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Flixbus: Mobility-Startup will Reisebusse mit Brennstoffzellenantrieb ausrüsten

© Freudenberg Sealing Technologies
© Freudenberg Sealing Technologies

Das Münchner Startup FlixMobility ist seit der Gründung 2013 in wenigen Jahren zu einem der wichtigsten europäischen Player im Bereich von Fernbusreisen aufgestiegen. Erst im Juli konnte das Unternehmen der drei Gründer André Schwämmlein, Jochen Engert und Daniel Krauss eine satte Finanzierungsrunde von 500 Millionen Euro bekannt geben. Neben den bestehenden Angeboten von Busreisen (FlixBus) und Zügen (FlixTrain) wollen die Münchner auch ins Ridesharing-Geschäft unter der Marke FlixCar einsteigen.

In der aktuellen Debatte rund um den Klimaschutz lässt FlixMobility jetzt mit einer neuen Idee aufhorchen. Gemeinsam mit dem deutschen Unternehmen Freudenberg Sealing Technologies wird an Bussen gearbeitet, die mit Brennstoffzellenantrieb ausgerüstet werden sollen. „Nach drei erfolgreich gestarteten E-Fernbussen wollen wir daher nun gemeinsam mit Freudenberg den ersten Fernbus mit Brennstoffzellenantrieb entwickeln“, so Fabian Stenger, Geschäftsführer von FlixBus im DACH-Raum.

Reichweite von 500 km angestrebt

FlixBus hat für die Partnerschaft folgende Anforderungen vorgegeben: Ohne nachzutanken sollen die Brennstoffzellen-Fahrzeuge mindestens 500 Kilometer am Stück zurücklegen. Das Auftanken selbst soll ähnlich wie heute höchstens 20 Minuten dauern. Noch sind die beiden Unternehmen auf der Suche nach einem Bushersteller, der an dem Projekt teilnimmt. In einem ersten schritt sollen 30 Fahrzeuge mit dem System ausgerüstet werden.

Wasserstoffantriebe gelten manchen als eine Möglichkeit, die Mobilität der Zukunft CO2-freundlicher zu machen. Allerdings fehlen zur Zeit noch die entsprechenden Mengen an grünen Wasserstoff (also Wasserstoff, der mit Hilfe erneuerbarer Energien hergestellt wird) sowie an der Infrastruktur. In Österreich gibt es zur Zeit nur fünf Wasserstofftankstellen, in Deutschland etwa 100. Experten sagen, dass sich die Brennstoffzelle eher in großen Fahrzeugen durchsetzen wird.

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Brennstoffzelle hat in Bussen ihren Platz

“Batterien sind in Klein-PKWs effizienter und auch ökologisch vertretbar. Aber in Bussen, in LKWs und in Groß-PKWs, dort hat die Brennstoffzelle mit Wasserstoff ihren Platz”, sagte etwa Alexander Trattner, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter des Hydrogen Center Austria, im Interview mit Trending Topics. Insofern ist der Plan von FlixBus naheliegend.

Mit Freudenberg Sealing Technologies hat sich das Münchner Startup einen Partner geholt, der eigenen Angaben zufolge bereits Mitte der 1990er Jahre in die Entwicklung von Komponenten für Brennstoffzellen und Batterien eingestiegen ist und darüber hinaus einen Brennstoffzellenhersteller übernommen und sich am US-amerikanischen Batteriehersteller XALT Energy beteiligt hat. Denn Akkus sind auch für Wasserstoffantriebe wichtig. Zwar wird die Energie in Form von Wasserstoff in den Tank gepumpt. Doch an Bord wird er in einer chemischen Reaktion in elektrische Energie umgewandelt, der Strom fließt dann in den Elektroantrieb oder wird in einer kleinen Batterie an Bord zwischengespeichert.

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Ohne Förderungen geht es nicht

Ohne staatliche Förderungen wird der Ausbau einer entsprechenden Infrastruktur für die Versorgung von Bussen mit dem Wasserstoff nicht gehen. Deswegen streben die beiden Unternehmen eine öffentliche Förderung im Rahmen des „Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie“ (NIP) an. So wolle man die Technologie, die seit vielen Jahren ein Nischendasein fristet, marktreif machen.

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