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Quartalszahlen

Facebook zählt hunderte Millionen doppelte Accounts und Fake-Profile

Fakebook. © Montage Trending Topics
Fakebook. © Montage Trending Topics

Mehr Umsatz, mehr Gewinn, mehr Smartphone-Nutzer, mehr täglich aktive User: Bei den neuesten Quartalszahlen konnte Facebook wieder einmal die Erwartungen der Analysten übertreffen. Der Umsatz im 3. Geschäftsquartal 2017 ist dank sechs Millionen Firmen, die in dem Social Network werben, erstmals auf über zehn Milliarden Dollar in einem Quartal gewachsen.

Insgesamt sind es jetzt 1,37 Milliarden täglich aktive Nutzer weltweit und 2,07 Milliarden monatlich aktive Nutzer. Im Schnitt wirft ein Nutzer rund 5 Dollar für Facebook ab. Ein US-Nutzer war im Q3 2017 im Schnitt 21,20 Dollar wert, ein Nutzer in Europa „nur“ 6,85 Dollar. Bei Nutzer in anderen Ländern der Welt verdient Facebook deutlich weniger.

Doppel-Accounts und Fake-Profile

Es gibt aber Wachstum bei einer weiteren Kennzahl. Im Kleingedruckten findet sich auch folgende Information:

„We estimate that duplicate accounts may have represented approximately 10% of our worldwide MAUs. We believe the increase in this estimate from our prior estimate of duplicate accounts is primarily due to implementation of this new methodology. We also believe the percentage of duplicate accounts is meaningfully higher in developing markets such as India, Indonesia, and the Philippines, as compared to more developed markets. In the third quarter of 2017, we estimate that user-misclassified and undesirable accounts may have represented approximately 2-3% of our worldwide MAUs.“

Bedeutet: Von den 2,07 Milliarden monatlich aktiven Usern (MAU) sind etwa zehn Prozent, also 207 Millionen Accounts, eigentlich doppelte Profile. Doppelte Profile entstehen, wenn ein Nutzer mehrere Accounts betreibt. Dabei wir ein privates Profil etwa für ein Haustier oder eine Firma erstellt, obwohl dafür eigentlich eine Seite („Page“) angelegt werden müsste.

Asiatische Herkunftsländer

Weitere 2 bis 3 Prozent der monatlich aktiven Accounts sind gefälschte oder „unerwünschte“ Profile, die zu böswilligen Aktionen wie Spam verwendet werden – das sind, gerechnet auf 2,07 Milliarden MAU, rund 60 Millionen Fake-Accounts, hinter denen oft zwielichtige Firmen stecken, die gefälschte Likes und Interaktionen verkaufen. Als Herkunftsländer nennt Facebook in erster Linie Indonesien und Vietnam. In Thailand ist dieses Jahr etwa eine Klick-Farm aufgeflogen, die mit 400 iPhones gefälschte Likes produzierte (Trending Topics berichtete).

Facebook hat die Zahl der doppelten Profile (zuvor 6 Prozent) auf zehn Prozent angehoben, die Zahl der Fake-Accounts von zuvor 1 Prozent auf jetzt eben 2 bis 3 Prozent. Diese neuen Zahlen sollen aus einer neuen Erhebungsmethode resultieren, heißt es. Facebook behält sich vor, diese Methode in Zukunft weiterzuentwickeln. Das bedeutet auch, dass die Angaben zu den falschen Profilen sich ebenfalls nach oben oder nach unten entwickeln können.

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