geräte, sondern ist mit einem Abonnement verknüpft. Das ist vermutlich der große Umsatztreiber.

Richtig. Da ist in Wahrheit ein Handy drin verbaut. Da ist eine SIM-Karte drin, die auf der ganzen Welt funktioniert, ein Akku, eine Antenne, ein GPS-Modul. Wir haben auch laufende Kosten, weil die Daten über Mobilfunk an das Smartphone gesendet werden, und für diese Datenübertragung und all die Services, die dabei sind – man kann die LED aufdrehen, ein Piepsen aufdrehen, wenn man das Tier nicht findet -, gibt es eine Abogebühr. Die kann man auch pausieren. In der Hunting Season sehen wir etwa, dass wieder viele aktivieren. Wir haben das sehr kundenfreundlich gebaut.

Du hast mit den Runtastic-Mitgründern in viele Startups investiert. Siehst du dich weiter als Business Angel?

Ja, auf alle Fälle. Das zeigt unser Portfolio, mit der 8eyes GmbH haben wir 22 Investments, und ich mit meiner Foxyflo GmbH habe drei, vier Investments. Die sieht man zwar im Firmenbuch noch nicht, aber die gibt es tatsächlich. Gute Gelegenheiten am Weg nimmt man natürlich gerne mit. Man muss aber auch die zeit haben, um das gut zu managen, deswegen haben wir auch einen Portfolio-Manager bei uns eingestellt, das werden auch in den nächsten Wochen und Monaten announcen.

Foxyflo ist deine neue Firma?

Das ist meine eigene Beteiligungs-GmbH. Der Fuchs ist mein Lieblingsstier. Wir hatten am Bauernhof einen zahmen Hausfuchs, daher kommt meine Leidenschaft für das Tier. Bei der Foxyflo GmbH habe ich ein, zwei, drei Immobiliensachen, aber auch Startup-Sachen, die für meine Gründer-Kollegen nicht interessant waren.

Du bist demnächst wieder bei 2 Minuten 2 Millionen im TV als Investor zu sehen. Was erwartet uns da?

Definitiv eine sehr spannende Staffel. Ich habe es spannender als die vorige Staffel gefunden, weil es diverser war. Es wird auch mehr Investments geben, zumindest von meiner Seite, das kann ich schon mal spoilern. Wir als Team, wir fünf (Investoren, Anm.) sind jetzt noch besser eingespielt. ich war das letzte Mal der Neue, wie auch Martin Rohla, und jetzt kennen wir uns schon ganz gut. Es gibt mehr Harmonie, aber auch mehr Kampf. Es hat ein, zwei Situationen gegeben, die schon ein bisschen wilder waren. Gerade von den äußeren Flanken haben die Kollegen durchaus einige coole Diskussionen gehabt.

Wer sitzt an den Flanken – Leo Hillinger und Hans Peter Haselsteiner?

(lacht) Hillinger und Haselsteiner sind die starken Männer an der Seite, die reinballern, aber wirklich cool. Die Pitcher bei den Startups werden immer besser, die Show hat einen Impact auf das Land, auf junge Unternehmer. Die sind super vorbereitet, die kennen ihre Zahlen – und sind teilweise in der Bewertung meiner Meinung nach ein bisschen zu frech. Was wir diesmal das erste Mal verspürt haben ist: Die sagen nicht nur, wir wollen mit dir und dir, sondern: Was kannst du mir bieten neben Geld? Dieser Dialog war auch für uns diesmal härter. Das zeigt für mich aber nichts anderes als eine Weiterentwicklung der Kandidaten.

In der Staffel, hast du gesagt, wird es auch stark um Nachhaltigkeit gehen. Ist das ein großer Trend am Markt, oder ist es gerade en vogue, grün zu sein?

Beides, Greenwashing ist ein großes Thema. Man muss nur in die Medien schauen, wer schaut nicht auf seinen CO2-Footprint? Wer nimmt es allerdings ernst? Die wenigsten. Ich habe schon sehr früh eine Verbindung zu dem Thema gehabt, weil der Adidas-CMO Eric Liedtke Aktionen wie „Run for the Oceans“ gemacht und die dritt grünste Supply Chain der Welt hat. Als wir 2015 übernommen worden sind, hat es kein Plastik mehr in allen Offices weltweit gegeben, die waren da sehr weit. Dementsprechend war das sehr früh ein Thema für mich, und wir haben da viel (bei Runtastic, Anm.) adaptiert.

In der Show gehen sehr viele Themen, die gepitcht wurden, in die Richtung Nachhaltigkeit. Egal wer – jeder hat Sustainability im Pitch Deck dabei, das ist Standard geworden, man braucht seine zwei Sustainability-Slides. Da und dort finde ich es übertrieben, aber die mediale Welt reagiert sehr stark darauf. Gott sei Dank, wir müssen auch was tun für den Planeten, das ist richtig und wichtig.

