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Remote Work

Facebook wird Gehälter an Ort des Home Offices anpassen

Facebook-Chef Mark Zuckerberg. © Facebook
Facebook-Chef Mark Zuckerberg. © Facebook

Zuerst Twitter, dann Coinbase, Shopify und Square und jetzt auch Facebook: Nach den weltweiten Lockdowns werden viele Menschen nicht an ihre gewohnten Arbeitsplätze zurück kehren. Auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg geht nun davon aus, dass sein Unternehmen „remote first“ sein wird – also dass in den nächsten zehn Jahren bis zu 50 Prozent aller Mitarbeiter im Home Office arbeiten und nur mehr zu bestimmten Anlässen ins Büro kommen werden.

Facebook beschäftigt heute rund 47.000 Menschen an 70 Standorten auf der ganzen Welt. In einer Umfrage hat sich jeder fünfte Mitarbeiter dafür ausgesprochen, auf Dauer von zu Hause aus arbeiten zu wollen, weitere 20 Prozent haben Interesse dafür angemeldet. Bedeutet im Umkehrschluss: Etwa 60 Prozent können oder wollen es sich nicht vorstellen, von zu Hause aus zu arbeiten. Derzeit sind noch etwa 95 Prozent aller Facebook-Mitarbeiter in Heimarbeit.

Deswegen will Zuckerberg auch nicht von heute auf morgen den großen Paradigmenwechsel erzwingen, sondern volles Remote Working nur bestimmten Mitarbeitern ermöglichen. Diese müssen eine gewisse Erfahrung haben, gute Leistung in den letzten Monaten erbracht haben, in Teams arbeiten, die Fernarbeit unterstützen, und die Zustimmung ihrer Gruppenleiter bekommen.

„Zukunftsorientiertestes Unternehmen für Fernarbeit“

„Wir werden das zukunftsorientierteste Unternehmen für Fernarbeit in unserer Größenordnung sein“, sagt Zuckerberg. „Wir müssen dies auf eine durchdachte und verantwortungsbewusste Art und Weise tun, also werden wir dies auf maßvolle Weise tun.“ AR und VR als künftige Technologie-Plattformen würden eine bedeutende Rolle beim Remote Working haben. Und: Facebook wird neue Hubs einrichten, in denen Remote-Arbeiter gelegentlich zusammen kommen, und zwar zuerst in Atlanta, Dallas und Denver.

Für Unternehmen gerade im digitalen Geschäft ist Home Office eine interessante Option, weil Mitarbeiter oft nur einen Computer und Internet-Zugang brauchen, um ihren Job zu erledigen. Außerdem beschränken Standorte im Zugang zu Talent, und Facebook hat bisher neuen Mitarbeitern einen Bonus von bis zu 15.000 Dollar gezahlt, wenn sie in die Nähe des Hauptquartiers in Menlo Park, Kalifornien, ziehen. Künftig wird es für Facebook möglich sein, Talente anzustellen, die irgendwo auf der Welt leben, und muss sich nicht mehr dem teuren Kampf um Talente im Silicon Valley ausliefern.

Die neue Dezentralität wird sich auch aufs Gehalt auswirken. Ab 1. Jänner 2021 werden Mitarbeiter, die im Home Office bleiben, Facebook melden müssen, wenn sie umziehen. Dann wird ihr Gehalt an den neuen Wohnort angepasst. Das soll vor allem verhindern, dass Personen ein im Silicon Valley übliches Gehalt bekommen, aber eigentlich in einem ganz anderen Teil des Landes oder der Welt leben.

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