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Facebook zahlt 5 Milliarden Dollar Strafe. Und macht trotzdem Milliardengewinne.

Wie immer in Grau: Mark Zuckerberg. © Facebook
Wie immer in Grau: Mark Zuckerberg. © Facebook

Die Rekordstrafe, die Facebook in den USA für Datenschutzvergehen eingewilligt hat zu zahlen, ist tatsächlich ein (wenn auch großer) Tropfen auf dem heißen Stein. Trotz 5-Milliarden-Dollar-Penalty liegt der Gewinn des Social Networks im zweiten Quartal 2019 bei 2,6 Milliarden Dollar. Das ist etwa halb so viel wie im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz ist unterdessen unaufhaltsam nach oben geklettert – um 28 Prozent auf 16,6 Milliarden Dollar. Das teilte Facebook nach US-Börsenschluss in der Nacht auf Donnerstag mit.

Facebook hat sich im ersten Quartal drei Milliarden Dollar, im zweiten Quartal 2 Milliarden Dollar beiseite gelegt, um die FTC-Strafe bezahlen zu können. Außerdem rechnet man mit höheren Steuerbelastungen und hat sich zusätzliche 1,1 Milliarden Dollar dafür zur Seite gelegt. Viele Beobachter sagen, dass die FTC-Strafe für Facebook viel zu niedrig sei – was sich nun beweist, weil der Konzern trotzdem satte Milliardengewinne schreibt. An der Börse nimmt man Zuckerberg die Strafe nicht böse – nachbörslich lag die Aktie im Plus.

Justizministerium ermittelt nun auch

Ausgestanden sind die rechtlichen Probleme aber nicht. Nachdem sich Facebook mit der FTC auf die Milliardenstrafe einigte, hat das US-Justizministerium angekündigt, eine Untersuchung in Sachen Wettbewerbsrecht gegen Facebook einzuleiten. Dabei geht es um das Wettbewerbsrecht und Fragen, ob „marktführende Online-Plattformen Praktiken anwenden, die den Wettbewerb reduzieren, Innovationen ersticken oder die Verbraucher anderweitig schädigen“. Neben Facebook sind auch Google, Apple und Amazon ins Visier des Justizministeriums geraten.

Eine Strafe des US-Justizministeriums könnte sich für Facebook deutlich drastischer auswirken als die Datenschutzstrafe durch die FTC. Denn auch in den USA wird mittlerweile intensiv diskutiert, ob Facebook nicht eine seiner Töchter Instagram oder WhatsApp abspalten müsste. Diese wurden vor mehreren Jahren zugekauft, die Behörden gaben damals grünes Licht. Doch durch die Verschränkung von vor allem Facebook und Instagram konnte sich Zuckerberg deutlich gegen Konkurrenten wie Snapchat helfen.

Auch Nutzerzahlen steigen

Die Nutzerzahlen sind derweilen wieder gestiegen – und zwar um 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 2,41 Milliarden MAUs (monatliche aktive User). Täglich nutzen 1,59 Milliarden das Social Network. Diese zahlen inkludieren Facebook zufolge nicht jene Nutzer, die nur Instagram und/oder WhatsApp und/oder Oculus verwenden. Für diese Plattformen gibt es immer wieder sporadisch Details zu den Nutzerzahlen.

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