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Finabro: FMA-Konzession ebnet Wiener FinTech Weg für die Internationalisierung

Andreas Brandstetter (CEO Uniqa) Thomas Polak (CIO Uniqa), Sören Obling, Finabro-Gründer) Oliver Lintner (Finabro-Gründer) und Andreas Nemeth (Uniqa Ventures). © Uniqa
Andreas Brandstetter (CEO Uniqa) Thomas Polak (CIO Uniqa), Sören Obling, Finabro-Gründer) Oliver Lintner (Finabro-Gründer) und Andreas Nemeth (Uniqa Ventures). © Uniqa

Die Finanzmarktaufsicht hat dem Wiener Startup Finabro eine Konzession erteilt. Finabro ist damit das erste FinTech, das von der österreichischen Regulierungstelle abgesegnet wurde. „Wir haben vor 1,5 Jahren eine eigene Kontaktstelle für FinTechs eingerichtet und Finabro ist das erste junge Unternehmen, dass diesen Prozess erfolgreich durchlaufen hat“, sagt FMA-Sprecher Klaus Grubelnik auf Nachfrage von Trending Topics. Finabro bietet Nutzern eine niederschwellige Möglichkeit der Vermögensverwaltung – für Einsteiger schon ab einer monatlichen Sparrate von 25 Euro.

Bisher musste das FinTech dazu mit einem externen Finanzberater mit Konzession zusammenarbeiten. Ab sofort darf das Startup selbst im Namen seiner Kunden Geld anlegen. „Es ist so ähnlich wie bei dem deutschen FinTech N26“, erklärt Finabbro-Gründer Søren Obling im Gespräch mit Trending Topics. N26 hatte zunächst eine Bank als Partner und hat sich ab einer gewissen Größe um eine eigene Banklizenz gekümmert.

Erstes Ziel: Deutschland

„Für Kunden ändert sich dadurch nicht viel“, sagt Obling. Für Finabro schon: Es handelt sich nämlich um eine EU-Konzession, „wir können also viel leichter internationalisieren“, erklärt der Gründer. Deutschland ist der erste Markt, den das Startup schon in den nächsten zwölf Monaten angehen will.

Auch für die FMA ein „first time“

Für die Finanzmarktaufsicht war das Verfahren der Konzessionierung aufwändiger als sonst. „Es gibt in Österreich mehr als 100 Vermögensverwalter, die FMA kennt das Verfahren also eigentlich sehr gut“, erzählt Obling. Die Regulatorik zielt aber auf das persönliche Gespräch mit Kunden ab und deshalb musste die Behörde bei dem FinTech umdenken. Traditionelle Vermögensverwalter müssen beispielsweise mehrere Gespräche mit Kunden führen, bevor sie ein Produkt tatsächlich in Anspruch nehmen. Obling: „Alle diese Dinge müssen bei uns digital abgebildet werden“. Finabro musste während des einjährigen Verfahrens also einige Anpassungen in der App vornehmen.

Die FMA sei sehr gründlich gewesen – insgesamt gab es vier Hearings zu je drei Stunden. „Die FMA will das Team genau kennenlernen und prüft die Fachkenntnisse“, erzählt Obling. Abschließend musste der Gründer auch eine umfangreiche Prüfung ablegen.

Uniqa-Mitarbeiter schnuppern bei Finabro

Vergangenes Jahr ist bei dem von Obling und Oliver Lintner gegründeten Startup die Uniqa-Versicherung mit einem Anteil von rund 14 Prozent um 600.000 Euro eingestiegen. Dei Zusammenarbeit läuft laut Obling sehr gut. Noch diese Woche startet die Versicherung mit dem Startup ein Mitarbeiter-Austauschprogramm. Für jeweils etwa drei Monate sollen einzelne Mitarbeiter aus verschiednen Abteilungen bei dem Startup arbeiten und dort digitales Handwerk und Innovationskultur lernen.

„Ich lebe lieber in einem Förderdschungel, als in einer Förderwüste“

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