Ich habe das letztens auch mit Hansi Hansmann (früher Business Angel von Runtastic, Anm.) diskutiert, was wir so tun und was man mehr machen kann. Es sind die kleinen Dinge. Ich fahre Linz-Wien zu 99 Prozent mit dem Zug. Es ist sicher nicht alles super und ich sage auch nicht, dass ich mit allem aufhöre, aber wenn jeder seinen kleinen Beitrag leistet, dann ist es ein guter Start.

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Du bist zum Interview mit dem Fahrrad gekommen. Wie hat sich dein Lebensstil gewandelt? Hat 2019 mit Greta Thunberg auch Impact auf dich?

Greta weniger, aber diese Fridays for Future ist eine wichtige und interessante Sache. Der Sohn eines Freundes hat zu seinem Papa kürzlich gesagt: jetzt hast du dir schon wieder so ein lautes, dreckiges Auto gekauft. Und das hat mir sehr gut gezeigt, dass die nächsten Generationen wirklich umschwenken und das Thema, diesen Planeten sauber zu halten, als enorm wichtig betrachten. jeder muss seinen Beitrag leisten, und ein kleiner Beitrag von mir ist, hier mit dem Rad herzufahren. Das hätte ich vor fünf Jahren vielleicht nicht gemacht. Ich habe sechs Autos, das ist eines meiner wenigen Hobbys, aber die stehen auch zu 98 Prozent. Ich versuche auch bewusst, weniger Langstrecke zu fliegen. Wenn man in die USA fliegt, sollte man in einem Aufwaschen alle Termine machen.

Es gibt irrsinnig interessante Themen. Ich habe mit einem Biologen gesprochen, der Mikroorganismen für den Pansen der Kuh entwickelt, damit die Kuh weniger Methangas produziert. Der kommt nicht von der Beyond-Meat-Seite und macht pflanzliche Pattys, sondern setzt bei der Ursache an. Das interessiert mich schon.

Sind das Investment-Ziele für dich?

Ja, weil ich denke, dass Technologie hier sehr viel beitragen kann. Sustainability und nachhaltig sein sind sehr verbunden mit Technologie. Auf der einen Seite brauchen wir die Daten, um zu verstehen, was wir wo genau verschmutzen, weil das heute oft eine Daumen-Mal-Pi-Rechnung ist. Und ich bin überzeugt, dass Technologie wie so oft eine Lösung sein wird. Tech-Investments im Nachhaltigkeitsbereich sind sehr sehr spannend, und ich habe auch schon eines fix gemacht – das ist noch nicht public, und bei einem zweiten sind wir gerade in der Due Dilligence sehr weit.

Du bist ein großer Auto-Fans, sechs Autos stehen bei dir in der Garage. Ist der Elektroauto-Boom auch bei dir angekommen?

Ich habe leider keine Tesla-Aktien, ich habe auch keinen Tesla. Ich bin ein Fan der vier Ringe, ich bin eher ein Audi-Mensch. Ich habe das mit Frank Thelen (deutscher Investor, Anm.) auch viel diskutiert, der ein großer Tesla-Befürworter ist. ich gebe ihm ihn vielen Sachen recht, etwa, dass ein Auto mehr zur Software werden muss. Mir macht Elektroauto fahren Spaß, ich liebe aber auch, die Kombination zu haben, also den starken PS-Motor.

Den gibt es bei dir immer noch?

Ja, den gibt es bei mir immer noch, wird es immer geben. Wenn der mal 30 Jahre alt ist, dann ist es schön, ihn seinen Kindern und Enkeln zeigen zu können, dass es so etwas einmal gegeben hat.

Aber zu Tesla zurück: Ich sehe große Herausforderungen bei den deutschen Automobilkonzernen. Ich glaube und hoffe, dass es die Branche schafft. In Deutschland hängt jeder sechste Arbeitsplatz an der Automobilindustrie, das kann auch ein großes Desaster werden. Aber wenn man sich VW anschaut – ich habe auch Herbert Diess getroffen -, die fahren die ID-Strategie auf volle Elektrifizierung, stecken kein Geld mehr in die Entwicklung von Benzinmotoren. Eine Marke wie VW hat die Chance, den Markt mit zu bestimmen neben Tesla.

Ich bin überhaupt kein Tesla-Gegner. Aber wenn wir die Automobilindustrie jetzt auch noch in die USA verlieren, wie alles andere nahezu schon, dann ist das desaströs für Europa. So, wie jemand sagt, er geht lokal einkaufen und nicht bei Amazon und Co, so glaube ich, dass glaube ich an die deutsche Automobilindustrie. Das ist der Grund, warum ich kein Tesla-Fahrer bin.

