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Flächendeckende 5G-Versorgung in Österreich bis 2022

5G bringt deutlich höhere Downloadraten. ©Trending Topics
5G bringt deutlich höhere Downloadraten. ©Trending Topics

Bis Ende des Jahres soll etwa die Hälfte der österreichischen Bevölkerung mit dem 5G-Netz versorgt sein. Der großflächige Ausbau der dafür notwendigen Infrastruktur habe jedenfalls bereits begonnen, erklärten A1, Magenta und Drei heute. Bis 2022 will man EU-weit „an die Spitze kommen“.

Bislang wurden bekanntlich nur einzelne Hotspots mit 5G versorgt, Magenta beispielsweise funkt seit Anfang Juni an 600 zusätzlichen Standorten mit dem schnellsten Mobilfunkstandard. Im Augenblick werden mit etwa 1.200 Sendestationen insgesamt 25 Prozent der Bevölkerung mit 5G versorgt, schreibt die „Internetoffensive Österreich“. Bis Ende des Jahres sollen über 2.000 5G-Sendestationen den Betrieb aufgenommen haben und über 50 Prozent der Bevölkerung mit ultraschnellem mobilen Breitband versorgt sein.

Neues Telekomgesetz in Ausarbeitung

Bis 2022 will man dann EU-weit ganz vorne dabei sein. Das Ziel: Der 5G-Ausbau auf allen Verkehrswegen mit einer Flächenabdeckung von bis zu 98 Prozent massiv voranzutreiben sowie weitgehend das gesamte Staatsgebiet zu versorgen. Die dafür notwendigen Investitionen sollen die drei Telekom-Unternehmen selbst stemmen. Im Gegenzug wird die Bundesregierung einen schnelleren und günstigeren Ausbau der 5G-Netze ermöglichen.

Dafür notwendig ist auch eine überarbeitete Gesetzgebung; derzeit befinde sich das neue Telekomgesetz aber noch in Ausarbeitung. Marcus Grausam, CEO von A1 und Vizepräsident der „Internetoffensive“, erklärt, was dafür notwendig ist: „Besonders die Themen Reduktion von Frequenzgebühren, europäisch wettbewerbsfähige Standortmieten, Beschleunigung von Genehmigungsverfahren und Zulassung von kooperativem Ausbau der  Mobilfunkunternehmen entscheiden, ob die 5G-Strategie und damit die geschätzten Milliarden Euro Investitionen aus der Telekombranche in den 5G-Rollout ihre Wirkung entfalten können“.

„5G-Turbos zünden“

Zusätzlich gelte es, „drei weitere 5G-Turbos zu zünden“, erklärt Jan Trionow, ebenfalls Vizepräsident der „Internetoffensive“ und CEO von Drei Österreich. Diese „Turbos“ sollen ein besseres und effizienteres Zusammenwirken von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zum Ziel haben. Der erste betreffe eine massive  Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Telekomindustrie, Bund, Ländern und Gemeinden zur besseren Koordination des Ausbaues. „Zweitens kann unserer Meinung nach durch eine verstärkte anwenderorientierte Breitbandförderung seitens der Telekomunternehmen besser auf die Bedürfnisse der Gesellschaft eingegangen werden. Drittens muss eine Kooperationsplattform der 5G-Infrastruktur-Unternehmen zulässig gemacht werden, um im ländlichen Raum den Ausbau gemeinsam fördern zu können“, so Trionow.

Wie die Futurezone berichtet, ist aus aus Sicht der Mobilfunker zudem „eine öffentliche Förderung der Nutzung und Anwendung von 5G wünschenswert“. Jan Trionow beispielsweise schlug Gutscheine für die Nutzung von 5G und eine Mehrwertsteuersenkung auf Mobilfunk-Verträge vor. Konkretere Überlegungen dürfte es dahingehend aber noch nicht geben.

Breitband als „existentielle Frage“

Und auch Magenta fordert Weiterentwicklung: „Der durch die erste Welle der Coronakrise verursachte wirtschaftliche und teilweise gesellschaftliche Shutdown hat gezeigt, dass die Versorgung mit hochverfügbarem mobilen Breitband zu einer existenziellen Frage für Österreich geworden ist. Die Verlagerung von weiten Teilen unseres Wirtschaftslebens ins Homeoffice hat uns die Möglichkeiten unserer mobilen Breitbandversorgung vor Augen geführt, die zu den besten Europas gehört. Wenn wir aus der Krise lernen und die Vorteile der Mobilisierung unserer Arbeitswelten, aber auch der Schul- und Fortbildungswelten mit ins 21. Jahrhundert nehmen, dann müssen wir massiv in die Weiterentwicklung investieren.

5G sei die Breitbandtechnologie der Zukunft. „Der Erfolg von 5G in Österreich ist nur als großes Gemeinschaftswerk aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu erreichen“, so Andreas Bierwirth, der dritte Vizepräsident der Internetoffensive und CEO von Magenta Telekom.

Die „Internetoffensive Österreich ist ein digitaler Branchenverband Österreichs. Derzeit 27 Digital-Unternehmen mit relevanter Wertschöpfung stellen seit 2008 „das Gemeinsame vor das Trennende und arbeiten im ständigen Austausch mit 400 Stakeholdern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft daran, den IKT Standort Österreich verantwortungsbewusst, evidenzbasiert und erfolgreich in die Zukunft zu bringen“.

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