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Facebook-Seiten: 5 Neuerungen, die Firmenauftritte in dem Social Network in mobile Shops verwandeln sollen

© Facebook

Das wichtigste Tool im Social-Media-Marketing ist die Facebook-Seite einer Marke oder eines Unternehmens, so viel ist klar. Dort sind die Likes gesammelt, dort liegt der Content, dort trudeln die Nutzerinteraktionen ein, in ihrem Namen werden Facebook-Anzeigen geschaltet. Laut Facebook nutzen etwa 45 Millionen Unternehmen weltweit Facebook-Seiten, mehr als eine Milliarde Nutzer pro Monat besuchen die Firmenauftritte in dem Social Network. Die Mehrheit der User greift auf Facebook bereits mobil zu, und das Unternehmen selbst verdient bereits etwa 76 Prozent seines Werbeumsatzes durch Mobile.

Nach etwa drei Jahren gibt es nun endlich ein großes Update für Facebook-Seiten. Das große Ziel von Facebook: Eine Page soll für ein Unternehmen den mobilen Auftritt ergänzen oder gar ersetzen können. Das sind die neuen Funktionen:

1. Prominente Call-to-Action-Buttons

Die Call-To-Action-Knöpfe (CTA-Buttons) auf Facebook-Seiten gibt es schon länger, mit dem Redesign der mobilen Facebook-Seiten bekommen sie aber mehr Prominenz und werden dementsprechend wohl auch häufiger genutzt werden. Die CTA-Buttons werden künftig als großer, blauer Querbalken gleich unter dem Titelbild dargestellt und erlauben auch die Option, dort die Telefonnummer des Unternehmens zu hinterlegen, damit der User direkt anrufen kann – etwa so, wie auch die Google-Suchergebnisse Telefonnummern von Firmen direkt wählbar machen.

Spannend ist auch, was aus dem CTA-Button noch werden kann. Facebook hat mit der Firma Shopify im Juni eine Partnerschaft geschlossen, gemeinsam wird die Implementierung des Buy-Buttons getestet. Das Ziel: Facebook-Nutzer sollen einmal direkt im Social Network einkaufen können, ohne es verlassen zu müssen. Deswegen ist es auch in Facebooks Interesse, mit neueren Funktionen wie P2P-Überweisungen via Messenger die Bezahldaten (Kredit-, Bankkarte) von Nutzern zu sammeln. Hat ein Nutzer seine Payment-Informationen einmal bei Facebook angegeben, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass er später auf „Buy“ klickt und sich ein Produkt bestellt.

2. Neue Untersektionen „Services“ und „Shop“

Damit mobile Facebook-Seiten mehr wie echte Firmenauftritte aussehen und weniger wie die Timelines der normalen Nutzer, führt Facebook neue Sektionen ein, die ebenfalls prominent angezeigt werden. Besonders bemerkenswert sind die Bereiche „Services“ und „Shop“, die Firmen helfen sollen, ihre Angebote besser in den Vordergrund zu rücken. Anstatt wie bisher ständig Produkte und Dienstleistungen als Posts zu promoten, können sie jetzt als Listen in den Untersektionen angeführt werden. Für den Endnutzer ist das durchaus praktisch: Interessiert er sich für die Angebote der Firma, muss er nicht mehr deren komplette Timeline durchscrollen, sondern findet sie nun gesammelt auf diesen Unterseiten.

Die Strategie erinnert an jene von der in China populären Messaging-App WeChat. Dort können Unternehmen auf eigenen Firmenseiten ihre Produkte in ähnlicher Weise darstellen. Das Kalkül: Firmen sollen ihre Nutzer nicht mehr in eigene Apps lotsen müssen, sondern ihnen direkt in dem Social Network ihr ganzes Portfolio zeigen können. Im Zusammenspiel mit dem Buy-Button könnte man so aus einer Facebook-Seite mittelfristig einen eigenständigen, mobil optimierten Online-Shop machen.

3. Neues mobiles Design

Das neue Layout für die mobilen Facebook-Seiten soll in den kommenden Wochen starten und die Informationen, die die Betreiber dort eintragen, einfacher zugänglich machen. Facebook verspricht, dass Nutzer künftig weniger scrollen und klicken müssen, um an die gewünschten Infos zu kommen. Navigieren sollen sie vor allem über die Reiter oben, mit denen man schnell zwischen verschiedenen Sektionen springen kann – auf den Bildern, die Facebook herausgegeben hat, sieht man, dass vier Reiter nebeneinander Platz haben.

4. Messaging-Funktionen aufdrehen

Anfang August hat Facebook verkündet, dass in Facebook-Ads auch mit dem „Call to Action“ „Nachricht senden“ geworben werden kann. Wenn ein Unternehmen ein komplexeres Produkt bewirbt (z.B. eine Couch in vielen verschiedenen Ausführungen), dann soll der Nutzer in einem Chat mit der Firma Details zu Preis, Lieferung usw. ausmachen können. Wichtig dabei ist, dass der Seitenbetreiber sich so aufstellt, die dann eintrudelnden Nachrichten auch abarbeiten zu können. Wenn der Support es schafft, 90 Prozent der Anfragen in unter fünf Minuten zu beantworten, dann bekommt die Seite die (für den Endnutzer sichtbare) Auszeichnung „Very responsive“.

Bis dato hätten sich etwa 500.000 Seitenbetreiber diesen Badge verdient, so Facebook. Das Social Network rät aber auch dazu, die Messaging-Funktionen erst dann aufzudrehen, wenn die Firma dafür bereit ist – ansonsten kann man sich Ärger einhandeln, weil die Nutzer erwarten, dass sie schnell Antwort bekommen.

5. Standard-Antworten anlegen

Seiten-Betreiber können die Nutzeranfragen, die via Direktnachrichten einlangen, natürlich händisch beantworten. Facebook rät dabei, kurz und knackig zu schreiben und lange Texte zu vermeiden – vor allem deswegen, weil das Gros der Nutzer Facebook-Messages am Smartphone empfangen und dort kurze Nachrichten bevorzugen. Um schnell reagieren zu können und nicht alles per Hand schreiben zu müssen, können Seiten-Betreiber aber auch Standardantworten (z.B. für oft wiederkehrende Fragen) anlegen und diese dann auf Knopfdruck versenden.

Um den Überblick über die Nutzeranfragen zu behalten, können Seitenbetreiber (ähnlich wie in E-Mail-Programmen) die Messages auch markieren, löschen, archivieren oder als Spam kennzeichnen.

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