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Der große Trending Topics Guide zu den wichtigsten Fintech-Startups aus Österreich

Auge am Dollar-Schein. © Pexels
Auge am Dollar-Schein. © Pexels

Mit den Exits von Paysafecard (2012) und Payolution (2011) an das britische Unternehmen Skrill haben Unternehmer und Business Angels wie Michael Altrichter und Stefan Kalteis eine Benchmark im Fintech-Bereich gelegt. Vor allem der Verkauf von Paysafecard um 140 Millionen Euro an den Zahlungsdienstleister aus Großbritannien gehört zu den wichtigsten Deals der österreichischen Startup-Geschichte.

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe an Fintech-Startups, die mit Software-Lösungen und Plattformen Bereiche wie Kredite, Finanzberatung, Datenanalyse, Geldtransfers, Payment oder die Finanzierung von Unternehmen und Projekten neu gestalten. Trending Topics gibt in diesem Guide einen Überblick über die wichtigsten Fintech-Unternehmen des Landes.

Das Voting läuft bis Donnerstag, 23. August, 23:59 Uhr.

baningo

Anstatt zufällig einem Berater zugeteilt zu werden, entscheiden Bankkunden individuell, mit wem sie über ihre finanziellen Anliegen sprechen möchten: Das ermöglicht die Software-as-a-Service-Plattform des Wiener Startups baningo. Dieses hat in den vergangenen Monaten und Jahren immer mehr Kooperationen mit Banken in Österreich und Deutschland geschlossen (u.a. Hamburger Sparkasse, BAWAG), die das Tool “baningo-select” verwenden. Dieses beinhaltet Features wie Beratersuche, Chat-Beratung, Videotelefonie und Online-Terminvereinbarung. baningo wurde 2105 von Harald Meinl, Max Nedjelik und Michael Niessl gegründet und hat von der Braincap Beteiligungs-GmbH ein sechsstelliges Investment erhalten.

cashpresso

Das 2015 gegründete Wiener Startup Credi2, das unter dem Markennamen cashpresso auftritt, hat sich auf Online-Schnellkredite spezialisiert. Via App kann man sich einen Rahmenkredit von bis zu 1.500 Euro holen, der dann auf das eigene Bankkonto ausgezahlt wird. Weil cashpresso mittlerweile auch Deals mit Online-Shops (z.B. Ikea) hat, können sich Nutzer dort einen Einkaufsrahmen von bis zu 2.000 Euro nehmen, wenn man eine Anzahlung von 500 Euro leistet. Gegründet wurde Credi2 von Jörg Skornschek, Daniel Strieder und Michael Handler. Mit Hevella Capital, Reimann Investors, Dieter von Holtzbrinck Ventures, Speedinvest, Hansi Hansmann sowie den Runtastic-Gründern hat das Startup namhafte Investoren, die in Summe mehr als sechs Millionen Euro in die junge Firma gesteckt haben.

Conda

Die Crowdinvesting-Plattform Conda von Daniel Horak und Paul Pöltner baut an einer eigenen Vision eines alternativen Finanzplatzes. Der CRWD-Token soll eine einheitliche, länderübergreifende Währung bilden, mit der im Conda-Netzwerk für Dienstleistungen bezahlt werden soll. Das Jungunternehmen betreibt Crowdfunding-Plattformen in insgesamt sieben Ländern und plant, die Lösung auch als „White Label“ in andere Länder zu bringen. Investoren und Unternehmen sollen mit dem Token beispielsweise anfallende Gebühren begleichen. Der Private Sale von Conda läuft bereits, im Dezember soll der ICO mit starker Verzögerung in den Public Sale übergehen. Conda will mit dem ICO umgerechnet etwa 20 Millionen Euro einnehmen.

dagobertinvest

Dagobertinvest ist aktuell Marktführer unter den Crowdinvesting-Plattformen in Österreich. Die Plattform fällt zwar laut einer Analyse von CrowdCircus im ersten Halbjahr 2018 nicht durch Projekte mit Rekordvolumen auf, konnte dafür aber höchste Anzahl an erfolgreich abgewickelten Kampagnen im mittleren Volumenbereich vorweisen. 16 Projekte konnte die auf Immobilien-Crowdinvesting spezialisierte Plattform 2018 bislang abwickeln – die Gesamtsumme von 5,09 Millionen Euro entspricht einem Marktanteil von etwas mehr als 30%. Das vor zwei Jahren von Andreas Zederbauer und Markus Dvorak gegründete Unternehmen ist 2017 auch nach Deutschland expandiert.

Finabro

Finabro von den beiden Gründern Søren Obling und Oliver Lintner hat sich auf digitale Vermögensverwaltung spezialisiert, bei der Einsteiger schon ab einer monatlichen Sparrate von 25 Euro mitmachen können. Die 2016 gegründete Firma ist das erste Fintech Österreichs, das eine Konzession von der Finanzmarktaufsicht (FMA) bekommen hat und seit Mitte 2017 selbst und ohne externen Dienstleister im Namen seiner Kunden Geld anlegen darf. Die Uniqa-Versicherung als größter Investor ist mit rund 14 Prozent an der Jungfirm abeteiligt. CEO Obling ist gebürtiger Däne, der sich schließlich nach einer internationalen Karriere dafür entschieden hat, in Wien zu gründen.

Finnest

Finnest ist eine Finanzierungsplattform für etablierte Unternehmen aus dem Mittelstand und hat eine Kombination von Unternehmensfinanzierung und Crowdinvesting entwickelt. Im Vergleich zu anderen Finanzierungs-Plattformen liegen sowohl die durchschnittlichen Transaktionssummen und als auch die einzelnen Angebote deutlich höher, nämlich bei mehr als einer Million Euro für ein gesamtes Projekt und bei rund 7.000 Euro bei einem Einzelinvestment. Finnest wurde 2014 von Jörg Bartussek und Günther Lindenlaub gegründet und hat Anfang 2017 von Investoren eine Million Euro aufgenommen, um zu expandieren (Trending Topics berichtete).

