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Fenja Funds: So funktioniert Österreichs erster Kryptowährungs-Fonds

Marco Neumayer, Hans Neumayer, Walter Kassegger und Berno Mogel von Fenja Funds. © Fenja Funds
Marco Neumayer, Hans Neumayer, Walter Kassegger und Berno Mogel von Fenja Funds. © Fenja Funds

Bitcoin ist unter 7.000 Dollar gefallen, Ethereum weniger als 400 Dollar wert, Litecoin wird unter 120 Dollar gehandelt. Schlechte Zeiten für Krypto-Investoren, wie es scheint. Oder auch gute. Denn aktuell kann man schließlich auch verhältnismäßig günstig BTC, Ripple, ETH und Co einkaufen und darauf spekulieren, dass sich die Kurse wieder ordentlich nach oben entwickeln.

Diesen Ansatz hat jetzt der erste österreichische Kryptowährungs-Fonds gewählt. Fenja Funds aus Graz ist seit kurzem bei der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) registriert und darf somit an professionelle und institutionelle Investoren herantreten, um Geld einzusammeln. “Wir sind der erste Fonds dieser Art, der in Österreich, bzw. in der EU registriert wurde”, sagt Fonds-Manager Hans Neumayer zu Trending Topics. Neumayer hat gemeinsam mit seinem Sohn Marco, Walter Kassegger und Berno Mogel die gemeinsame Firma ins Leben gerufen.

„Hochspekulatives Anlageprodukt“

Was auch gleich im Unterschied zu vielen anderen Bitcoin-Anlagefirmen, die satte Renditen versprachen (siehe Fall Optioment),  klargestellt wird: “Das ist kein Garantieprodukt, es ist ein hochspekulatives Anlageprodukt. Versprechen zur Rendite können wir natürlich keine abgeben“, sagt Neumayer. Geplant ist, das Risiko über verschiedene Krypto-Assets zu streuen, und zwar folgendermaßen: Es werden rund 20 Prozent in Bitcoin (BTC) investiert, der Rest wird über Altcoins (viel Ethereum sowie die Top 15 nach Marktkapitalisierung), und ausgewählte, von den Fonds-Managern überprüfte ICOs von Startups investiert. Diese Diversifikationsstrategie soll die Performance des Portfolios optimieren.

Die Diversifikationsstrategie von Fenja Funds. © Fenja Funds
Die Diversifikationsstrategie von Fenja Funds. © Fenja Funds

Prinzipiell richtet sich der Fonds an institutionelle Investoren, die größere Summen in den Fonds stecken können – öffentlich beworben dürfte er auch gar nicht werden. Laut Neumayer ist geplant, 20 bis 30 Millionen Euro in den nächsten zwei bis drei Monaten einzusammeln. Die Management-Fee liegt bei 2,4 Prozent, on top gibt es eine Performance-Gebühr von 20 Prozent auf alle etwaigen Kursanstiege in die investierten Assets. Anleger können wöchentlich ein- und aussteigen. Jeden Freitag wird eine so genannte „Net Asset Value“ (Nettoinventarwert, kurz NAV) bestimmt, auf dessen Basis die Investoren sehen können, ob und welche Wertsteigerung es in der vergangenen Woche gegeben hat.

Assets in Cold Wallets gespeichert

Eingekauft werden die Krypto-Coins auf Exchanges wie Coinbase, dort aber nicht in den Accounts belassen. “Eine der wichtigsten Aufgaben ist es, die Coins so schnell als möglich in Cold Wallets zu transferieren in Sicherheit zu bringen bzw. sie vor Hacks zu schützen“, sagt Neumayer. Der große Coincheck-Hack, bei dem Coins der Kryptowährung XEM im Wert von vielen Millionen Dollar geklaut wurden, ist nach wie vor eine Warnung an alle, die ihre Krypto-Assets in Börsen belassen.

Laut dem Fonds-Management kommen „modernste Verschlüsselungstechnologien nach FIPS 140-2 Standard“ zum Einsatz, sämtliche Prozessabläufe würden durch 2-Faktor-Authentifikation bzw. Multi-Signature-Verfahren geschützt werden.

Fenja Funds ist nicht der erste Fonds, der auf Investments in Kryptowährungen setzt. Das Schweizer Fintech-Start-up Crypto Finance mit Sitz in Zug hat Anfang 2018 einen Fonds aufgelegt, für den man rund 10 Millionen Euro einsammeln will. Da die Grazer aktuell lediglich bei der FMA registriert, aber noch keine Konzession der Finanzmarktaufsicht haben, streben sie diese Konzession an. Da würde Fenja Funds dann auch durch die FMA beaufsichtigt und geprüft.

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