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Zum Thema Unternehmertum in Österreich. Ich vermute, dass du dir das Regierungsprogramm in punkto Startups genau angeschaut hast. Dein Fazit?

Prinzipiell sind dieses Mal sehr viele Themen aufgenommen worden, die relevant sind. Ich bin gleichzeitig kritisch, auch wenn ich einige Menschen in der Regierung sehr gut kenne, weil es jetzt de facto um die Umsetzung geht. Das ist jetzt wie ein schönes Pitchdeck, die ein Startup vorlegt: Ws schaut gut aus, die Zahlen und Fakten, da ist super viel dabei, aber es geht halt um die Execution.

Darum bin ich skeptisch. Das eine ist, dass wir darüber reden, aber das andere ist das Tun. Das macht Unternehmertum am Ende des Tages aus. In meinen letzten fünf Jahren als Business Angel habe ich gelernt: Es ist ein ganz großer Unterschied zwischen denen, die sagen, wir tun und denen, die wirklich tun. Die, die wirklich etwas tun, sind eine Minderheit. Ich hoffe, dass Frau Schramböck, Harald Mahrer, natürlich auch Sebastian (Kurz, Anm.) die Themen ernst nehmen, weil sie ganz wichtig sind, um nachhaltig das Land besser zu machen.

Politiker sind nicht ewig in Amt und Würden, und darum ist auch die Bildung ein so schwieriges Thema. Wenn man heute die Bildung ändert, ist der Impact in zehn Jahren. Wer ist in zehn Jahren noch in der Position, wo er heute ist?

Da müssen wir in Österreich alle zusammen helfen, da gehören wir als Unternehmer und Investoren dazu, ihr als Medien, und genauso die Politiker. Dieses Dreieck müssen wir gemeinsam spielen, und in Wahrheit kann es nur einen Gewinner geben – das ist das Land und die nächste Generation. Da müssen wir echt viel tun, und darum auch ein wenig Skepsis und laut sein, wenn nix passiert.

Frau Schramböck im Wirtschaftsministerium will einen neue Stelle schaffen, den Startup-Beauftragten, der genau dafür zuständig ist, diese Regierungsvorhaben zur Umsetzung zu bringen. Das wäre ja eigentlich ein Job für dich.

Jaja, das wäre vielleicht ein Job für mich gewesen, aber wie ihr seit zwei Wochen seht und wisst, bin ich es nicht. Zwei Dinge dazu: Es ist gut, weil es dann eine Ansprechstation gibt. Es ist total schwierig, zur richtigen Person in der Politik zu kommen, die verantwortlich ist, das umzusetzen. Ich finde es sehr intelligent, hier jemanden zu installieren, der zugänglich ist, der ein offenes Ohr hat, der die Themen sammeln kann. Ich hoffe, dass hier eine gute Person gefunden wird, die wirklich die Interessen der Jungunternehmer vertritt und gleichzeitig die politische Seite versteht.

Denn Politik muss man können, und das schaut oft einfacher aus als es ist. Ich habe großen Respekt vor allen Menschen, die in dem Job sind. Hoffentlich finden wir da eine gute Schnittstelle, die uns hilft und auch der Politik hilft.

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Business Angel, 2 Minuten 2 Millionen, Tractive – hast du 2020 noch etwas Zeit über für anderes, etwas in Planung?

Ich habe eine Asienreise geplant, die ist jetzt ein bisschen verschoben, keine Ahnung, was passiert. Ich glaube, dass Technologie in Asien unglaublich weit vorne ist, dass wir dort enorm viel lernen können. Ich versuche, immer State of the Art zu bleiben und Menschen zu motivieren. Ich habe dieses Jahr schon zehn, zwölf Keynotes eingebucht, dann versuche ich noch meinen Instagram-Account zu pushen. Und sonst? Offen sein und mit Menschen sprechen. Wir sind in Österreich in so einer privilegierten Situation, wir haben de facto alles, was wir brauchen. Für mich ist Reisen sehr wichtig, dass erdet dich, wenn man sieht, dass es nicht überall so funktioniert wie für uns hier.

Man kann von jedem Menschen etwas lernen. Ich habe auch bei Tractive gesagt: Ich bin jetzt nicht da als einer, der schon alles geschafft hat. Ich kann von euch viel lernen, aber ich bin auch überzeugt, dass ich euch etwas lernen kann. Das war immer mein Ansatz: 100 Prozent transparent mit Wissen umgehen und alles teilen, weil dann können wir gemeinsam gewinnen.

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