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Factory Hub Vienna: Neue Heimat für Hardware-Startups eröffnet in Wien

Im Factory Hub Vienna. © Tele Haase
Im Factory Hub Vienna. © Tele Haase

„Hardware is hard“, lautet ein geflügeltes Wort in der Startup-Szene. Prototyping, Komponenten, Produktion, Vertrieb – all das kostet im Vergleich zu einer Software-Bude oft mehr Geld und Zeit. Damit der Start für Jungfirmen ins Hardware-Geschäft künftig etwas einfacher wird, eröffnet diesen Mittwoch das Factory Hub Vienna. Die vom 1963 gegründeten Wiener Unternehmen Tele Haase betriebene Einrichtung wird von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) finanziell unterstützt und soll künftig Startups dabei unterstützen, Elektronik zu entwickeln.

“Tele Haase ist ein traditionelles Unternehmen, dass sich jetzt für Startups öffnet”, sagt Rafael Gattringer, der das Projekt für Tele Haase koordiniert hat. “Primär richtet sich unser Angebot an Hardware-Startups und an Einzelpersonen, die eine Kleinserie produzieren wollen.” Zum Start stehen auf 140 Quadratmeter rund 15 Arbeitsplätze in dem “Coorporate Coworking Lab” im 23. Wiener Bezirk zur Verfügung. Um 135 Euro pro Monat kann man sich einen fixen Tisch mieten und Geräte wie Lötkolben, Messinstrumente, 3D-Drucker oder CNC-Fräse nutzen. In der Fertigungshalle können anschließend in Zusammenarbeit mit Tele Haase erste Kleinserien in Produktion gehen.

Die Fertigungshalle bei Tele Haase. © Tele Haase
Die Fertigungshalle bei Tele Haase. © Tele Haase

„Hub für Elektronik“

Für das Traditionsunternehmen Tele Haase (ca. 90 Mitarbeiter, rund 13 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2016) kommt der Hub einer Öffnung gegenüber der Startup-Szene gleich. Anders als andere Firmen, die Accelerator-Programme absichtlich nicht im eigenen Haus einrichten (z.B. bei weXelerate), hat der auf Zeitrelais und Überwachungssysteme spezialisierte Familienbetrieb seinen Hub bei sich geöffnet. Ziel ist nicht nur, zu einem „Hub für Elektronik“ zu werden, sondern auch, dass die Mitarbeiter die Startup-Kultur aus nächster Nähe kennenlernen sollen – beide Seiten sollen sich befruchten. Bereits vor einigen hat man bei Tele Haase begonnen, neu zu denken: Die Mitarbeiter bestimmen ihr eigenes Gehalt, ihre Urlaubszeit und wie viel sie von zu Hause arbeiten.

Im Startup-Bereich hat Tele Haase bereits Erfahrungen gesammelt: Mit Twingz hat man einen „eButler“ für Energie-Management im Haushalt entwickelt, für die eBikes von Freygeist (mittlerweile leider insolvent) wurde ein Steuerungsmodul entworfen, für Agrilution eine Steuerung für deren Mini-Bio-Gewächshaus gebaut. “Statt Einzelkooperationen gibt es jetzt einen echten Elektronik-Hotspot”, sagt Gattringer. Bis Ende des Jahres erwartet er sich ein volles Haus. Nicht nur österreichische Startups sollen hierher kommen, Ziel ist, auch Gründer und Erfinder aus dem europäischen Ausland anzulocken.

Elektronik-Hub im Entstehen. © Tele Haase
Elektronik-Hub im Entstehen. © Tele Haase

226.000 Euro von der FFG

Die Kosten des Hubs belaufen sich auf rund 450.000 Gesamtkosten, die Hälfte davon schießt die FFG zu. Denn der Factory Hub Vienna ist eine von vier Einrichtungen, die den Zuschlag für die Förderung von Innovationswerkstätten in Österreich bekommen hat. So soll das „lokale Angebot an materieller Innovations-Infrastruktur“ gestärkt und neuen Nutzergruppen Zugang zu dieser Infrastruktur gegeben werden.

Neben dem Factory Hub Vienna werden auch der „Innovation Campus“ in der Werkstätte Wattens in Tirol, der „Makerspace Carinthia“ in Klagenfurt und die Innovationswerkstätte der CAP.fabricc gefördert (Trending Topics berichtete). Die FFG fördert dabei maximal eine Million Euro auf 5 Jahre pro geförderter Einrichtung, die maximale Förderquote liegt bei 50 Prozent. Insgesamt stehen 3 Mio. Euro Bundesförderung für diese Ausschreibung zur Verfügung.

Die vier Innovations-Labore im Überblick

  1. CAP.fabricc in Linz: Hier sollen Schüler, Studenten, Startups, KMU oder Pädagogen vernetzt werden, um sich gemeinsam technischen, innovativen Fragestellungen zu widmen.
  2. Factory Hub Vienna: Im 23. Wiener Bezirk gibt es eine Einrichtung, die vor allem Hardware-bei der Entwicklung elektronischen Produkte helfen soll. Betrieben wird der Hub von TELE Haase, den Nutzern werden etwa eine Roboterstation, 3D-Drucker oder CNC-Fräse zur Verfügung gestellt.
  3. Innovation Campus in Wattens:  Hier sollen junge und etablierte Unternehmen Schüler und Studenten, Ideen und Entwicklungsvorhaben in kollaborativer Art und Weise umzusetzen können.
  4. MAKERSPACE Carinthia: In Klagenfurt wird aktuell Infrastruktur aufgebaut, um KMU und Unternehmen in der Gründungsphase zu helfen, Prototypen aller Art zu entwickeln.

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