Studie

200 Millionen nutzen Werbeblocker: Online-Medien kostet das 22 Mrd. US-Dollar an Werbeumsätzen

Ab Herbst auf iOS 9 erlaubt: Werbeblocker. © Jakob Steinschaden
Ab Herbst auf iOS 9 erlaubt: Werbeblocker. © Jakob Steinschaden

Es ist eines der größten Probleme, mit denen Publisher im Netz zu kämpfen haben: Die steigende Popularität von Werbeblockern bei Internet-Nutzern. Wie eine heute veröffentlichte Studie von Adobe und PageFair, ein Spezialist für Adblocker, aufzeigt, soll sich der finanzielle Schaden, den unter anderem Browser-Plugins wie AdBlock, AdBlock Plus oder AdBlock Edge verursachen, dieses Jahr auf satte 21,8 Milliarden US-Dollar belaufen. Laut der Analyse sind das 14 Prozent der gesamten Werbespendings im Netz. Hält der Trend an, so werden Werbeblocker 2016 bereits Umsatzausfälle von 41,4 Mrd. US-Dollar verursachen.

Weltweit wird die Zahl der Werbeblocker-Nutzer auf 198 Millionen Menschen geschätzt, das entspräche etwa 6 Prozent aller weltweit etwa 3,2 Mrd. Internetnutzer (ITU-Bericht). Besonders besorgniserregend aus Sicht von werbefinanzierten Online-Angeboten ist das starke Wachstum: Laut PageFair und Adobe ist die Zahl der Werbeblocker-Nutzer in den vergangenen zwölf Monaten um 41 Prozent gestiegen.

Googles Chrome am beliebtesten bei Adblock-Nutzern

Die Länder mit der höchsten Dichte an AdBlock-Usern finden sich in jenen Regionen, in denen auch das meiste Geld für Online-Werbung ausgegeben wird: Nordamerika und Europa. In den USA ist die Nutzungsrate laut Studie bereits auf 16 Prozent angestiegen. Die USA und Großbritannien sind auch jene Staaten, in denen der höchste Zuwachs zu beobachten ist (plus 48 bzw. sogar plus 82 Prozent im Vergleich zum Vorjahr).

In Europa ist die Zahl der monatlich aktiven Adblock-Nutzer im zweiten Quartal 2015 auf 77 Millionen angewachsen. In Deutschland etwa sollen laut PageFair und Adobe 24,7 Prozent der Internetnutzer Software zum Ausblenden von digitalen Werbeanzeigen verwenden, in Österreich liegt der Wert etwas niedriger.

Webseiten in den Bereichen Gaming, Social Networking, Tech-News, Bildung und Sport sind besonders schwer von Werbeblocker-Nutzern betroffen. Googles Browser Chrome ist das beliebteste Vehikel der Adblock-Nutzer (126 Mio. User), vor Firefox (48 Mio.) und Apples Safari (9 Mio.).

Mobile noch unbedeutend

Der Silberstreifen am Horizont für Werbetreibende bzw. werbefinanzierte Internetangebote ist Mobile – nur 1,6 Prozent der Nutzer verwenden laut Studie auf Tablet oder Smartphone einen Werbeblocker. Das hat vor allem damit zu tun, dass die beiden führenden mobilen Browser Chrome und Safari es schwer bis unmöglich machen, sich entsprechende Software zu installieren. Nutzer müssen auf eigene Browser ausweichen, die Werbeblocker integriert haben. Außerdem spielt sich die mobile Nutzung sehr stark in nativen Apps ab, wo Blockaden nicht funktionieren – vor allem Social Networks wie Facebook und Twitter profitieren von ihren Apps, in denen sie eingeloggten Nutzern ohne Hindernissen Werbung zeigen können.

Doch diese Situation könnte sich im Herbst verschärfen: Denn Apple wird dann in seinem neuesten mobilen Betriebssystem iOS 9, das iPhones und iPads antreibt, Erweiterungen in seinem Safari-Browser erlauben, mit denen Online-Werbung auf mobilen Webseiten blockiert werden könnte.

PageFair verdient auch mit Online-Werbung

Für die Studie hat PageFair 2000 Webseiten von Online-Publishern und das Verhalten ihrer Nutzer in Bezug auf Adblocker analysiert. Die Firma mit Sitz im irischen Dublin positioniert sich auch gleich als Lösung für das Problem und arbeitet mit Online-Medien im Bereich von nicht-störender Werbung, die nicht von Werbeblockern ausgeblendet werden kann, zusammen. Die veröffentlichten Zahlen sind also auch im Sinne des Geschäftsmodells von PageFair zu lesen.

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