Handcheque

Auf Handcheque lassen sich viele verschiedene Karteninformationen auf einem einzigen, ebenfalls kartenförmigen, Gerät speichern und via Touchscreen bedienen. Das Interface der Karte hat eine Touchbar mit der User zwischen verschiedenen Loyalty- und Kreditkarten wechseln kann. Das Startup von Khaled Asef und Valentin Jilch hat bereits eine Kooperation mit Mastercard und will noch heuer am Markt starten.

PredictR

Die Wiener Mantigma GmbH, die Anfang 2016 von Jan Michael Auer, Jakob Etzel, Richard Knoll und Martin Prebio gegründet wurde, hat sich auf Vorhersagen der Finanzen von Privatkunden spezialisiert. So sollen Bankkunden etwa Szenarios durchlaufen können, wie sich etwa Jobwechsel oder Urlaube auf die eigene finanzielle Situation auswirken. Das Tool “PredictR”, für das das Startup in der Fintech-Szene bekannt ist, sollen sich Banken als White-Label-Lösung lizensieren können. Zum Einsatz soll das Tool bald bei der Erste Bank im Online-Banking-Angebot George kommen. Auch andere Banken zählen den Kunden des Startups. Unterstützt wurde Mantigma etwa vom universitären Gründerservice INiTS.

ready2order

Das Wiener Startup Ready2order wurde 2015 von Markus Bernhard, Christopher Fuchs und Markus Tscheik gegründet und ist im Corporate Accelerator des Mobilfunkers A1 groß geworden. Das Startup hat die Einführung der Registrierkassenpflicht in Österreich 2017 genutzt, um sich als leicht zu bedienende, digitale Alternative zu großen Registrierkassensystemen zu positionieren. Heuer will ready2order den deutschen Markt erobern und sich auf 100 Mitarbeiter verdoppeln.

rendity

2015 gegründet, hat sich das Startup rendity von Lukas Müller, Tobias Leodolter und Paul Brezina auf die Finanzierung von Immobilienprojekten via Crowdfunding spezialisiert. Für ein Immobilienprojekt im ersten Wiener Bezirk hat rendity dieses Jahr knapp 1,5 Millionen Euro eingesammelt und damit die bisher größte Crowdfunding-Kampagne des Landes geschafft. Insgesamt hat das Startup bis dato 12 Projekte erfolgreich finanzieren können.

Rockets Holding

Green Rocket für nachhaltige Startups und Wachstumsprojekte, Home Rocket für Immobilien und Lion Rocket für KMU: Mit einem Trio von Crowdunding-Plattformen hat sich die Rockets Holding aus Graz als wichtiger Player im österreichischen Crowdfunding-Markt etabliert. Gegründet wurde die Firma 2015 von Wolfgang Deutschmann und Peter Garber. Für mehr als 80 Projekte hat die Rockets Holding bis dato mehr als 25 Millionen Euro eingesammelt. Nach Volumen gehören die drei Crowd-Plattformen der Firma zu den wichtigsten Österreichs.

Seasonax

Das Wiener Startup Seasonax der Gründer Dimitri Speck und Christoph Zenk hat sich dem Auswerten von Finanzdaten in Hinblick auf Saisonalitäten spezialisiert. So sollen etwa bei Aktienkursen oder Aktienindizes sich jedes Jahr wiederholende Muster aufgespürt werden, auf deren Basis Anlagestrategien gemacht werden können. Über eine Kooperation mit Thomson Reuters und Bloomberg kommt das Startup an die Finanzdaten zur Auswertung heran. Neben Gründer Speck ist die Wiener xconn GmbH und die niederösterreichische GZ Immobilienverwaltungs GmbH an Seasonax beteiligt.

Transpaygo

Die 2011 gegründete Firma rund um Geschäftsführer Mirko Kinigadner hat sich auf internationale Geldtransfers spezialisiert – ähnlich wie das Milliarden-Startup TransferWise aus Großbritannien. Mit der B2C-Marke fonmoney kann man via Handy-Guthaben Geld ins Ausland versenden – was aktuell vor allem in Kuba sowohl von Einheimischen als auch Touristen gerne angenommen wird. Außerdem gibt es eine B2B-Schiene für KMU, wo Geldtransfers ins Ausland bei geringeren Raten und höheren Beträgen möglich gemacht werden. Der Hauptfirmensitz von Transpaygo ist mittlerweile London – dort hat sich das Startup eine Lizenz geholt, die es von der österreichischen FMA nicht bekommen hat.

Wikifolio

Es sind satte sieben Millionen Euro, die das Wiener Startup Wikifolio 2017 von den Investoren Postfinance AG (Schweiz) und New Alpha (Frankreich) erhalten hat. Damit hat sich die Social-Trading-Plattform viel Risikokapital an Bord geholt, um seine Dienste weiter auszubauen. Prinzipiell können Nutzer von Wikifolio jederzeit Portfolios aus Aktien erstellen. Gibt es genügend Follower für eine Anlageidee, wird ein Zertifikat auf das Portfolio ausgegeben, und Anleger können investieren. Gestartet wurde Wikifolio von Gründer Andreas Kern. Er trägt mittlerweile Vollbart – nach Eigenaussage so lange, bis seine Firma eine Milliarde Euro wert ist.

Sollte dir ein Startup in der Liste fehlen, dann schreib uns an feedback@trendingtopics.at eine Begründung, warum diese Jungfirma in den Guide aufgenommen werden sollte.

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