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Studie

In Österreich fehlen 10.000 IT-Fachkräfte. Und es kommen nicht viele nach.

Developers, developers, developers. © Unsplash
Developers, developers, developers. © Unsplash

Der österreichischen Gesamtwirtschaft fehlen derzeit rund 10.000 Fachkräfte für wichtige IT-Jobs in Österreich. Zu diesem Schluss kommt der Fachverband für Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) der Wirtschaftskammer – und sieht dazu wenig positive Tendenzen. „Der vorliegende IKT Statusreport #4 zeigt, dass der Handlungsbedarf hoch ist. Um an die internationale IT-Spitze zu gelangen, müssen wir umgehend handeln“, sagte Alfred Harl, Obmann des Fachverbands, am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien.

„Selbst die offenen Stellen beim AMS sind im letzten Jahr von 1.500 auf fast 2.400 gestiegen, obwohl viele Unternehmen dort keine offenen Stellen melden und die vom AMS ermittelte Anzahl nicht der Realität entspricht“, sagte Martin Zandonella, UBIT-Fachgruppen-Obmann Kärnten und Berufsgruppensprecher der IT. Und so belauft sich die Schätzung der fehlenden qualifizierten IT-Fachkräfte auf derzeit rund 10.000.

Defizite auch weiter beim Frauenanteil

Beunruhigend seien deswegen die Drop-out-Quoten in den entsprechenden Fachstudien – also jene Ausbildungen, die eigentlich viele der künftigen Fachkräfte produzieren sollten. Dem Kärntner Institut für Höhere Studien (KIHS) zufolge liegen diese Quoten im Studienzweig Informatik an den Universitäten mit 54% bei Bachelor- und 56,2% bei Masterstudien im Jahr 2016/17. Im Bachelorstudium verzeichnet die Universität Wien im Studienjahr 2016/17 die höchste Abbrecherquote, mit 58,4%, dicht gefolgt von der TU Wien mit 56,4%. Im Master liegt die Dropout-Quote auf der TU Wien sogar bei 66,3% und auf der Universität Wien bei 54,4%.

Auch beim Frauenanteil gibt es Defizite. Dem Report zufolge haben sich 2017/18 nur 17,4% Frauen an den österreichischen Universitäten für ein IKT-Studium inskribiert.

160.000 Euro Wertschöpfungsverlust pro unbesetzter IT-Stelle

„Wir brauchen mehr junge Leute, die als hochqualifizierte IT-Fachkräfte die Universitäten und FHs verlassen und der Wirtschaft zur Verfügung stehen“, meint Zandonella. Diese könne man nur durch zusätzliche Ausbildungsplätze und geringere Drop-out-Quoten generieren. „Gesamtwirtschaftlich betrachtet sind die Kosten für eine Hochschulausbildung nur ein Bruchteil des Wertschöpfungsverlustes einer unbesetzten IT-Stelle. Dieser bedeuten derzeit für Österreich pro Jahr ca. 1,6 Milliarden Euro oder 160.000 Euro je unbesetzter IT-Stelle“, so Zandonella.

UBIT schlägt nun vor, ein Studierendenleitsystem einzuführen, um die in Österreich verfügbaren Informatik-Studienplätze besser besetzen zu können. Außerdem soll auch die Öffentlichkeit besser über verfügbare Studienplätze informiert werden – etwa mit Werbe-Kampagnen.

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